Die Brudermühlbrücke ist der südliche Isarübergang des Mittleren Rings und verbindet die Brudermühlstraße in Sendling links der Isar mit der Candidstraße in Untergiesing rechts der Isar. Ein Stück weiter westlich überquert die Brudermühlstraße den Großen Stadtbach über den Brudermühlsteg.

Brudermühlbrücke
Straße in München
Basisdaten
Ort München
Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln Thalkirchen Sendling Giesing
PLZ 81379
Angelegt 1903 - 1906
Neugestaltet 1953 / 1982
Name erhalten 1903
Anschluss­straßen
 
Brudermühlstraße Candidstraße
Bus.png
 
54 153 N43 N44 X30 X204 Schäftlarnstraße (Gasteig HP8)
Nutzung
Nutzergruppen zu Fuß, Fahrrad, Kraftfahrzeug
Technische Daten
Straßenlänge 138 m
Straßenbreite 36 m
Straßennamenbücher
(2016), Dollinger S. 50 (1855 ohne Quellenangabe)
Straßen-ID 06178
Die Situation während der Brückenerweiterung im Jahr 1982. Foto Schillinger.

Geschichte

Die erste Errichtung einer Brücke an dieser Stelle fällt auf das Jahr 1903, als die Baufirma Sager und Wörner mit dem Bau der Fundamente beginnt, die für die vormals am Standort der Wittelsbacherbrücke verwendeten Eisenbrücke vorbereitet werden. Zuvor existierte an dieser Stelle kein Brückenbauwerk. Im selben Jahr noch beginnt die Firma Eisenwerk München mit der Demontage der Brücke am alten Standort. Die Teile werden noch an den neuen Bauplatz transportiert. Bis Juli 1904 war die Brücke am neuen Standort, diesmal unter dem Namen Brudermühlbrücke, wieder aufgebaut. Der Fahrbahnbelag entstand einen Monat später. Ende August 1904 waren diese Bauarbeiten abgeschlossen, und am 3. September 1904 konnte die Brücke, vorerst nur für den Personenverkehr und leichte Fuhrwerke geöffnet worden. Im Mai 1906 wurden die Schranken an den Brückenzufahrten für den Fahrradverkehr geöffnet um bis zu den Anschlüssen des Candidplatzes und weiter bis zur Thalkirchnerbrücke zu gelangen, allerdings blieb die Brücke noch für Automobile, Motorräder andere Furhwerke geschlossen. Die Aufschüttungen herüber zu den Anlagenwegen wurden aus eigenen Mitteln des damaligen "Touringclubs" finanziert. Noch im August 1907 wird unterdessen darüber verhandelt, eine Straße vom Giesinger Gebiet am Candidplatz bis zur Brudermühlbrücke zu legen. Auch im Jahr 1912 ist noch keine Verbindungsstraße angelegt, aber projektiert.

Die Brücke wurde im laufe des Jahres 1943 durch die Auswirkungen des Zweiten Weltkrieg beschädigt. Ab 1948 wurde die Brücke durch provisorische Einbauten an den beschädigten Stellen als Fußgängersteg wieder eröffnet. Erst mit dem Bau einer neuen Bücke konnte am 28. November 1953 die Brücke für den Individualverkehr wieder frei gegeben werden. Die neuen Brückenteile wurden dazu zum Teil wieder auf die unbeschädigten Pfeiler des Vorgängerbaus gesetzt. Im Jahr 1969 erfuhr das Bauwerk eine erweiterung in der Breite, und wurde 1988 beim Bau des Brudermühltunnels nochmals auf der Südseite auf insgesamt 7 Fahrspuren erweitert. Die Spannbetonbalkenbrücke überquert mit einer Gesamtlänge von 138 m und 36 m Breite auf drei Stützpfeilern die Isar.

 
Die Wittelsbacherbrücke im Aussehen am alten Standort im Jahr 1900
 
Kurz vor der Brudermühlbrücke, nahe der Ausfahrt Thalkirchen. Foto: Schillinger 2019.

Kunstwerke

Die Betonpfeiler der Brücke wurden ab 1996 im Rahmen des Projekts isart des Kreisjugendrings der Stadt München jährlich ein- bis zweimal von jungen Künstlern neu mit Graffiti besprüht. 2024 mutierte "isart" zu "dösenöffner", und dabei wird die "Färberei" nun auch vom Bürgerhaus Glockenbachwerkstatt und vom Kulturzentrum "Luise" unterstützt. Gefördert wird das Projekt wie bisher vom Kulturreferat der Landeshauptstadt München. Bei "Dösenöffner" geht es nicht um eine Meisterschau, sondern um Experimente und Entwicklung, Vielfalt und Offenheit.

Lage

>> Geographische Lage von "Brudermühlbrücke" im Kartenverzeichnis auf toolforge.org

Weblinks

Einzelnachweise


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