Süddeutsche Zeitung

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Ehemaliges Verlagsgebäude der Süddeutschen Zeitung in der Sendlinger Straße
Ehemaliges Schwarzes Haus am Färbergraben (2007)

Die Tageszeitung Süddeutsche Zeitung berichtet ausführlich über Politik und Wirtschaft. Desweiteren verfügt sie über einen Feuilletonteil, auch der Sport und das Münchner Stadtgeschehen bekommen großen Raum. Die München-Ausgabe ist ein Mix aus Lokalblatt und überregionaler Tageszeitung. Die verkaufte Auflage der Süddeutschen Zeitung liegt bei 358.365 (Angabe IVW 3. Quartal 2016, inzwischen leicht rückläufig bei über 300.000 Exemplaren).

Aus ihrer Geschichte

Der Verlag der Süddeutschen Zeitung wurde 1945 unter der Kontrolle der Militärregierung gegründet und zog in das ehemalige Verlagsgebäude der Firma Knorr & Hirth (ein bestimmender Zeitungsverlag der Vorkriegszeit im Süddeutschen Raum) ein, das im Kriege zu 70% zerstört worden war. Hier befand sich bis zum Zweiten Weltkrieg der Verlag der Münchner Neuesten Nachrichten. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Edmund Goldschagg von den Allierten zusammen mit Franz Josef Schöningh, August Schwingenstein und dem nachgerückten Werner Friedmann zu Gründern und Lizenznehmern der Süddeutschen Zeitung (SZ) ernannt. An die "Münchner Neueste Nachrichten" erinnert die Süddeutsche Zeitung bis heute mit dem Untertitel in ihren Kopfzeilen. Am 6. Oktober 1945 erschien sie zum Preis von 20 Pfennig zum ersten Mal. Der Einzelverkaufspreis beträgt heute 2,90 € (Stand: Oktober 2018).

Schöningh war unter dem Generalgouverneur von Polen, Hans Frank (NSDAP, 1900-1946), als stellvertretender Kreishauptmann von Tarnopol (Ukraine) Funktionär der Zivilverwaltung und wusste um die Judendeportationen. Sein Amt leistete logistische Hilfe und war damit Teil der Vernichtungsmaschinerie. Schöningh tat später alles, um dies zu verschleiern.

Der zeitweilige Leiter des Ressorts Innenpolitik, Hans Schuster (1915-2002), hatte sich in seiner 1939 gedruckten Dissertation "Die Judenfrage in Rumänien" zwar um einen sachlichen Ton bemüht, doch hatte auch er den nationalsozialistischen Rassenantisemitismus als vorbildlich hingestellt. Auch der erste Feuilletonchef der SZ, Alfons Dahlmann (gest. 1950), hatte sich in der NS-Zeit als Mitarbeiter der "Münchner Neuesten Nachrichten" angepasst. Hans Mollier (1895-1971), regelmäßiger Mitarbeiter des Feuilletons, war der NSDAP 1934 beigetreten und hatte 1939 den Rang eines SA-Sturmbannführers erhalten.

Politisches Ungemach drohte 1957 der Kulturredaktion, als das Buch "Das verlorene Gewissen" von Kurt Ziesel (1911-2001) herauskam. Ziesel, während der NS-Zeit Journalist und selbst ein überzeugter Nationalsozialist, griff Mitläufer an, die später so taten, als seien sie immer NS-Gegner gewesen. Betroffen waren Wilhelm Emanuel Süskind (1901-1970), Hans Joachim Sperr (1915-1963), Gunter Groll (1914-1982), Hanns Braun (1893-1966), Fritz Nemitz (1892-1969), Karl Heinz Ruppel (1900-1980) und Karl Ude (1906-1997). Da die Kritik aus der braunen Ecke kam, überstand die Redaktion die Angriffe jedoch scheinbar unbeschadet.


1967 wurde das neue Gebäude, das Schwarzes Haus am Färbergraben fertiggestellt. 1987 wurde die Druckerei nach Zamdorf verlegt und 2004 das gesamte Areal in der Innenstadt verkauft. Der Umzug in die neue Hauptverwaltung des Süddeutschen Verlages nach Zamdorf in die Hultschiner Straße erfolgte 2008. Im ehemaligen Verlagsgebäude in der Sendlinger Straße befindet sich ein Paternosteraufzug. Seit 2013 befindet sich hier nach einem längeren Umbau die Einkaufspassage "Hofstatt".

Erst Ende der 1990er Jahre erhöhte man die Anzahl der Bilder. Auch Farbe kam in die Süddeutsche Zeitung erst sehr spät hinein. Vielleicht waren die Redakteure der Süddeutschen lange der Meinung, viele Bilder und erst recht Farbe sei nur etwas für Boulevardzeitungen, eine Ablenkung und der Qualtät abträglich.

1995 ging die Zeitung mit einem Teil Ihres Angebots unter "sueddeutsche.de" online. Zunächst waren dort nur wenige Artikel zu lesen. In den darauf folgenden Jahren wurde aber die Website konsequent zu einem Internet-Nachrichtenportal ausgebaut. Seit 2001 ist dort auch die digitale Printausgabe der SZ käuflich erhältlich und kann dann auf dem Computer oder dem Smartphone gelesen werden. Einzeln oder in verschiedenen Abo-Varianten.

Seit 2014 hat die Samstagsausgabe den Titel Süddeutsche Zeitung am Wochenende. Sie soll am Wochenende mit diversen Beilagen als eine Wochenzeitung verstanden werden. Denn auch die Süddeutsche Zeitung hat im Internetzeitalter Leser verloren, somit möchte man "Nerds" wenigstens am Wochenende wieder auf eine "gedruckte Zeitung aus Papier" neugierig machen und damit natürlich auch die Auflage wieder etwas steigern.

Seit 2014 hat die Süddeutsche Zeitung mit den ARD-Landesrundfunkanstalten NDR (Norddeutscher Rundfunk) und WDR (Westdeutscher Rundfunk) einen Rechercheverbund.

Leitungsstrukturen

Seit 2008 gehört der Süddeutsche Verlag mehrheitlich der Südwestdeutschen Medien HoldingW.

Adresse

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Süddeutsche Zeitung
Hultschiner Straße 8
D-81677 München
☎ : 089 / 21 83 0
@ : wir@sueddeutsche.de

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Medien

Bücher

  • Knud von Harbou: Als Deutschland seine Seele retten wollte. (Historiker und ehemaliger leitender Redakteur im Feuilleton der SZ- Redaktion)

Weblinks

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Das Thema "Süddeutsche Zeitung" ist auf Grund der überregionalen Bedeutung des Themas auch bei der deutschsprachigen Wikipedia vertreten — dort:
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