Stadtbezirk 19 Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln

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19 Thalkirchen.jpg

Die Stadtteile Thalkirchen (19.11 – 19.16), Obersendling (16.21 – 19.28), Forstenried (19.31 – 19.35), Fürstenried-West (19.41 – 19.44) und Solln (19.51 – 19.59) im Süden Münchens bilden zusammen den Stadtbezirk 19 Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln.
(in Klammern jeweils die Nummerierung der Stadtbezirksviertel)

Daten

  • Einwohner: 91.412
  • Fläche: 1776,3 ha
  • Einwohnerdichte (Einw. je ha): 51
  • PLZ: 81379, 81475, 81476, 81477, 81479

(Stand: 31.12.2014)

U-Bahn-Stationen der München U3.jpg im Stadtteilgebiet

Bezirke, Geographie und Denkmäler

Thalkirchen

Der in der Isarniederung westlich des Flusses gelegene Stadtteil gehört zu den ältesten Siedlungen im Süden der Stadt und hat durch seine Lage an der wieder renaturierten Isar eine bedeutende Erholungs- und Freizeitfunktion für die gesamte Stadt.

In Thalkirchen befindet sich der Ländkanal, der heutige Floßkanal Münchens, auf der anderen Isarseite über eine Brücke gut erreichbar liegt der Tierpark Hellabrunn im Nachbarbezirk 18 Untergiesing-Harlaching und im Nordosten auf der Thalkirchner Flussseite der zu Sendling gehörende Flaucher, ein ausgedehnter Grünzug entlang der Isar mit Wald und Wiesen, Spielplätzen und dem gleichnamigen Biergarten in einem Forsthaus aus dem Jahre 1846.

Ein berühmter Thalkirchner war der Schriftsteller Wilhelm JensenW.

Maria Einsiedel findet sich erstmals 1725 schriftlich genannt. Seinen Namen erhielt dieser Gemeindeteil durch Cosmas Damian Asam in Anlehnung an den gleichnamigen Schweizer Wallfahrtsort Einsiedeln im Kanton Schwyz. Asam kaufte das Anwesen 1724, am 11. Mai 1724 wurde der Eigentumsbrief ausgestellt. Am 25. März 1725 erhielt Egid Quirin Asam die Erlaubnis zur Errichtung einer Kapelle. Am 25. Oktober 1730 informierte er die zuständige geistliche Hoheit in Freising über die Fertigstellung des Gotteshauses, worauf dieses geweiht wurde.

Der Name des Gemeindeteils Hinterbrühl leitet sich ab von der Bezeichnung des dortigen Hinterbrühler Sees. Dieser hieß Brühl bzw. Priel, was auf eine mit Buschwerk bewachsene Wiese hinweist. Am 29. November 1906 genehmigte das Ministerium des Inneren mit Wirkung zum 1. Januar 1907 den Ortsnamen.

Obersendling

Obersendling liegt geographisch gesehen am südlichen Münchner Stadtrand, westlich der Isar. Der Stadtteil reicht von der Isarhangkante (Thalkirchen) im Osten bis zum Südpark im Westen (Forstenried). Die nördliche Grenze verläuft zum Stadtbezirk Sendling-Westpark. Im Süden grenzt der Stadtteil an Solln.[1]

Ursprünglich gehörte der Stadtteil zu Thalkirchen und wurde 1. Januar 1900 nach München eingemeindet.

Städtebaulich betrachtet handelt sich es bei diesem Stadtteil um ein Mischgebiet. Der Wohnungsbestand, der auch ältere Wohnquartiere aufweist, ist in ein Industrie- und Gewerbegebiet eingebettet.

Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte Obersendling eine schnelle wirtschaftliche Entwicklung. Wesentlicher Auslöser war hier die Standortkonzentration der Firma Siemens rund um die Hofmannstraße. Dort befand sich bereits seit 1927 ein Zweigwerk. Als das Unternehmen nach dem Zweiten Weltkrieg seinen Sitz von Berlin nach München verlegte, wurde die Hofmannstraße der zentrale Standort. Mit dem Siemens-Hochhaus wurde von 1961 bis 1963 ein repräsentatives Verwaltungsgebäude errichtet, um den Solitär gruppierten sich Fertigungs- und Vertriebsbauten.

Die Siemens AG gab den Standort Hofmannstraße um die Jahrtausendwende auf und verkaufte das Gelände. Im Rahmen des Projektes Isar Süd sollte ab 2005 eine grundlegende Neugestaltung des gesamten Siemens-Areals durchgeführt werden. Ziel des Projektes war es unter anderem, den früher abgeschlossenen Siemens-Standort zu öffnen und durch ein integriertes Konzept von Wohnen mit Arbeiten zu ersetzen.

Auf Grund des BürgerentscheidesInitiative-Unser-München“ im Jahr 2004 musste die Planung überarbeitet und auf Hochhäuser über 99 m Höhe verzichtet werden. Der neue Bebauungsplan für das ehemalige Siemensgelände wurde 2010 beschlossen. Das neue Stadtquartier mit rund 2000 Einwohnern und 1000 Arbeitsplätzen um eine zentrale Parkanlage soll bis 2017 errichtet werden.

Ebenfalls in Obersendling, nordwestlich des Werksgeländes liegt die Siemens-Siedlung an der Boschetsrieder Straße. Erwähnenswert sind die sind die beiden Siemens-Stern-Hochhäuser, die ersten Hochhäuser ihrer Art, die nach dem Krieg in München gebaut wurden.

Forstenried

Der Stadtteil mit noch relativ gut erhaltenem alten Dorfkern besteht überwiegend aus Wohngebieten. Er wurde erstmals im Jahr 1166 als Uorstersriet erwähnt, der Name setzt sich zusammen aus den Wörtern Uorst für Forst, Wald und Ried für Rodung. Der alte Ortskern lag um die Pfarrkirche Heilig Kreuz (heute Forstenrieder Allee 180 a). Forstenried wurde am 1. Januar 1912 nach München eingemeindet.

Zwischen 1959 und 1971 wurden auf der Gemarkung Forstenried drei Großwohnanlagen errichtet. Mit Neu-Forstenried (ehem. Fürstenried-III, Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln), Fürstenried Ost und Fürstenried West sowie mit der östlich davon auf Sollner Flur gebauten Parkstadt Solln entstanden über 12.500 Wohnungen für mehr als 25.000 Bewohner.

Fürstenried, das seit 1818 zusammen mit Forstenried, Ober- und Unterdilljäger und Maxhof die Gemeinde Forstenried bildete, wurde erstmals 1716 urkundlich erwähnt. Der Name nimmt Bezug auf den Kurfürsten Max Emanuel, der sich hier zwischen 1715 und 1717 das gleichnamige Schloss Fürstenried bauen ließ.

Der Gemeindeteil Maxhof entstand aus einem von Max Emanuel 1717 auf einer Viehweide, dem Blumbesuch, errichteten Fasanenhaus. Das Ende des 18. Jahrhunderts verfallene Haus erwarb 1797 der Parkmeister Max Anton Jägerhuber mit dem zugehörigen Gelände, er ließ das Gebäude abbrechen und einen Park anlegen, den er 1804 nach seinem Vornamen Maxhof nannte. Bereits 1809 findet sich dieser Name dann auf einer Stadtkarte. Nach häufig wechselnden Besitzverhältnissen im 19. Jahrhundert kaufte 1916 die Gartenstadt Forstenried GmbH das Gelände und bebaute es.

Der Gemeindeteil Unterdill, dessen Namensteil Dill für die Umzäunung eine Forstes steht, entstand aus dem um 1720 erbauten Dillwärterhaus. Um 1834 kam noch das Forsthaus Jäger am Thüll hinzu und 1850 zählte der Weiler vier Häuser.

Seit 1907 entstand um das Gasthaus Zum Kreuzhof noch ein weiterer Gemeindeteil: Kreuzhof. Das Gasthaus war 1875 erbaut worden und wurde 1963 beim Bau der Kreuzung Kreuzhof abgerissen.

In der Forstenrieder Allee 61 befindet sich die Außenstelle „Fürstenried-Ost“ der Münchner Volkshochschule.

Solln

Solln ist der südlichste Stadtteil von München. Mit seinem Gartenstadtcharakter und alten Villen zählt es zu den teuersten Wohngegenden der Stadt. Erstmals schriftlich erwähnt wurde Solln gegen Ende des 11. Jahrhunderts Alten Sollner Kirche St. Johann Baptist (heute Herterichstraße 54) nach Süden bis zum heutigen Wilhelm-Leibl-Platz. Hier stand die Alte Post, die Tafern-Wirtschaft und Posthalterei an der Straße nach Pullach. Außer der Alten Sollner Kirche gibt es noch drei weitere katholische (die Pfarrkirche St. Johann Baptist am Fellererplatz, die Pfarrkirche St. Ansgar sowie Klein-Schönstatt in der Parkstadt Solln) und zwei evangelische Kirchen (die Apostelkirche in Alt-Solln und die Petruskirche in der Parkstadt).

Einer der berühmtesten Sollner der Neuzeit ist der noch vor der Eingemeindung geborene Chemie-Nobelpreisträger Ernst Otto Fischer. Im Alten Sollner Friedhof fand er auch seine letzte Ruhe. In Solln wurde 1915 der Schauspieler Curd Jürgens geboren (gestorben 1982). Auf dem Waldfriedhof Solln wurde Vera Brühne (1910–2001) begraben, die nach einem bis heute in der Öffentlichkeit viel umstrittenen Prozess des Mordes für schuldig befunden wurde.

In der Pössenbacherstraße und dann ab 1986 in der Heilmannstraße war im Zeitraum von 1975 bis 1991 der Verlag Dokumentation Saur o.H.G, der spätere K. G. Saur Verlag, ansässig.

Westlich an den Kern von Alt-Solln schließt sich die in den 1960er und 1970er Jahren in mehreren unabhängigen Abschnitten entstandene Hochhaus-Siedlung Parkstadt Solln an.

Der Gemeindeteil Warnberg am südlichen Ende von Solln wurde erstmals 1185 unter dem Namen Warnberch erwähnt, was soviel wie Berg des Warin heißt. Dies wiederum bedeutet im heutigen hochdeutsch Wächter, was vermuten lässt, dass hier um 1200 ein Spähberg zur Absicherung der Isarstraßen war. Der Ortsteil wurde 1818 Solln zugehörig. Am 1. Dezember 1938 wurden die damalige Gemeinde Solln und auch das Kloster Warnberg in die Stadt München eingemeindet. Die Balde-Höhe, der ehemalige Burgstall von Warnberg, ist mit 579 m ü.NN der höchste Punkt Münchens.

Die Prinz-Ludwigs-Höhe wurde erstmals 1895 als Ludwigshöhe bzw. als Prinz-Ludwigshöhe erwähnt. Namenspate der im selben Jahr von Jakob Heilmann erbauten Villenkolonie ist Ludwig III. Der ersten Nennung als Ortsname geht bereits am 4. März 1893 eine Haltestelle der Isartalbahn mit dem Namen Prinz Ludwigshöhe voraus, die nach der nahe gelegenen Waldrestauration Prinz Ludwigshöhe benannt wurde. Wegen der hohen Grundstückspreise im Stadtteil verliert Solln zunehmend seinen Villencharakter. Im Zuge der Nachverdichtung entstehen vermehrt an Stelle der alten Herrschaftshäuser dicht bebaute Eigentumswohnanlagen im oberen Preissegment.

Mit dem TSV Solln (gegründet 1931) besitzt Solln einen Sportverein mit dem Schwerpunkt auf Fußball. Die Vereinsfarben sind schwarz-weiß.

Im September 2009 kam es an der S-Bahn-Station Solln zu einem Vorfall, bei dem der Manager Dominik Brunner ums Leben kam, der sich zuvor schützend vor vier Kinder gestellt hatte. Zwei Jugendliche, 17 und 18 Jahre alt, hatten in der S-Bahn vier Kinder im Alter von 13 bis 15 Jahren angepöbelt und mit Schlägen bedroht, um 15 Euro von ihnen zu erpressen. Brunner, der auf Grund seiner Intervention schließlich selbst zum Opfer wurde, wurde postum für Zivilcourage geehrt.

Sozialstrukturen

Die Arbeitsplätze im Stadtbezirk konzentrieren sich zum Großteil im Industrie- und Gewerbestandort Obersendling.

Weblinks


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(Version mit Stand vom 14.11.2011)


Stadtbezirke Lage in München.png
Münchner Stadtbezirke

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