Münchner Gedenktafeln

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In München findet sich so manche interessante Gedenktafel, besonders in der Altstadt.

Um die Suche zu erleichtern, werden wir versuchen, hier alle bekannten und unbekannten Tafeln aufzuzählen.

Ein bekannter Münchner Bürger, der Autor August Alckens hat für die Nachwelt eine einmalige Sammlung möglichst vieler Inschriften und Tafeln in einem Buch zusammengefasst.

Dieses und andere Quellen werden hier als Hilfsmittel dienen.

A

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  • Alter Hof, neben dem Durchgang an der Südseite
Diese Tafel kennt der Neuste Wegweiser durch München auch schon im Jahre 1866.

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Die Inschrift besagt;
Dieses Gebäude - der alte Hof genannt - wurde erbaut - im Jahre 1253 - von Ludwig dem Strengen - und war auch die Residenz Kaiser Ludwigs IV.

B

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Eine erste Gedenktafel, die im Giebelbereich des durch den Architekten Emanuel von Seidl im Jahre 1893–1894 umgebauten Hauses mit Halbreliefs eingefasst war, wurde, zusammen mit dem wunderschönen Gebäude, im Jahre 1944 zerstört.
Unsere Tafel zeigt eine neu gefertigte einfache Tafel, die an der Fassade des Schulgebäudes angebracht ist.

Wagner München BriennerStraße37 wiki.JPG

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Durch die Zerstörung des Hauses ging auch die Gedenktafel verloren. Unsere Ansicht zeigt eine neu gestaltete Tafel, die an der Fassade des neu errichteten Hauses angebracht wurde.

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Cuvilliés Andenken

Inschrift:

Franz von Cuvilliés, der Ältere, Churf. Hofkammerrat u. Oberbaudirektor, der Schöpfer des kgl. Residenztheaters, der Reichen Zimmer in der Residenz, der Amalienburg zu Nymphenburg, der Fassade der Theatinerkirche und anderer Baulichkeiten Altmünchens, starb in diesem Haus am 14. April 1768. A.D. 1908

C

  • Corneliusbrücke: Die etwas versteckt angebrachte Tafel berichtet über Entstehungszeit und das zuvor hier errichtete Muffatwehr.

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Inschrift: Mit der Erbauung dieser Brücke in den Jahren 1901–03 wurde das in den Jahren 1864–66 von der Stadtgemeinde durch Stadtbaurat Muffat errichtete Wehr genannt Muffatwehr beseitigt.

E

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Inschrift 1: HIER STAND BIS 1937 DIE - LEHRERINNENBILDUNGSANSTALT - FÜR OBERBAYERN. - AB 1935 STAND SIE AUCH MÄNNLICHEN SEMINARISTEN OFFEN - SPÄTER AUFBAUSCHULE - ERBAUT 1907-08 VON H.GRÄSSEL - 1943 DURCH BOMBEN ZERSTÖRT - WIEDERAUFGEBAUT 1951–52 - AB 1960 STAATLICHES - PESTALOZZIGYMNASIUM
Inschrift 2: Gestiftet und ausgeführt 1987 von - Alfred Hoerhager Im Namen der - letzten Seminar-Absolventen 1937
  • Entlang der Eduard-Schmid-Straße, in den Grünanlagen unweit des Gymnasiums, findet sich, versteckt im Inneren der Ölberg-Kapelle, von Hans Grässel entworfen, diese kleine Tafel.

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Inschrift: Diese Kapelle stiftete der geistliche - Rat und Stadtpfarrer von Maria Hilf - Simon Knoll -an Stelle der in der Nähe von dem Akademie - Professor J. Schlotthauer 1840 errich- - teten Kapelle, aus welcher diese Ölberg- - gruppe, ein Werk des Bildhauers - Fidelis Schönlaub - übertragen wurde. A. D. 1905.

F

G

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H

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Muetafelmuenze2009a.jpg

Die Inschrift der Tafel wie folgt:

DER MUENZHOF IST DER ERSTE WICHTIGE, NOCH ERHALTENE PROFANBAU DER RENAISSANCE IN MUENCHEN
HERZOG ALBRECHT V. LIESS DA DER MARSTALL IM ALTEN HOF NICHT MEHR AUSREICHTE,
VON 1563-67 EINE NEUE UNTER-KUNFT FUER DIE HERZOGLICHE STALLUNG DURCH SEINEN
HOFBAUMEISTER WILHELM EGKL ERBAUEN. BALD, 1581, WURDE ANSTELLE DER FUER HOFBEAMTE
VORGESEHENEN WOHNUNGEN OBERHALB DER STALLUNGEN DIE KUNSTKAMMER ALBRECHT V. UNTERGEBRACHT.
DIE AUSSCHMUECKUNG DIESER RAEUME ERFOLGTE VON 1571-78. DAMIT ENTSTAND DAS ERSTE MUSEUM
AUF BAYERISCHEM BODEN. IM JAHRE 1809 ZOG DIE STAATLICHE MUENZE IN DAS GEBAEUDE EIN UND
ERHIELT DIE GEGENWAERTIGE WESTFASSADE IM KLASSIZISTISCHEN STIL VON ANDREAS GAERTNER DEM
VATER DES BERUEMTEN FRIEDRICH GAERTNER. 1860 WURDE DAS BAUWERK VON FRIEDRICH BUERKLEIN
DURCH EINEN SPITZBOGEN ARKADENGANG ZUR MAXIMILIANSTRASSE ANGESCHLOSSEN. 1944/45 WEITGEHEND
ZERSTOERT, BAUTE VON 1950 - 1962 DER BAYERISCHE STAAT DEN MUENZHOF IN SEINER URSPRUENGLICHEN
FORM WIEDER AUF.

I

  • Implerstraße 35: An dem von Hans Grässel entworfenen Schulhaus findet sich eine Tafel, die an die Münchner Familie der Impler erinnern soll. Sie war bauzeitlich an die vor das Schulhaus gemauerte Grundstückeinfassung direkt am Gehsteig an einem kleinen Sockelbau mit Halbrunddächlein eingemauert. Nach Kriegsschäden an Straße und Gebäude fiel die Wahl der Anbringung direkt auf die Fassade des Schulgebäudes.

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  • Inschrift gänzlich in großen Lettern in roter Schrift ausgeführt: Die Impler waren eines - der ältesten u. reichsten - Patriziergeschlechter der Stadt München. - Hans Impler gehörte - von 1364--1374 dem äusseren und 1371 - dem inneren Rate an. Sein Sohn - Franz Impler besass Häuser - am Marienplatz, i. der Wein- - Dieners-, Schäffler- und Residenz-Strasse. - Derselbe machte eine heute noch - bei der Frauenkirche bestehende - Messstiftung, ferner auch Mahl - zeiten-stiftungen ins heiliggeist - Spital und in das Sichen - Haus am Gasteig.

J

GedenktJungfernturm.jpg

K

L

ToniPfuelf Leopoldstr 77.jpg

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M

Auch die Christin E . Braun jüd. Herkunft wurde mit dem 1. Deportationszug aus München am 20. November 1941 von der Münchner Gestapo und SS zusammen mit Tausend anderen MünchnerInnen nach Kowno (Kaunas) ins besetzte Litauen deportiert.
Neben dem Porträt eines Kopfes der jungen Frau steht die Inschrift: "Die Schriftstellerin Elisabeth Braun erwarb 1934 das Hildebrandhaus. Sie zog im November 1938 hier ein, wo ihre Stiefmutter Rosa Braun bereits seit vier Jahren wohnte. Die Nationalsozialisten enteigneten Elisabeth Braun 1941, verschleppten sie nach Kaunas/Litauen und ermordeten sie am 25. November 1941 wegen ihrer jüdischen Herkunft. Seit 1937 nahm Elisabeth Braun 15 verfolgte Menschen jüdischer Herkunft in das Hildebrandhaus auf. Sie wurden ebenfalls ermordet oder nahmen sich das Leben." (… Bild und mehr bei nordostkultur.de)

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Muejabrunntafel2011a.jpg,MueTafeljakobsbrunn1912a.jpg

MueErhardtbrunnschrirs2011b.jpg Auf dieser ist zu lesen: Zur Erinnerung an Dr. A.von Erhardt. Ersten Buergermeister der Stadt Muenchen 1870-1888. In Dankbarkeit und Verehrung von Mitbuergern und Freunden errichtet im Jahre 1893.

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Der Text auf der Natursteinplatte;
In diesem Hause starb - am 20. Januar 1890 - der Meister der Tonkunst - Dr. Franz Lachner, - Ehrenbürger Münchens.

N

MueNikolaikircheTa2011b.jpg

In Halbrelief ausgearbeitet ist die ehemals an diesem Ort sich befindliche Schwabinger Leprosenkirche, die Nicolaikirche. Die Tafel und Inschrift wurde im Jahr 1899 von dem Bildhauer Georg Rödel gefertigt.

Die Inschrift, mit goldener Farbe überzogen, berichtet folgendes:

Hier stand die Nicolai-Kirche des ehemaligen zur Stadt München gehörigen Siechod-Leprosenhauses Schwabing, abgebrochen A.D. 1898.

O

P

Sinti und Roma

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Muetafelgunetzrainerjp2012a.jpg

Die Inschrift liest sich wie folgt:

Dieses Haus, von dem Churfürstlichen Futtermeister - Georg Heigelmann 1676 aus zwei - Häusern zusammengebaut und im - Jahre 1722 an den churfürstl. - Leibmedicus Dr. Joseph Rau verkauft - war von 1726 bis 1768 Eigentum - des - churfürst. Hofbaumeisters und - wirklichen Hofkammerraths - Johann Gunezrhainer, - des Erbauers der Kirche und des - Klosters der Salesianerinnen, - der jetzigen Damenstiftskirche. - Ren.AO.DNI. 1891 - von - August Ostermaier.

Darunter einer kleine Platte; Zerstört im April 1944 - wieder errichtet 1960 - durch die - Deutsche Bank

Siehe auch: Ignaz Anton Gunetzrhainer

R

  • Residenz: Unter der Bogenhalle zwischen dem Kapellen- und Brunnenhof findet sich diese Tafel zu Ehren von Herzog Christoph (... des Kämpfers; 1449–1493).

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Diese Tafel wird bereits in Triumphirendes Wunder-Gebäude der Chur-Fürstlichen Residenz zu München von 1719 beschrieben, und dies steht in Zusammenhang mit dem Herzog Christoph-Stein, der ehedem direkt unter der Steinplatte auf dem Boden, mit einer Kette gesichert, lag. Links neben der Inschrifttafel sind desweiteren 3 Nägel in die Wand eingeschlagen. Die Inschrift auf dieser Tafel ist etwas ganz Besonderes. In Form eines Reimes erzählt sie die Geschichte vom Stein und dem Herzog.
Der Spruch liest sich wie folgt:

Als nach Christi geburt gezehlt war
Vierzechenhundert Neunzig Jar,
Hat Herzog Christoph hochgeboren
Ein Held auß Bayern außerkoren,
Den Stein gehebt von freyer Erdt.
Und weit geworffen ohn geferdt,
Wigt dreyhundert vier und sechzig Pfunt,
Des gibt der Stein und schrift Urkunt.

Drey Nägel stecken hie vor Augen
Die mag ain jeder Springer schauen,
Der höchste Zwelf schuech von der Erdt
Den Herzog Christph Eherenwerdt,
Mit seinem fueß herab thet schlagen
Kunrath luef biß zum ander' Nagel,
Wol vö' der Erdt Zechéthalb schuech
Neunthalben Philip Springer luef,
Zum dritten Nagel an der Wandt
Wer höher springt, wirt auch bekandt.

Rudolf Schraut.jpg
"Im Gedenken an die Angehörigen der Bayerischen Landespolizei,
die bei der Niederschlagung des nationalsozialistischen Putschversuchs am 9. November 1923
an der Feldherrnhalle erschossen wurden. Namen, Ränge"

(Die Inschrift der Bronzeplatte ist bewusst in der Schriftart "Futura" gefertigt worden. Diese Schrift wurde von dem deutschen Grafikdesigner Paul Renner in den 1920er-Jahren, der als aufrechter Demokrat 1933 unter dem Druck der Nationalsozialisten emigrieren musste, entworfen. Die Tafel wurde erst 2010 installiert und zwar an der Westfassade der Münchner Residenz neben dem Durchgang zum Kaiserhof.)

S

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Die Inschrift lautet wie folgt;
Hier stand am Isarufer
bis zum Jahre 1886 die weit-
hin bekannte Flößerwirtschaft
Zum Grünen Baum
besucht von den Königen
Ludwig I. u. Maximilian II.
u. Stamlokal Münchner Künstler.

Inschrift: „Zum Gedenken an das Bombensuchkommando des KZ Dach­au, das in der Zeit vom Juli 1944 bis April 1945 hier untergebracht war. Die SS zwang die Häftlinge unter Einsatz ihres Lebens, Bomben in München zu bergen und zu entschärfen. Zahllose Gefangene fanden dabei den Tod. Ihr Opfer ist uns Mahnung und Verpflichtung. Landeshauptstadt München, Verein „zum Beispiel Dachau“.


Gedenktafel zur Pferdebahn/Straßenbahn (Einsteinstraße)

T

W

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Der Text auf der Tafel lautet;

Durch die Einverleibung von Thalkirchen, Bogenhausen, Schwabing
und Oberföhrung in die Stadtgemeinde München und durch die
Korrektion des Isarflusses sind folgende Veränderungen eingetreten;
Den Burgfrieden von München durchfließt die Isar von
Großhesselohe bis St.Emmeran in nordöstlihcer Richtung in einer
Länge von 13700 Meter bei 35,50 Meter absolutem Gefälle.
Ihre Wassermenge wechselt zwischen 50 und 1300 Sekunden-Kubikmeter.

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Am 1. August 1848, dem Geburtstag Lorenz Westenrieders, wurde eine aus Naturstein gefertigte Gedenktafel erstmals feierlich enthüllt.
Im Jahresbericht des Historischen Vereins von Oberbayern 1848 ist zu lesen; Es verließ wohl keiner der Anwesenden den Sitzungssaal ohne das Gefühl, eine erhebende vaterländisch-schöne Stunde verlebt zu haben. Alle stimmten in dem Wunsche überein, daß der Gedenktafel, welche an dem Tage der Versammlung an dem angeblichen Geburtshause von Westenrieder errichtet worden ist, recht bald ein größeres Monument für denselben nachfolgen möge.

Eine Gedenktafel erinnert an die Ermordung von zwölf Perlacher Bürgern durch die Bürgerkriegstruppen der Zentralregierung am 5. Mai 1919 im Garten des Hofbräuhauses

Z

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Dieser - Schlacht= und Viehhof
wurde in den Jahren
1876 bis 1878 durch die
Stadtgemeinde München
erbaut.
Baumeister war
Arnold Zenetti
Stadtbaurath.

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  • Zwingerstraße: An der Fassade des Gebäudes der Handelsschule erblicken wir diese schöne Tafel.

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Der Text; HIER STAND EIN TURM DER ZWEITEN STADTUMWALLUNG
NACH SEINEM ABBRUCH WURDE DIESE GEWERBESCHULE ERBAUT
VON DER STADTGEMEINDE MUENCHEN IN DEN JAHREN 1900-1901.

Medien

Siehe auch

Quellen, Literatur

  • August Alckens: Die Gedenktafeln der Stadt München. 1935.
  • August Alckens: München in Erz und Stein. 1973.
  • Otto Josef Bistritzki: Gedenktafeln in München. Ein Streifzug durch München. München, 1999. 179 Seiten. ISBN 0000000141
  • Heißerer & Jung; Ortsbeschreibung - Tafeln und Texte in Schwabing. 1998

Weblinks

  • Erinnerungsorte München (Gedenkorte/Mahnmale, Gedenktafeln, Kunstdenkmäler, Kunstprojekte, Grabanlagen, Straßenbenennungen, Schulen/Bildungs- und Kulturzentren; nach: Helga Pfoertner; www.ris-muenchen.de)

Anmerkungen:

  1. Eine Gedenktafel erinnert an Franz und Tilly Landauer, die dort gewohnt haben und von den Nazis ermordet worden sind. (SZ vom 26. Juli 2018)