Zweibrückenstraße

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Die Zweibrückenstraße in der Isarvorstadt führt vom Isartorplatz in der Altstadt nach Südosten zur Ludwigsbrücke.

Sie wurde bereits vor 1812 (aber nicht vor 1806) nach den zwei ältesten Brücken, der Inneren und Äußeren Ludwigsbrücke, zu denen sie führt, und nach dem Herzogtum Pfalz-ZweibrückenW, der Herkunft des ersten bayerischen Königs Max I. (1756–1825), benannt.

Einzelne Gebäude

Zum Postgarten 2014

Haus-Nr. 8

Ehedem war hier das Gasthaus Zum Postgarten. August Alckens kennt das Gebäude und die Kanonenkugel bereits und führt sie in seinem Buch ,Die Gedenktafeln der Stadt München' auf. Er hat dazu folgendes notiert: Text der Tafel: NACH DER BESCHIESSUNG DES ROTEN TORES DURCH MARSCHALL CONDE AM 8 SEPT. D. J. 1796 HIER GEFUNDEN, über der Tafel ist eine Kugel eingemauert. Desweiteren seine Erklärung:

Der dem alten Isartor vorgelagerte 1576 erbaute Wehrbau des Roten Tores hatte bei der Erstürmung durch die oberbayerischen Bauern in der Sendlinger Mordweihnacht 1705 schwer gelitten und war beim Abzug der kaiserlichen Truppen, die während der Erbfolgekrieges 1744 vorübergehend München besetzt hielten, niedergebrannt, dann aber wieder erneuert worden. 1796 war er nicht so sehr der Beschießung der Österreicher und Condéer als dem Brand eines in der Nähe in Flammen aufgegangenen großen Holzlagers zum Opfer gefallen; er wurde im folgenden Jahre niedergelegt.

Im Buch Zu Gast im alten München findet sich eine Beschreibung und zwei Fotoansichten des alten Anwesens Zweibrückenstraße 8. Dort stand ehedem das Gasthaus "Zum Postgarten", dieses wurde auch noch bis 1971 im neuen Gebäude, 1903 erbaut, dort betrieben. Seit mitte der 1970er Jahre befand sich im rechten unteren Ladenbreich ein McDonald's der im Agust 2018 geschlossen wurde.

Die Fassadenmalerei, der Postreiter, wurde, wie in Zauners München in Kunst und Geschichte 1914 berichtet (nach einem Artikel von Alexander Heilmeyer: in Zeitschrift Kunst und Handwerk", Ausgabe 1908/1909) von Gottfried Gottlieb Klemm gezeichnet, daher auch die Signien G.G.K. im unterem Bildbereich, neben dem hinteren Huf.

Im Buch "Münchener Fassaden" (1974) wird das Gebäude als Abschlussbildbericht vorgestellt.

Der Architekt des Gebäudes, ein Hans Hartl, hat sich auch an der Fassade verewigt. Interessant ist, dass das Architekturmuseum der TUM in München einen anderen Architekten gelistet hat und auch ein anderes Baujahr (anstelle 1903 das Jahr 1910) nennt. Ein Herr Oswald Bieber ist hier aufgeführt. Es könnte angenommen werden, dass Hartl damals zum Architekturbüro von Bieber gehört haben mag, da sich noch weitere Gemeinsamkeiten finden.

Lehmbruch hat die Situation im Buch "Ein Neues München, Städteplanung und Stadtentwicklung um 1800, Forschung und Dokumentation", genauestens beschrieben, im Bericht ab S. 97, Städtebauliche Entwicklung am Isartor und der Verbindung bis zur Isar. Dort ist auch der Rote Turm mit Abbildung; so zeigt sich, dass das Bauwerk unmittelbar an der damaligen Isarbrücke stand, also ca. 200 m bis 300 m entfernt zur Kanonenkugelfundstelle.

Im Buch Stadt im Überblick (S. 162-163) bzw. Neuauflage, München im Überblick (S. 164-165) Fotoansicht aus dem Jahr um 1898, mit Blick auf die Museumsinsel und die Zweibrückenstraße bis hinein zur Thierschstraße. Auf dem Foto ist noch der alte Postgarten zu erkennen, ein nur ein Stockwerk hohes, langgezogenes Gebäude zwischen den bereits links und rechts eingefügten Neubauten.

Und abschließend finden wir in Denkmäler in Bayern - Landeshauptstadt München / Südwest, Zweibrückenstraße 8 weitere Erklärungen zum Gebäude und zu den bis in die Neuzeit durchgeführten Veränderungen am Gebäude. So hatte es den zweiten Weltkrieg so gut wie unbeschadet überstanden.

Haus Zweibrückenstraße 11 an der Ecke zur Liebherrstraße, um 1860. (Fotografie Februar 2011)

Haus-Nr. 11

Dem in den Jahren um 1860 und in den Nachkriegsjahren entstandenen Wohnhaus droht der Abbruch. Wieder steht eine Vernichtung alten Münchner Baubestandes an. Das Gebäude, das sich weit in die Liebherrstraße hinein erstreckt, wurde im Jahr 2011 gegen einen bedrohlich wirkenden Aluminiumsarg "ausgetauscht". Man kann das Vorhaben kaum glauben, wenn man das große Poster vom Entwurf an der Fassade betrachtet. Erschreckend, denn der passt so gar nicht zwischen die Gebäude zur Linken und Rechten. Nach einigen Protesten im Jahre 2011 wird der Bauherr Baywobau nun einen vernünftigeren Rechteckwürfel in die kleine Ecke platzieren. Die Fassade wird durch unterschiedlich gefärbte Fassadenverkleidung einen etwas aufgefrischten Charakter erhalten.

Haus Zweibrückenstraße 19, Aufnahme von 1894

Haus-Nr. 19

Das Haus schließt direkt an die Bebauung Steinsdorfstraße 21 und Zweibrückenstraße an. Das, wie ehedem das Cafe Neptun, durch den Architekten Emanuel Seidl entworfene Haus hat die 1942-1945 Bombenabwürfe überlebt und ist heute mit vereinfachter Fassadenform noch erhalten.

Lage

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