Heinrich der Löwe

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Heinrich der Löwe war eine bedeutende Persönlichkeit des Mittelalters aus der Adelsfamilie der Welfen. Er wurde um 1129 vermutlich in Altdorf bei Ravensburg geboren als Sohn von Heinrich der Stolze (oder Heinrich X.; 1102 oder 1108—1139) und Gertrud von Sachsen. Er starb am 6. August 1195 in Braunschweig, wo er auch bestattet wurde. Er war zeitweise Herzog von Sachsen (11421180) und Bayern (1156–1180).

Heinrich ließ die Bistümer Oldenburg, Ratzeburg und Mecklenburg/Schwerin wieder errichten. Von Ratzeburg aus eroberte er weite Teile des heutigen Mecklenburg/Vorpommern. Er nahm an den ersten beiden Italienfahrten Kaiser Friedrichs I. Barbarossa teil.

M. Merian, Stich um 1640

Nach dem Konstanzer Vertrag wurde Heinrich im Jahre 1156 mit dem Herzogtum Bayern belehnt, das jedoch um das neue Herzogtum Österreich verkleinert wurde. Er erweiterte seine Macht in Bayern durch wirtschaftliche Maßnahmen und wollte z.B. den Salzhandel und die Transportwege in Bayern und Schwaben unter seine Kontrolle bringen. Dazu zerstörte er unter anderem die Isarbrücke bei Föhring (Besitz von Bischofs Otto von Freising) auf der Salzstraße von Reichenhall nach Augsburg und errichtete fünf Kilometer weiter südlich auf seinem Grund bei dem Ort Munichen eine neue, um die Zolleinnahmen für sich zu sichern. Der Bischof von Freising protestierte beim Kaiser, allerdings erfolglos, denn am 14. Juni 1158 wurde der Konflikt in Augsburg durch einen Vergleich zugunsten des Herzogs beendet: Die Verlegung von Münze, Markt, Zoll und Brücke wurde bestätigt. Dieser Tag gilt als Gründungstag von München.

1180 wurde er geächtet (Reichsacht) und seine Herzogtümer neu vergeben. Er ging nach England in die Verbannung. 1194 söhnte er sich bei einem Treffen mit Kaiser Heinrich VI. aus, seine Macht blieb jedoch auf den welfischen Eigenbesitz um Braunschweig begrenzt.

Siehe auch

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