Maximiliansbrücke

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Maximiliansbrücke und Praterinsel noch vor der Verbreiterung
Maximiliansbrücke und Praterinsel nach der Verbreiterung
Ein Avenio Wagen als Fahrschule unterwegs auf dem Weg in die Maximilianstraße. Aufn. 2015

Die Maximiliansbrücke in München wird eigentlich von zwei auf einander folgende Brücken über die Isar und die in ihr liegende Praterinsel gebildet. Sie verbinden die beiden Stadtteile Lehel und Haidhausen und führen die Maximilianstraße hin zum Maximilianeum.

In der Mitte ihrer nördlichen Fahrbahnseite befindet sich der Erhardt-Brunnen.

Der östliche Brückenabschnitt, die Äußere Maximiliansbrücke, überquert von der Praterinsel aus sowohl die "Kleine Isar" als auch den Auer Mühlbach.

Maße, Materialien

Die innere Maximiliansbrücke führt über die "Große Isar" und die äußere über die "Kleine Isar". Die Baumaterialen für Widerlager, Pfeiler und Bögen für beide Bauwerke sind Backsteine auf einer Gründung durch einen Stahlrost.

Die innere Maximiliansbrücke weist eine leichte Schrägstellung zum Bett der Isar auf. Sie überspannt in drei Segmentbögen den linken Isararm, von denen der eine eine Spannweite von rund 8 m und eine Pfeilhöhe von 2 m hat. Durch diese kleinere Öffnung führte die so genannte Wienerfloßgasse. Die beiden anderen Bögen haben eine lichte Weite von je 14 m und eine Pfeilhöhe von je 2,25 m.

Die äußere Maximiliansbrücke über die kleine Isar und über den Auer Mühlbach am Hang wurde im rechten Winkel zum Flußlauf gebaut. Hier sind fünf Segmentbögen aus Backstein mit je 17,50 m lichter Weite und mit 2,92 m Pfeilhöhe gestellt. Sie überspannen auf vier schlanken Pfeilern den rechten Isararm.

Beide Brücken haben von West nach Ost eine Steigung von ca. 1,7 Promille.

Die Fahrbahnbreite betrug auf den beiden ursprünglichen, älteren Brücken 6,8 Meter. Die beiden Gehwege hatten eine Breite von je 3,0 Meter.

Enstehungsgeschichte

Die beiden Maximiliansbrücken wurden von dem Stadtbaurat Zenetti entworfen und unter seiner Regie in den Jahren 1857 bis 1863 ausgeführt. Der Grundstein in dem Brückenpfeiler unmittelbar am rechten Isarufer wurde in der Zeit der Feierlichkeiten des 700-jährigen Stadtjubiläums Münchens vom damaligen König Maximilian II. gelegt. Pater Gregor Scherr, Erzbischof von München-Freising, segnete die Brücke ein.

Maximiliansbrücken, Aufnahme 2010

Die neuen Brücken

Nun aber zur neuen Brücke, die nahezu unverändert erhalten ist. Obwohl beide Brücken den Wassermassen des Hochwassers im Jahre 1899 Stand gehalten hatten, konnte man sich doch mit Rücksicht auf die künftigen Verkehrsverhältnisse, der die schmalen Brückenüberbauten schon damals nicht mehr gewachsen waren, und auch mit Rücksicht auf Stabilität und Sicherheit der kompletten Brückenanlage zu einem Neu- bzw. Umbau entschließen.

Die innere Maximiliansbrücke konnte, da die Isarsohle an dieser Stelle durch ein kräftiges Wasserbett vor Ausstollung und Unterspülung gesichert war, belassen werden und wurde lediglich verbreitert. Dadurch ist die Anordnung der Öffnungen und Bögen bis auf den heutigen Tag, wie bereits beschrieben, die gleiche geblieben. Allerdings wurde die Floßrutsche beseitigt.

Bauarbeiten am neuen Wehr unterhalb der Äußeren Maximiliansbrücke, 2009)

Die äußere Brücke hingegen wurde vollständig neu erbaut, da sich die Isarsohle im Bereich der Brücke immer mehr in den Untergrund einfraß und diesen vertiefte, sodass an manchen Stellen schon der Stahlrost, auf dem die Brückenpfeiler und Widerlager gegründet waren, zum Vorschein kam. Um auch bessere Abflussverhältnisse unter der Brücke und an den Brückenpfeilern zu schaffen, wurde der Isararm, statt wie bisher mit fünf, nur mehr mit zwei Öffnungen von je 4,40 m lichter Weite von Gelenk zu Gelenk und 4,90 m Pfeilhöhe überspannt. Nun beträgt die Durchflussöffnung je 46,8 m Weite.

Im Jahr 1906 entstand die Pallas Athene. Mit einer Höhe von 5640 mm, ohne Sockel. Von Franz Drexler (06.10.1857 Osterhofen, gest. 13.06.1933, München ) Aufn. v. 2009

Während die Verbreiterung der inneren Maximiliansbrücke in Beton ausgeführt wurde und alle sichtbaren Flächen eine Muschelkalkverkleidung erhielten, wurden die beiden Bogen der äußeren Maximiliansbrücke als Dreigelenkbogen mit Walzgelenken im Scheitel und an den Kämpfern vollständig aus Muschelkalk hergestellt. Nur die Pfeiler und Widerlager sind aus Beton gefertigt. Ihre sichtbaren Flächen wurden ebenfalls mit Muschelkalk verkleidet.

Die nutzbare Breite zwischen den Fahrbahngeländern beträgt 22,0 m, wovon 12,30 m auf die Fahrbahn und je 4,85 m auf die beiden Gehwege verteilt wurden. Die Ausführung erfolgte in den Jahren 1903 bis 1905.

Die architektonische Ausgestaltung der Brücken stammte dieses Mal von Professor Friedrich von Thiersch.

Schnitt der Inneren Maximiliansbrücke (von 1900)

Fotosammlung

Historische Aufnahmen

Erläuterungen zu den Bildern:

  • Brückenlampen: Die Kandelaber sind in Bronze gegossen, von ihnen gibt es fünf auf der äußeren Brücke und vier auf der inneren. Entlang der Halbinsel gibt es nur einen weiteren. All diese reizvollen Zugaben hatte Thiersch selbst entworfen. Die Bronzekandelaber sind auf einer Granitplatte fundiert. Diese ruhen wiederum auf den Kalksteinfundamenten des Geländers der Brücke.
Konstruktion von unten
(beim Isarhochwasser am 4. Juni 2010)

Lage

Lage in vielen Karten

Quellen, Literatur und Bildmaterial

  • Emil Auer, "München im Jahre 1873", Beck, München, 1874.
  • Johann Baptist Bosch: "Muenchener Städtische Baukunst aus den letzten Jahrzehnten, Die Brückenbauten in München". Callway, München, 1907.
  • Bayerischer Architekten- und Ingenieur-Verband, München und seine Bauten. Bruckmann, 1912, Reprint 1978. ISBN 3765417475.
  • Ferdinand Finsterlin, Fotoansichten der Stadt 1870-1892. Verschiedene Quellen, Sammlungen.
  • Landeshauptstadt München, das Jahrbuch der Kgl. Haupt- und Residenzstadt München, 1905.
  • Kai Lucks: Die Münchner Isarbrücken im 19. und frühen 20. Jahrhundert. München, 1976.
  • Horst Karl Marschall: "Friedrich von Thiersch", Prestel, München, 1982.
  • Christine Rädlinger (Landeshauptstadt München, Baureferat als Hrsg.): Geschichte der Münchner Brücken. Verlag Franz Schiermeier, München 2008, ISBN 978-3-9811425-2-5.
  • Otto Reis: "Die Gesteine der Münchner Bauten und Denkmäler", Gesellschaft für Bayerische Landeskunde, München, 1935.
  • Gmelin: Kunst und Handwerk (Jahrgang 1906, Schmuck der neuen Isarbrücken).

Siehe auch

Wikipedia.png
Das Thema "Maximiliansbrücke" ist aufgrund der überregionalen Bedeutung auch bei der deutschsprachigen Wikipedia vertreten.
Erreichbar über diesen Link: Maximiliansbrücke.


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