Corneliusbrücke

Aus München Wiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Corneliusbrücke
Straße in München
Corneliusbrücke
Basisdaten
Ort München
Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt/Au-Haidhausen Deutsches Museum/Untere Au
PLZ 81541
Name erhalten 1903 Erstnennung[1]
Anschluss­straßen
 
Corneliusstraße Schweigerstraße
Querstraßen
 
Erhardtstraße
Bus.png
 
132 Corneliusbrücke
Nutzung
Nutzergruppen Fußgänger, Radfahrer, Kraftfahrzeuge
Technische Daten
Straßenlänge 150 m
Straßennamenbücher
Straßen-ID 06074

Die Corneliusbrücke über die Isar verbindet am Westende der Museumsinsel das Gärtnerplatzviertel in der Münchner Innenstadt mit der Au und Giesing.

Cornelius mit Denk.jpg

Geschichte

Die Brücke wurde nach dem zerstörerischen Hochwasser des Jahres 1899 und der anschließenden Isarregulierung errichtet. An dieser Stelle befand sich zuvor das durch den Stadtbaurat Muffat entworfene Muffatwehr, das die Teilung zwischen der inneren und äußeren Isar herstellte mit der in Holzbauweise ausgeführten Brücke, die das Hochwasser 1899 überstanden hatte. Diese Aufteilung wird durch ein oberhalb der Corneliusbrücke errichtetes Überfallwehr und ein Streichwehr ermöglicht.

Die Corneliusbrücke wurde am 3. Oktober 1903 freigegeben. Die Namensgeber sind der Maler Peter von Cornelius (1783–1867) und dessen Neffe, der Komponist und Dichter Peter Cornelius (1824–1874).

MueCornebrueckaus2012a.jpg

Konstruktion

Die Brücke besteht aus Dreigelenkbogen, das bedeutet, dass jeweils links, mittig und rechts ein Gelenk das Brückentragwerk verbindet, von denen der größere Bogen über die große Isar führt. Sie ist aus Muschelkalkquadern errichtet und überspannt die Isar in einer lichten Weite von 44 m. Im Scheitel der Brücke und zwar 2,20 m gemessen über dem höchsten Hochwasserstand des Jahres 1899 und in den beiden Kämpfern 1,22 m unter dieser Hochwasserlinie sind sogenannte Walzengelenke eingelegt, die innen ausbetoniert und an den Stirnseiten durch bearbeitete Natursteine verdeckt sind. Die Entfernung der Kämpfergelenke voneinander beträgt 41 m; dieser Bogen ist zugleich der flachste massive Bogen aller Münchner Brücken, die in den Jahren nach der Isarhochwasserkatastrophe erbaut wurden.

Die Stärke des Gewölbes beträgt im Scheitel 0,80 m, in der Nähe der Bruchfuge 1,20 m und im Kämpfer 1 m. Durch eine 25 m breite Landzunge, die zur einen Seite hin einen durch ein schmiedeeisernes Tor versperrte Zufahrt zum Deutschen Museum bietet, voneinander getrennt, schließen der zweite und der dritte Bogen über die kleinere Isar an. Beide haben eine Spannweite von je 38,50 m. Im Scheitel der beiden Bögen, der 3,60 m über dem höchsten Hochwasserstand von 1899 liegt, und in den beiden Kämpfern auf Höhe dieses Hochwassers sind ebensolche Walzengelenke, gestützt gegen kräftige Natursteinquader, eingelegt wie in dem erstgenannten Bogen.

Bild nach dem Unfall 1902
Muecorneliusbr2010a.jpg

Der übrige Teil der Bögen ist aus Stampfbeton hergestellt. Die Entfernung zwischen den Kämpfergelenken beträgt je 36 m. Die Stärke des Gewölbes ist im Scheitel 0,70 m, in der Nähe der Bruchfuge 1 m und im Kämpfer 0,70 m. Der ganze Innenraum zwischen den Gewölben und den Scheiteln ist mit Kies aufgefüllt; auf beiden Seiten der Brücke sind über den Gewölben stirnseitig Mauern aufbetoniert. Im Aufbau der Brücke sind über den Kämpfern der Bögen Temperaturfugen eingearbeitet. Das linke Widerlager ist 21,50 m breit und 15 m lang. Zwischen dem Bogen eins und zwei befindet sich ein doppeltes Widerlager von 21,05 m Breite und 25 m Länge mit weitem Vorbau in südlicher Richtung. Zwischen dem Bogen zwei und Bogen drei befindet sich ein 4 m breiter und 24 m langer Pfeiler. Das rechte Widerlager der Brücke ist 12 m lang und 21,50 m breit. Die Widerlager und der Pfeiler reichen 4 m bis 4,80 m unter die normale Isarsohle und sind auf festgelagertem Flinz gegründet. Die ehedem gepflasterte Fahrbahn führt vom linken Widerlager aus mit einer leichten Steigung bis zum Scheitel von Bogen eins, verläuft dann horizontal über die Brücke bis zur Mitte von Bogen drei und fällt dann mit einem leichten Gefälle gegen das rechte Widerlager zu. Die nutzbare Breite der Brücke zwischen den Geländern beträgt 18 m, wovon 12 m auf die Fahrbahn und je 3 m auf die beiden Gehwege verteilt sind.

Sämtliche sichtbaren Flächen der Brücke sind mit Muschelkalksteinen verkleidet. Das einfache aber hübsch verzierte Geländer ist ohne Durchbrüche ausgeführt. An allen zweiten Geländerverbindungsstücken sind flussseitig reliefartige Silhouetten bekannter oder mehr unbekannter Münchner Originale in den Naturstein gehauen. Darunter horizontal über die ganze Länge ein Natursteinverband mit einem Wellenmuster als Relief.

Die architektonische Ausarbeitung der Brücke entstammt Friedrich von Thiersch. Die Ausführung des Baus erledigte, wie bereits bei den anderen Brücken, die Baufirma Sager & Wörner. Während der Bauarbeiten, am 26. August 1902 stürzte die errichtete Gerüstkonstruktion an einer der Doppelbrücken unter der Last der sich darüber aus den Natursteinquadern errichteten Brückenbögen, mit den gerade auf ihr arbeitenden Handwerkern in sich zusammen.


Inschriften am Brückenbauwerk

Zustand der Inschriftenplatte im Januar 2012

Am südlichen Brückenpfeiler, an der Eduard-Schmid-Straße gelegen, wurde unterhalb des Brückengeländers eine Natursteinplatte an den Muschelkalkquadern in die Wand eingelassen. An ihr ist eine stark verwitterte und fast nicht mehr lesbare Inschrift eingeschlagen. Der fleißige Inschriften-Sammler Alckens hat uns aber den genauen Wortlaut überliefert.
Mit der Erbauung dieser
Brücke in den Jahren 1901--03
wurde das in den Jahren
1864--66 von der Stadtgemeinde
durch Stadtbaurat Muffat
errichtete Wehr
genannt Muffatwehr beseitigt

König Ludwig II - Denkmal

Der terrassenartige Vorbau am ersten Drittel der in drei Bögen ausgeführten Brücke mit Blick auf die Reichenbachbrücke und der Maximilianskirche wurde bereits zusammen mit dem Brückenbau für ein später dort aufzuführendes Monument erbaut. Im Jahre 1909 erhielt er eine Aufstockung, um möglicherweise ein Monument aufnehmen zu können. Angedacht waren hier zum einen ein Türmchen von Michael Dorsch, eine Kapelle von Theodor Fischer oder ein Rundtempel von Friedrich von Thiersch. Als Architekt wird Michael Dosch genannt, nach Entwurf Hans Grässel's. Darin befand sich eine von Miller entworfene Bronzefigur König Ludwig II. Am 19. Juni 1910 wurde unter der Schirmherrschaft des Prinzregenten das Monument enthüllt. Bronzeguss bei Ferdinand von Miller. Das Standbild Ludwig II darstellend, hatte eine Höhe von 3 m und einem Eigengewicht von 2.100 kg. Diese zeigt den König im Ornat gekleidet, vom Tron aufstehend, den Blick in die Ferne schweifend. Der Thron steht auf einem massiven Steinblock, dieser abermals auf einem Treppenaufgang. Dieser ist abermals nach aussen erweitert, ausladend, einer weiteren, nicht überwindbaren Stufe. Die Gesamthöhe des Denkmals betrug 10,40 m, einschließlich der imposanten Königskrone. Unmittelbar darunter innerhalb der Kuppel eim Wappen, die damals 8 gültigen Kreise Bayerns eingeschlossen. Jeweils auf der östlichen und westlichen Seite an den Säulen von Figuren bekrönte hoch aufragende Säulenreihen, die die bayerischen Wappen zeigten. Auf der Nordseite, die "erneute Gründung des deutschen Reichs" in der Zeit Ludwig des II, mit dem Einzug der siegreichen Soldaten am 16. Juli 1871, und deren Begrüßung vor dem Ludwig I Denkmal, bildnerisch dargestellt in Reliefform in Bronze gefertigt. Die Inschrift an der Schauseite; Ludwig II - König v. Bayern. südseitig; In - treuer Verehrung - errichtet - vom Verein zur Erbauung - eines Monuments - für Weiland Se. Majestät - König Ludwig II. / A.D. MCMX. Im 2. Weltkrieg erhielt es leichte beschädigungen, die Bronze wurde bis auf den Kopf, in dieser Kriegszeit abgebaut und eingeschmolzen. Der aus Untersberger Marmor gefertigte Portikus blieb noch bis zum Abbau im Jahr 1969 erhalten. Am 13. Juni 2026, Ludwigs 140. Todestag, wurde ein neues König-Ludwig-Denkmal enthüllt.[2][3]

Lage

Über die Isar, am Südende der Museumsinsel, sie setzt die Corneliusstraße aus der Innenstadt fort und und die Schweigerstraße führt am Ostufer zum Mariahilfplatz. Am Westufer quert sie die Erhardtstraße.
>> Geographische Lage von "Corneliusbrücke" im Kartenverzeichnis auf toolforge.org

Einzelnachweise


Wappen-muenchen.jpg Münchner Isarbrücken

Die Aufzählung folgt der Fließrichtung der Isar – also von Süd nach Nord: Großhesseloher Brücke (Isar) - Marienklausensteg (Thalkirchen) - Thalkirchner Brücke (Thalkirchen) - Flauchersteg (Thalkirchen) - Brudermühlbrücke (Sendling) - Braunauer Eisenbahnbrücke (Isarvorstadt) - Wittelsbacherbrücke (Isarvorstadt) - Reichenbachbrücke (Isarvorstadt) - Corneliusbrücke (Isarvorstadt) - Boschbrücke (Isarvorstadt) - Zenneckbrücke (Isarvorstadt) - Ludwigsbrücke (Isarvorstadt) - Wehrsteg (Lehel) - Mariannenbrücke (Lehel) - Kabelsteg (Lehel) - Praterwehrbrücke (Lehel) - Maximiliansbrücken (Lehel) - Luitpoldbrücke (Bogenhausen) - Max-Joseph-Brücke (Bogenhausen) - John-F.-Kennedy-Brücke (Bogenhausen) - Wehranlage Oberföhring (Oberföhring) - St.-Emmeram-Brücke (Oberföhring) - Herzog-Heinrich-Brücke (Oberföhring) - Leinthalerbrücke (Oberföhring)


Wikipedia.png
Das Thema "Corneliusbrücke" ist auch bei der deutschsprachigen Wikipedia vertreten unter: Corneliusbrücke_(München).