Alter Hof

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Alter Hof Ansicht — 2011
Stich aus dem 18. Jahrhundert

Der Alte Hof (früher auch Alte Veste) im Norden der Altstadt ist die ehemalige Kaiserresidenz Ludwigs des Bayern. Er besteht aus den Bauteilen Burgstock, Zwingerstock, Lorenzistock (Mathias Rösler), Pfisterstock (Wilhelm Egkl) und Brunnenstock.

Grabungsfunde zeigen, dass sich bereits im 12. Jahrhundert an dieser Stelle eine Burganlage befand. Nach der ersten Landesteilung 1255 wurde der Alte Hof zur Residenz Herzog Ludwigs II.. Sein Sohn Ludwig der Bayer machte die Anlage zur ersten festen Kaiserresidenz in Deutschland. In der im 19. Jahrhundert abgebrochenen Lorenzikapelle an der Nordseite wurden die ReichskleinodienW aufbewahrt. Der Alte Hof war vom 13. bis zum 15. Jahrhundert Herrscherresidenz der Wittelsbacher. Im weiteren Verlauf der Geschichte war er Sitz des Rentamtes und verschiedener Finanzbehörden. Im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstört, wurde er nach 1950 mit einfachen Mitteln wieder aufgebaut. Dabei wurden Pfisterstock und Brunnenstock komplett abgerissen und neu erbaut.

Inzwischen wurden die beiden denkmalpflegerisch besonders wertvollen Bauten des Alten Hofs - der Burgstock und der Zwingerstock - durch den Freistaat Bayern saniert. Am Burgstock befindet sich der gotische Erker, auf den der Sage nach ein Affe aus der herzoglichen Menagerie den kleinen Ludwig den Bayern entführt und erst nach langem Zureden wieder in die Burg zurückgebracht haben soll (s.u.). Im Burgstock ist die zentrale Museums- und Schlösserinformationstelle des Freistaates.

Die Gebäudeteile Lorenzistock, Pfisterstock und Brunnenstock wurden seit 2001 durch einen privaten Investor, die Bayerische Hausbau, neu gebaut. Brunnenstock und Pfisterstock wurden dabei wieder abgerissen und nach Plänen des Architekturbüros Auer + Weber neu erbaut, der Lorenzistock wurde nach den Entwürfen von Professor Peter Kulka umgebaut.

Sage vom Affenturm

Ein kleiner Affe (bei den Herrschen im Mittelalter ein ganz normales Haustier) soll ein Baby, den späteren Kaiser Ludwig den Bayern aus seiner Wiege genommen haben und mit ihm auf den heute so genannten Affenturm gestiegen sein. Alle Höflinge beobachteten besorgt die Szenerie. Doch wegen des Geschreis der Höflinge habe der Affe das Baby wieder wohlbehalten in seine Wiege zurück gelegt. Eine andere Geschichte erzählt, dass eine Rennsau, die zur Müllverwertung frei am Hofe herumlief, den kleinen Ludwig angriff und ein Affe ihn auf den Affenturm gebracht und vor dem Schwein gerettet habe.

Allerdings ist dieser Erker am Burgstock erst 100 Jahre nach der Geburt Kaiser Ludwigs des Bayern erbaut worden. Somit sind diese beiden Geschichten als Sagen entlarvt. Aber den Touristen werden sie immer noch gerne erzählt.

Über die Dachstühle

Es liegen vier historischen Dachstühle über der ersten Burg. Die Altstadt lag am Ende des Kriegs weitgehend in Trümmern, auch Teile des Alten Hofs wie den Lorenzistock in der Nordostecke hatte es erwischt - die mittelalterlichen und barocken Dachwerke blieben zufälligerweise und zum Glück für die Stadtgeschichte verschont. Architekturhistoriker und Dachexperten aus aller Herren Länder kommen hierher, um die Konstruktionen zu studieren.

Der älteste noch vorhandene entstand um das Jahr 1425. Der dreistöckige Dachstuhl trägt das Ziegeldach über dem nördlichen Zwingerstock, das so genannte Steinerne Haus. Knapp 40 Jahre später, zur Zeit von Herzog Siegmund, bekam der Burgstock, zu dem auch der Torturm gehört, sein damals neues Dach. Der Dachstuhl des mittleren Zwingerstocks wurde unter Herzog Albrecht V. 1562 gebaut. Er ist das handwerklich interessanteste Bauwerk. Der Dachstuhl des südlichen Zwingerstocks ist ein Werk barocker Handwerker, entstanden um 1764.

Ausstellung

Seit Mai 2007 ist die Ausstellung "Münchner Kaiserburg", eine Multimediapräsentation über den Alten Hof und die Münchner Stadtgeschichte täglich außer Sonntag von 10 – 18 Uhr bei freiem Eintritt geöffnet.

Quellen/Literatur

Weblinks


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