Georg Simon Ohm

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Georg Simon Ohm (* 16. März 1787) in Erlangen; † 6. Juli 1854 in München) war Forscher, Erfinder und Physiker.

In seiner Laufbahn erlangte er viele Auszeichnungen und Ehrungen; wurde u.a. ordentlicher Professor der Mathematik und Physik, Mitglied der königlichen Akademie der Wissenschaften, Ritter der beiden Verdienst­orden vom heiligen Michael und des Maximilians-Ordens.

Lebensstationen

Ohm wurde in Erlangen promoviert. Nach einigen Stationen in Europa, erhielt er 1849 für seine letzten Lebensjahre die Stelle als Conservator der Mathematisch-Physikalischen Klasse der Wissenschaftlichen Sammlung des Bayerischen Staates und den Titel eines Professors der König-Ludwig-Maximilians Universität in München.

Nach der Ankunft in München in der Woche vom 7.- 10. Dezember 1849 wohnte er zuerst im Gasthof zur Blauen Traube in der Dienerstraße, damals die Nummer 11. Eine feste Bleibe fand er schließlich in dem Wohnhaus an der Oberen Frühlingsstraße 30 im 1. Stock.

Grabplatte Ohm Zust. 2012

Er starb an einem Herzinfarkt am 6. Juli 1854. Hierzu lassen sich in der Neuen Münchener Zeitung vom 12. Juli 1854 folgende Zeilen finden:

München, 11. Juli. Dem vorgestern stattgefundenen Leichenbegängnisse des verstorbenen k. Universitäts Professors Hrn. Dr. Ohm wohnten viele seiner Kollegen in Amtskleidung, zahlreiche Studierende und Personen aller gebildeten Stände bei. Einer der Amtsgenossen des Dahingeschiedenen zeichnete in einer Grabrede die Verdienste deselben um die Wissenschaft und dessen ehrenwerthen Charakter in treffenden Zügen. Bekanntlich war der Verstorbene bei Gründung des Maximilians-Ordens für Kunst und Wissenschaft durch die Gnade Sr. Maj. des Königs mit Verleihung desselben ausgezeichnet worden.

Das Grabdenkmal auf dem Südfriedhof wurde in den Kriegsjahren leider zerstört. Der auf dem Areal 15-1-41 errichtete Gedenkstein ist aus neuerer Zeit.
In eine Nische der alten Arkaden des Südfriedhofs wurde eine Büste Ohms gestellt. Diese Ansammlung der Büsten von weiteren, vermutlich bis zu 80 Personen, wurde aber bereits noch vor oder während der Kriege entfernt.

Ohms Name ist in die Terminologie der Elektrizitätslehre eingegangen. Als Ohmsches Gesetz wird die Proportionalität zwischen Stromstärke und Spannung in einem elektrischen Leiter bezeichnet. Die Proportionalitätskonstante wird als elektrischer Widerstand mit der Einheit Ohm (Symbol Ω, dem griechischen Buchstaben O) bezeichnet. Zum hundertsten Geburtstag Ohms erhielt auch ein Münchner Straßenzug in Schwabing den Namen des Physikers und Forschers. Seit Anfang des Jahres 1890 war der Name Ohmstraße amtlich.

Denkmal

Ohm Denkmal Zustand 2013

Am 5. Juli 1895 wurde das Denkmal Ohms in der kleinen Parkanlage am Gebäude des Polytechnikums, einem Bau von Neureuther, an der Arcisstraße enthüllt. Der Entwurf stammte von Thiersch. Die Ausführung wurde dem Bildhauer Rümann übertragen. Im Jahre 1929 musste das Denkmal dem Neu- und Anbau von German Bestelmeyer weichen. Und so überstand es die Jahre im Hof der Technischen Hochschule den Bombenhagel, ringsum fiel alles in Schutt und Asche, das Denkmal aber stand, was alte Fotoansichten aus der Nachkriegszeit belegen. Zur Neuaufstellung gelangte das Denkmal an die Theresienstraße zum Neubau der Materialprüfungsanstalt. Der wunderschön gestaltete Sockel konnte scheinbar nicht gerettet werden. Heute steht Ohm auf einem nichtssagenden Betonfundament, und schmiegt sich perfekt an die Sichtbeton-Alu-Glas-Fassade des Bauwerks.

Weitere Ehrungen

Posthum
  • 1881 wird auf dem 1. Internationalen Elektrizitätskongress die Einheit für den elektrischen Widerstand nach ihm benannt.
  • Eine Büste von ihm steht in der Ruhmeshalle (Mittelwand ganz außen, Ziff. 074)
  • Nach ihm benannt sind die Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm, bundesweit eine der größten Hochschulen für angewandte Wissenschaften; das Ohm-Gymnasium Erlangen in seinem Geburts- und Studienort und das Georg-Simon-Ohm-Berufskolleg in Köln.
  • Der Asteroid (24750) Ohm wurde nach ihm benannt.

Literatur und Nachweise

  • Morin: München im Jahre 1862 (zum Standort der Blauen Traube).
  • Polizey-Anzeiger von München für das Jahr 1849: Datum der Ankunft und Wohnung in der Blauen Traube
  • Alckens: Denkmäler der Stadt (Foto und Zustand des Denkmals an Ohm, damals noch im Innenhof der TH an der Gabelsberger/Theresienstraße).
  • Marschall; Friedrich von Thiersch. Ohm Denkmal.
  • Jahresberichte der Technischen Hochschule München 1891-1895.
  1. Hans Körner: Der Bayerische Maximilians-Orden für Wissenschaft und Kunst und seine Mitglieder, in: Zeitschrift für Bayerische Landesgeschichte, Bd. 47 (1984), S. 299–398 (online)
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