Münchner Gedenktafeln
In München, und da ganz besonders in der Altstadt findet sich so manche interessante Gedenktafel. Um ihnen die Suche zu erleichtern, werden wir versuchen, hier alle bekannten und unbekannten Tafeln, Stück für Stück, aufzuweisen.
Ein bekannter Münchner Bürger, der Autor August Alckens hat für die Nachwelt eine einmalige Sammlung aller nur erdenklichen Inschriften und Tafeln in einem Buch zusammengefasst.
Dieses, und andere Quellen werden uns als Hilfsmittel dienen.
A
- Am Einlaß. Platte aus Naturstein.
- Alter Hof. Neben dem Durchgang an der Südseite.
Diese Tafel kennt der Neuste Wegweiser durch München, im Jahre 1866 auch schon.
Die Inschrift besagt;
Dieses Gebäude - der alte Hof genannt - wurde erbaut - im Jahre 1253 - von Ludwig dem Strengen - und war auch die Residenz Kaiser Ludwigs IV.
B
- Blumenstraße Am Gebäude des Marionettentheaters finden wir diese Tafel zum Andenken an Josef Schmid.
- Bruggspergerstraße 41/45 (2008) Gedenktafel für Thomas Wimmer an seinem ehemaligen Wohnhaus.
- Burgstraße Hausnummer 6 - Komponist, Wolfgang Amadeus Mozart.
Durch die Zerstörung des Hauses ging auch die Gedenktafel verloren. Unsere Ansicht zeigt eine neu gestaltete Tafel, die an der Fassade des neu errichteten Hauses angebracht wurde.
- Burgstraße 6, zum Gedenken an Wigulaeus Kreittmayr.
- Burgstraße Hausnummer 8 - Hofbaumeister Cuvilliés.
Inschrift:
- Franz von Cuvilliés, der Ältere, Churf. Hofkammerrat u. Oberbaudirektor, der Schöpfer des kgl. Residenzthaeters, der Reichen Zimmer in der Residenz, der Amalienburg zu Nymphenburg, der Fassade der Theatinerkirche und anderer Baulichkeiten Altmünchens, starb in diesem Haus am 14. April 1768. A.D. 1908
C...
- Corneliusbrücke: Die etwas versteckt angebrachte Tafel berichtet über Entstehungszeit und das zuvor hier errichtete Muffatwehr.
- Inschrift: Mit der Erbauung dieser Brücke in den Jahren 1901--03 wurde das in den Jahren 1864--66 von der Stadtgemeinde durch Stadtbaurat Muffat errichtete Wehr genannt Muffatwehr beseitigt.
G
- An der St. Nikolai Kirche am Gasteigberg in Haidhausen findet sich diese aus rötlchen Marmor gefertigte Tafel.
- Abbi: xxx
- Text: xxx
H...
- Hefner-Alteneck-Straße: Tafel für Friedrich von Hefner-Alteneck. Unter seiner Regie wurde erstmals die große Brückenbaustelle entlang der Isar mit Licht aus elektrischem Strom ausgeleuchtet.
Die Inschrift der Tafel wie folgt;
DER MUENZHOF IST DER ERSTE WICHTIGE, NOCH ERHALTENE PROFANBAU DER RENAISSANCE IN MUENCHEN.
HERZOG ALBRECHT V. LIESS DA DER MARSTALL IM ALTEN HOF NICHT MEHR AUSREICHTE,
VON 1563-67 EINE NEUE UNTER-KUNFT FUER DIE HERZOGLICHE STALLUNG DURCH SEINEN
HOFBAUMEISTER WILHELM EGKL ERBAUEN. BALD, 1581, WURDE ANSTELLE DER FUER HOFBEAMTE
VORGESEHENEN WOHNUNGEN OBERHALB DER STALLUNGEN DIE KUNSTKAMMER ALBRECHT V. UNTERGEBRACHT.
DIE AUSSCHMUECKUNG DIESER RAEUME ERFOLGTE VON 1571-78. DAMIT ENTSTAND DAS ERSTE MUSEUM
AUF BAYERISCHEM BODEN. IM JAHRE 1809 ZOG DIE STAATLICHE MUENZE IN DAS GEBAEUDE EIN UND
ERHIELT DIE GEGENWAERTIGE WESTFASSADE IM KLASSIZISTISCHEN STIL VON ANDREAS GAERTNER DEM
VATER DES BERUEMTEN FRIEDRICH GAERTNER. 1860 WURDE DAS BAUWERK VON FRIEDRICH BUERKLEIN
DURCH EINEN SPITZBOGEN ARKADENGANG ZUR MAXIMILIANSTRASSE ANGESCHLOSSEN. 1944/45 WEITGEHEND
ZERSTOERT, BAUTE VON 1950 - 1962 DER BAYERISCHE STAAT DEN MUENZHOF IN SEINER URSPRUENGLICHEN
FORM WIEDER AUF.
L
- Liebherrstraße Ecke Thierschstraße. Hier stand ehdem die Walser-Hackl-Mühle.
- Lindwurmstraße. Schmied-von-Kochel-Brunnen. Tafel an der Böschungsmauer, rechte Seite.
M
- Mariannenplatz Im Haupteingang der Lukaskirche finden sich zwei Tafeln. Eine zum Gedenken an die Grundsteinlegung.
- Marienklause Unweit der Isar an der Marienklausenbrücke findet sich am Eingang zum Jakobsbrunn diese Gedenktafel.
Links der derzeitige Zustand. Rechts die im Jahre 1903 erneuerte Tafel (Zust. 1912).
- Maximiliansbrücke: An der Rückseite der Brunnenanlage findet man etwa 3 Meter über dem Boden eine in zwei Teilen ausgeführte Gedenktafel. Auf dieser ist zu lesen:
- Zur Erinnerung an Dr. A.von Erhardt. Ersten Buergermeister der Stadt Muenchen 1870-1888. In Dankbarkeit und Verehrung von Mitbuergern und Freunden errichtet im Jahre 1893.
- Maximilianstraße 24: Hoch über der Fassade, im 2. Stock, ist diese Tafel in Gedenken an den Komponisten Franz Lachner angebracht.
Der Text auf der Natursteinplatte;
In diesem Hause starb - am 20. Januar 1890 - der Meister der Tonkunst - Dr. Franz Lachner, - Ehrenbürger Münchens.
N
- Am Nikolaiplatz in Schwabing findet sich an der Hausfassade der Nikolaistraße 4 eine Tafel zur Erinnerung an die Nicolaikirche die dort einmal stand.
O
- ehemaliges olympisches Dorf, Connollystraße 31, Link auf die Gedenktafel an die elf 1972 ermordeten israelischen Sportler, die hier überfallen worden sind.
P...
- Prälat-Miller-Weg: Direkt im Anbau an die Heilig-Geist-Kirche finden wir diese Tafel.
- Promenadeplatz: 15. Am sogenannten Ostermeier-Haus finden wir diese Gedenktafel.
Die Inschrift liest sich wie folgt:
- Dieses Haus, von dem Churfürstlichen Futtermeister - Georg Heigelmann 1676 aus zwei - Häusern zusammengebaut und im - Jahre 1722 an den churfürstl. - Leibmedicus Dr. Joseph Rau verkauft - war von 1726 bis 1768 Eigentum - des - churfürst. Hofbaumeisters und - wirklichen Hofkammerraths - Johann Gunezrhainer, - des Erbauers der Kirche und des - Klosters der Salesianerinnen, - der jetzigen Damenstiftskirche. - Ren.AO.DNI. 1891 - von - August Ostermaier.
Darunter einer kleine Platte; Zerstört im April 1944 - wieder errichtet 1960 - durch die - Deutsche Bank
Siehe auch: Ignaz Anton Gunetzrhainer
R
- Residenz: Unter der Bogenhalle zwischen dem Kapellen- und Brunnenhof findet sich diese Tafel zu Ehren von Herzog Christoph (... des Kämpfers; 1449 – 1493).
Diese Tafel wird bereits in; Triumphirendes Wunder-Gebäude der Chur-Fürstlichen Residenz zu München von 1719 beschrieben, und diese steht in Zusammenhang mit dem Herzog Christoph-Stein, der ehedem direkt unter der Steinplatte auf dem Boden, mit einer Kette gesichert, lag. Links neben der Inschrifttafel sind desweiteren 3 Nägel in die Wand eingeschlagen. Die Inschrift auf dieser Tafel ist etwas ganz Besonderes. In Form eines Reimes erzählt es die Geschichte vom Stein und dem Herzog.
Der Spruch liest sich wie folgt:
Als nach Christi geburt gezehlt war
Vierzechenhundert Neunzig Jar,
Hat Herzog Christoph hochgeboren
Ein Held auß Bayern außerkoren,
Den Stein gehebt von freyer Erdt.
Und weit geworffen ohn geferdt,
Wigt dreyhundert vier und sechzig Pfunt,
Des gibt der Stein und schrift Urkunt.
Drey Nägel stecken hie vor Augen
Die mag ain jeder Springer schauen,
Der höchste Zwelf schuech von der Erdt
Den Herzog Christph Eherenwerdt,
Mit seinem fueß herab thet schlagen
Kunrath luef biß zum ander' Nagel,
Wol vö' der Erdt Zechéthalb schuech
Neunthalben Philip Springer luef,
Zum dritten Nagel an der Wandt
Wer höher springt, wirt auch bekandt.
S...
- Steinsdorfstraße 14: Hier stand ehedem das Gasthaus Zum Grünen Baum.
Die Inschrift lautet wie folgt;
Hier stand am Isarufer
bis zum Jahre 1886 die weit-
hin bekannte Flößerwirtschaft
Zum Grünen Baum
besucht von den Königen
Ludwig I. u. Maximilian II.
u. Stamlokal Münchner Künstler.
W...
- Wagner, Richard: Gedenktafel, Brienner Straße 37
- Wehrsteg: An der Wand des Maschinenhauses, im Durchgang von Kabelsteg und Mariannenbrücke.
Der Text auf der Tafel lautet;
- Durch die Einverleibung von Thalkirchen, Bogenhausen, Schwabing
- und Oberföhrung in die Stadtgemeinde München und durch die
- Korrektion des Isarflusses sind folgende Veränderungen eingetreten;
- Den Burgfrieden von München durchfließt die Isar von
- Großhesselohe bis St.Emmeran in nordöstlihcer Richtung in einer
- Länge von 13700 Meter bei 35,50 Meter absolutem Gefälle.
- Ihre Wassermenge wechselt zwischen 50 und 1300 Sekunden-Kubikmeter.
- Westenriederstraße 21, Gedenktafel am Geburtshaus Westenrieders.
Am 1. August 1848, dem Geburtstag Lorenz Westenrieders, wurde eine aus Naturstein gefertigte Gedenktafel erstmals feierlich enthüllt.
Im Jahresbericht des Historischen Vereins von Oberbayern 1848 ist zu lesen; Es verließ wohl keiner der Anwesenden den Sitzungssaal ohne das Gefühl, eine erhebende vaterländisch-schöne Stunde verlebt zu haben. Alle stimmten in dem Wunsche überein, daß der Gedenktafel, welche an dem Tage der Versammlung an dem angeblichen Geburtshause von Westenrieder errichtet worden ist, recht bald ein größeres Monument für denselben nachfolgen möge.
Z...
- Zeppelinstraße 41 in der Au (um 1906 oder 1907 wird die eine Hälfte der Entenbachstraße, ab der Ohlmüllerstraße zur Zeppelinstraße umbenannt): An der Fassade des Geburtshauses Karl Valentin.
- Zwingerstraße: An der Fassade des Gebäudes der Handelsschule erblicken wir diese schöne Tafel.
Der Text;
HIER STAND EIN TURM DER ZWEITEN STADTUMWALLUNG
NACH SEINEM ABBRUCH WURDE DIESE GEWERBESCHULE ERBAUT
VON DER STADTGEMEINDE MUENCHEN IN DEN JAHREN 1900-1901.
- Siehe auch: Münchner Stadtbefestigung
Quelle
- August Alckens: Die Gedenktafeln der Stadt München. 1935.
- August Alckens: München in Erz und Stein. 1973.