Karlstor

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München Karlstor (Aufn. aus dem Jahr 2010)

Das Karlstor ist das westliche Stadttor in der Stadtmauer der historischen Altstadt von München.

Lage

Das Karlstor steht am westlichen Ende der Neuhauser Straße im sogenannten Kreuzviertel. Die Neuhauser war Teil der Salzstraße, der Ost-West-Magistralen. Damit trennt das Tor die historische Kern-Altstadt von der Ludwigsvorstadt. Vor dem Karlstor liegt der Karlsplatz (Stachus), heute Teil des Altstadtringes und ein verkehrsreicher zentraler Platz Münchens.

Karlstor (Aufn. aus dem Jahr 1886)
Karlstor (Aufn. aus dem Jahr 1894)

Geographische Lage von Karlstor im Kartenverzeichnis von WMFLabs

Geschichte

Im Rahmen der "Großen Stadterweiterung" durch Ludwig den Bayern entstand 1285 bis 1347 eine zweite, äußere Stadtbefestigung, in deren Verlauf das Karlstor, damals noch Neuhauser Tor genannt, entstand. Erstmals wurde das Karlstor 1302 urkundlich erwähnt. Das Karlstor wurde im Laufe der Zeit immer weiter ausgebaut und befestigt. So wurde beim Bau des Stachus-Untergeschosses 1970 ein mit Backsteinen gemauerter Fluchttunnel gefunden, in dem Soldaten oder auch Zivilisten hinter die feindlichen Linien vor dem Tor gelangen und z.B. fliehen konnten. Ein kurzes Stück ist am Brunnenplatz des Stachus-Einkaufszentrum im 1. UG ausgestellt.

1791 baute Graf Rumford, damals Kommandeur der bayerischen Armee unter Kurfürst Karl Theodor, die Flankentürme um. Im selben Jahr wurde das Neuhauser Tor auch in Karlstor umbenannt.

Am Dienstag den 15. September 1857, nachts um halb elf Uhr explodiert das rechts am Haupttorturm anschließende Haus des Eisenhändlers Rosenlehner. Das im Anwesen gelagerte Schwarzpulver detonierte, hierdurch kamen fünf Menschen ums Leben, drei wurden stark verletzt. Das Haus wurde völlig zerstört und der Turm hierdurch in seinen Grundfesten so stark erschüttert, dass er abgetragen werden musste. Ab 1861 bis 1862 wurden die beiden Vortürme nach Arnold Zenettis Entwurf in neugotischer Form zum neuen Karlstor verschmolzen.

Beim Bau des sogenannten "Stachus-Rondells" durch Gabriel von Seidl 1899 bis 1902 wurden die beiden Flankentürme einbezogen und dementsprechend umgestaltet. Im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt wurde das Karlstor danach etwas vereinfacht wieder aufgebaut.

Das Karlstor ist neben Isartor und Sendlinger Tor eines der drei erhaltenen Stadttore.

Brunnenbuberl am Karlstor (April 2010)

Denkmal

Auf der Nordseite des Haupttorbogens befindet sich ein Denkmal für Herbert Jensen, der die Einrichtung einer Fußgängerzone vorschlug. Die drei musizierende Kinder stammen von Konrad Knoll, die er 1866 für den Fischbrunnen geschaffen hatte und die bei der Neugestaltung des Brunnens 1954 durch Josef Henselmann keine erneute Verwendung fanden.

München Karlstor um 1880 (Karlstor)

Des weiteren befinden sich am Mittelgewölbe vier kleine Steinplastiken.
Diese zeigen:

Georg Pranger (Musiker und Hofnarr 1745-1820) als Hofnarr wie er eine Panflöte hält, angebracht an der südöstlichen Krage
Josef Sulzbeck (Kapellmeister und Kontrabasist 1776-1845) als Baron Sulzbeck, angebracht an der nordöstlichen Krage
Joseph Huber (Krämer und Bote 1763-1829) als Finessensepperl, angebracht an der südwestlichen Krage
Franz Xaver Krenkl (Kutscher, Reitmeister am Oktoberfest, Pferdehändler 1780-1860) als Lohnkutscher Krenkl, angebracht an der nordöstlichen Krage.

Literatur und Quellen

  • Richard Bauer & Karl Valentin: Das alte München. Schirmer/Mosel Verlag, München, 1982. 226 Seiten.(Zerstörtes Karlstor nach der Explosion, Abbruch des Turms, Neubau.) ISBN 3-88814-108-7
  • team 61 und Siegfried Sommer: Stachus. Kreißelmeier Verlag, Icking, 1965.(s/w Ansichten, vor dem Umbau des Stachus).(keine ISBN)
  • Richard Bauer, Eva Graf: Stadtvergleich. Hugendubel, München, 1985/1998. 203 Seiten.(Karlstor) ISBN 3-88034-281-4
  • Richard Bauer, Eva Graf, Erwin Münz: Zu Gast im alten München. Hugendubel, München, 1982/1987. (Danner & Fahrig S.116/117)
  • Klaus Gallas: München. Von der welfischen Gründung Heinrichs des Löwen bis zur Gegenwart: Kunst, Kultur, Geschichte. Köln: DuMont 1979, ISBN 3-7701-1094-3 (DuMont-Dokumente: DuMont-Kunst-Reiseführer)

Siehe auch

Weblinks