Jakobsbrunn

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Jakobsbrunn-Quell-Fassung mit Kurzfassung Joh.4, 14 und Widmungstafel am Grotten-Eingang, vorne rechts
Blick in die kleine Grotte

Der Jakobsbrunn ist eine Quellfassung am Fuß des Hochufers rechts der Isar, in der Nähe des Theodolindenplatz. Diese Grundwasser-Quelle wurde 1865 auf Grund eines Gelübdes des Schleusenwärters Martin Achleithner gefasst und nach Johannesevangelium 4, 6-14 ‘Jakobsbrunn‘ genannt, gelegentlich auch Jakobsbrunnen oder St. Jakobsbrunnen.

Man findet ihn an dem Fußweg mit Spitzkehre das Hochufer hinab in einer Grotte links von der Marienklausen-Kapelle, die ebenso wie der über die Isar führende Steg aus Holz gefertigt ist.

Auf dem gegenüberliegenden linken Isarufer, gleich nach dem Überqueren des Stegs und des Werkkanals, kommt man zu einem vom Städt. Baurat Wilhelm Bertsch 1906 entworfenen Holztrogbrunnen; dort spenden zwei Ausläufe der Brunnensäule Trinkwasser direkt aus der Städtischen Wasserleitung.

Münchener Tages-Anzeiger 1867

Der Münchener Tages-Anzeiger vom Samstag dem 8. Juni 1867 berichtet von der Wiedereröffnung der Menterschwaige. Dort heißt es über den Vortag:

"Nachdem nunmehr die Menterschwaige wieder dem allgemeinen Besuch geöffnet ist, können wir nicht umhin, die Münchener und die Fremden auf den reizenden Weg aufmerksam zu machen, der durch die Isarauen vorthin führt, indem dortselbst durch die Bietät eines wackeren Mannes den Touristen eine Überraschung bereitet ist, wie man sie nicht schöner und sinniger erwarten kann. Da wo der Weg zwischen Harlaching und der Menterschwaige vom Isarufer hinauf auf die Höhe führt, nahe bei seinem Anwesen hat der Wasseraufseher Achleitner eine Marienklause nebst einem Kreuzweg errichtet; daneben spendet die Jakobsquelle labenden Trunk, zierliche Bänke und Tische aus Naturholz laden unterm Laubgrün zur erquickenden Rast ein und auf der entgegengesetzten Seite des Weges ist eine größere Rotunde mit zwei ruhenden Löwen hergestellt. Hübsche Werke erklären dem Wanderer den Zweck und Sinn dieser idyllischen Anlage, und wahrlich, ehren muß den Biedersinn eines Mannes, der in der uneigennützigsten Weise seinen Mitbürgern die Benützung dieser Ruheplätzchen gestattet."

Die Tafel und die Inschrift

Vor dem Zugang hinein in die kleine Grotte findet sich auf der rechten Seite eine Gedenktafel. Hierauf ein Spruch über die Wasserquelle und die kleine Anlage und Klause.

Jakobsbrunn bin ich genannt!
Mein Herz ist tief in Felsenwand,
Ist auch die Quelle eng und klein,
So ist doch's Wasser klar und rein.
Gesundheit birgt's und Lebenskraft,
Wohl mehr als mancher Gerstensaft.
Das merkt euch Pilger lobesan!
Seid meine Gäste dann und wann.
Verschont mir rings was ihr erblickt,
Da ich gastfreundlich euch erquickt.
Martin Achleithner Wasseraufseher
1865
Diese Tafel wurde 1903 erneuert
durch Johann Unger Wasseraufseher

Darunter finden wir eine weitere Zeile; "August Aufleger 1916". Dies steht wohl im Zusammenhang damit, dass bereits 1916 eine neue Tafel angebracht wurde, was unsere Fotoansicht aus dem Jahre 1912 belegt. Der Steinmetz und Bildhauer August Aufleger hatte diese neue Tafel gefertigt.

Tafel im Zustand 1912
Tafel im Zustand 2012

Lage

Am Fuß des Hochufers rechts der Isar; Zugang von der Hochleite/Über der Klause, in der Nähe vom Theodolindenplatz.

Nicht verwechseln mit
dem modernen Brunnen auf dem St.-Jakobs-Platz bei der Haupt-Synagoge und der katholischen Kirche St. Jakob am Anger auf dem Unteren Anger. (Und hat auch nichts mit dem Mineralwasser der Vinzentienerinnen in Adelholzen zu tun d.h., nichts mit der Adelholzener Alpenquelle.)

Quellen/Weblinks, Sonstiges

  • Otto Josef Bistritzki, Brunnen in München, Callwey, E.A. 1974, Nr. 265, S. 155
  • Siehe auch
Liste mit knappen Angaben zu vielen anderen Münchner Brunnen