Bayerische Staatsbibliothek

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Bayerische Staatsbibliothek

Die Bayerische Staatsbibliothek oder Bayerische Landesbibliothek (kurz BSB) in der Ludwigstraße ist die zentrale Landesbibliothek des Freistaates Bayern und eine der bedeutendsten europäischen Universalbibliotheken. Sie hat einen Buchbestand von ca. 9,53 Millionen Bänden.

Darüber hinaus verfügt sie in ihrem Altbestand über eine der wichtigsten Handschriftensammlungen der Welt, die umfangreichste Sammlung von InkunabelnW in Deutschland sowie zahlreiche weitere bedeutende Sondersammlungen, die Bibliotheken von Johann Albrecht Widmanstetter, Johann Jakob Fugger und in diese bereits integriert die Sammlung von Hartmann Schedel. Umfassend analysiert ist auch das Säkularisationsgeschehen. Seit 1663 nutzt die Staatsbibliothek zur Erweiterung des Bestands zur Sammlung ein Pflichtexemplarrecht gegenüber Verlagen.

Geschichte

Einige Daten aus der Bibliotheksgeschichte:

  • 1558: Herzog Albrecht V. gründet die Hofbibliothek durch den Ankauf der Privatbibliothek des österreichischen Kanzlers und Orientalisten Johann Albrecht Widmannstetter.
  • 1571: Die Bibliothek Johann Jakob Fuggers wird für die Hofbibliothek erworben.
  • 1663: Das bayerische Pflichtablieferungsgesetz tritt in Kraft.
  • 1803–1804: Die kurpfälzische Hofbibliothek von Kurfürsten Karl Theodor mit 100.000 Bänden wird von Mannheim nach München überführt.
  • 1939–1945: Im Zweiten Weltkrieg wird das Gebäude zu 85 Prozent zerstört, ein Viertel des Bestandes wird vernichtet. Es folgte der Wiederaufbau.
  • 1972: Beginn der elektronischen Katalogisierung
  • 1994–2004: Sanierung des Gebäudes und der technischen Anlagen für 40 Millionen Euro.
  • 2005: Abschluss der Konversion der konventionellen Kataloge. Der Nachweis des gesamten Druckschriftenbestands ist damit weltweit verfügbar. Der zweite Bauabschnitt der Speicherbibliothek Garching geht in Betrieb und bietet nun Raum für circa 6 Millionen Bücher.
  • 2007: Public-Private-Partnership mit der Fa. Google zur Digitalisierung des urheberrechtsfreien Bestandes der Bibliothek
  • 2008: Die Staatsbibliothek feiert ihr 450-jähriges Bestehen.

Buchbeispiele

Gebäude

Die Bibliothek war nach ihrer Gründung zunächst im Kanzleigewölbe des Alten Hofes untergebracht. 1783 siedelte sie in das ehemalige Kollegiengebäude der Jesuiten neben der Michaelskirche über. Einer der ersten Baupläne König Ludwigs I. galt einem repräsentativen Gebäude für seine Hof- und Staatsbibliothek. Als Bauplatz war zunächst das Areal gegenüber der Glyptothek am Königsplatz vorgesehen; erst später kam die Lücke zwischen Kriegsministerium und Ludwigskirche an der damals entstehenden Ludwigstraße ins Gespräch. Die Planung wurde dem Architekten Friedrich von Gärtner übertragen und von 1832 bis 1843 verwirklicht.

An der Freitreppe thronen vier überlebensgroße, von Ludwig von Schwanthaler entworfene Steinfiguren – von den Münchnern liebevoll als "Die vier Heiligen Drei Könige" betitelt. Es sind dies Thukydides (Begründer der wissenschaftlichen Geschichtsschreibung), Homer (Dichter der Ilias und Odyssee), Aristoteles (Philosoph) und Hippokrates (berühmtester Arzt der Antike). Die ursprünglichen Figuren wurden im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt und stehen heute in Bernau am Chiemsee. Die Herren, die heute vor der Bibliothek sitzen, sind Nachschöpfungen aus den 1960er Jahren. 1966 wurden der Erweiterungsbau, entworfen von der Architektengemeinschaft Hans Döllgast, Sep Ruf und Helmut Kirsten, und der Ostflügel fertiggestellt.

Adresse

Adr.png

Bayerische Staatsbibliothek
Ludwigstraße 16
D-80539 München
☎ : 089 / 28 63 80

U3/U6, Haltestelle Universität

Siehe auch

Weblinks

Wikipedia.png
Das Thema "Bayerische Staatsbibliothek" ist auf Grund der überregionalen Bedeutung des Themas auch bei der deutschsprachigen Wikipedia vertreten — dort:
erreichbar über diesen Link: Bayerische Staatsbibliothek.