Studentenstadt Freimann

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Mit über 2.500 Studenten aus aller Welt ist die Studentenstadt Freimann eine der größten studentischen Wohnanlagen Deutschlands. Jedes Jahr im Frühling findet dort das Festival StuStaCulum statt.

Man findet hier auch den höchsten Biergarten Münchens auf der Dachterasse des 19. Stockwerks des HSH.

Die in zwei Abschnitten 1961–1968 und 1970–1977 erbaute Studentenstadt Freimann ist mit 2478 Wohnplätzen in 14 Häusern neben dem Olympiadorf („Olydorf“) die zweite große Wohnanlage des Studentenwerks.

Lage

Die Studentenstadt befindet sich im Norden Münchens zwischen der Autobahn A 9 und dem nördlichen Teil des Englischen Gartens im Stadtteil Schwabing-Freimann an der Ecke Ungererstraße/Frankfurter Ring bzw. Föhringer Ring.

In unmittelbarer Nähe befindet sich die Haltestelle Studentenstadt (Münchner U-Bahnlinie 6, Buslinien 50, 177, 181, 231 und 233).

Die Straßen, die durch die Studentenstadt führen, wurden nach Widerstandskämpfern der Weißen Rose benannt:

Geschichte

1958 Entwicklung eines Konzeptes für die Studentenstadt durch Prof. Wiberg, Rektor der Ludwig-Maximilians-Universität.

Gründung des Vereins Studentenstadt München.

Der damalige bayerische Ministerpräsident Dr. Hanns Seidel stellt eine Fläche von 8 ha am Rande des Englischen Garten zur Verfügung.

Nach langwierigen Verhandlungen kommt ein Erbbauvertrag zwischen dem Freistaat Bayern und dem gemeinnützigen Verein Studentenstadt München zustande.

Die Max-Kade-Foundation stellt als finanziellen Startschuss zum Bau der Studentenstadt 1 Million DM zur Verfügung.

Im Rahmen eines Achitekturwettbewerbes erhält Ernst Maria Lang den 1. Preis für seinen Entwurf einer Studentenstadt.

1960 Der Planungsauftrag geht an die Architektengemeinschaft Lang und Pogadl
1961 Baubeginn
1961–1963 1. Bauabschnitt:

Max-Kade-Haus, Egon-Wiberg-Haus, Haus 2, Haus 3, Haus 5

1966–1968 2. Bauabschnitt:

Haus 7, Haus 8

1971–1973 3. Bauabschnitt:

Das ursprüngliche Konzept der Studentenstadt wird überarbeitet. Die Zahl der Wohnplätze wird von 1.500 auf 2.500 erhöht.

Hanns-Seidel-Haus, Erich-Markel-Haus

1974-1975 Haus 11, Haus 12, Haus 13, Haus 14
1975 Einrichtung einer Kinderkrippe
1976-1977 Bau der Hans-Scholl-Halle

Wohnen

Die Studentenstadt besteht im Wesentlichen aus zwei Teilen, die in mehreren Bauabschnitten errichtet wurden: Einerseits existiert die so genannten Altstadt, die aus mehreren zwei- bis dreistöckigen Häusern sowie zwei neunstöckigen Hochhäusern besteht und im ersten Bauabschnitt erbaut wurde. Andererseits gibt es die Neustadt mit 7- bis 21-stöckigen Hochhäusern aus den späteren Baujahren.

Altstadt

Die Altstadt bietet 627 Einzelzimmer mit einer Wohnfläche von 8-20 m² mit Waschbecken. Küche, Dusche, WC sowie ein Aufenthaltsraum werden gemeinsam benutzt.

Um günstig und relativ schnell Wohnraum zu schaffen, wurde hier neben den festen Wohnheimen 2001 auch Containerwohnungen abgestellt[1]. Darüber hinaus 2005[2] eine Versuchsanlage in Zusammenarbeit u.a. mit der Architekturschule München erbaut. Das Ensemble besteht aus sieben micro compact homes, autarken Wohneinheiten auf 6.50m2 Grundfläche (im Außenumfang).

Neustadt

Die vier Häuser der Neustadt sind um das sogenannte Atrium angeordnet und nach den Farben der Fensterrahmen benannt. Es gibt folgende Häuser:

  • Hanns-Seidel-Haus
  • Blaues Haus
  • Oranges Haus
  • Rotes Haus
  • Erich-Markel-Haus

Des weiteren befinden sich hier auch eine Mehrzweckhalle, eine Studentenkneipe, eine Bibliothek und die Hausverwaltung.

Die Neustadt hat 1458 Einzelappartements mit 12 m² Fläche. Alle Appartements haben eine Kochnische, Dusche und WC, sowie 54 Ehepaarwohnungen mit 35-77 m² Wohnfläche, bestehend aus 2 Zimmern, Küche und Dusche/WC.

Kulturelles Leben

Höhepunkt des kulturellen Lebens in der Studentenstadt ist das seit 1989 stattfindende Studenten-Kulturfest StuStaCulum, das Theatergruppen, Musikgruppen und Künstlern jedes Jahr ein größeres Forum bietet.

Studentische Selbstverwaltung

Selbstverwaltung in den Häusern

Um ein angenehmes Wohnen in der StuSta zu ermöglichen, wird die ganze Wohnanlage von den Studenten in Zusammenarbeit mit dem Studentenwerk München selbst verwaltet. So können Gemeinschaftseinrichtungen (Kneipen, Werkräume, Fotolabors, Kopierräume, Gemeinschaftsappartements), Entsorgungsstellen, Selbstversorgung (Getränkeverkauf, Wasch- und Trockenräume) und Freizeitangebote (Kultur- und Tutorprogramme, Ausflüge, Parties, etc.) garantiert werden, die dann ein vielgestaltiges Wohnerlebnis schaffen. Eine handlungsfähige studentische Heimselbstverwaltung verhindert, dass die Studentenstadt zu einer öden Schlafburg verkommt. Schließlich kann man an allen Enden konstruktiv mithelfen, sozial interagieren und dabei Spaß haben! Die Selbstverwaltung ist hierarchisch aufgebaut und geht von den hausinternen Versammlungen der Hausbewohner (Heimrat, Hausvollversammlung) bis zu StuSta-weiten Treffen von Vertretern aller Häuser (Gesamtheimrat).

Haussprecher

Die Haussprecher sind für das institutionelle Gelingen im Haus zuständig, d.h. Kontrolle und Verwaltung der Gemeinschaftseinrichtungen, Hausfinanzen, Instandhaltung, Hausämter-Liste, Kontakt zum Studentenwerk usw. Sie haben immer ein offenes Ohr für allgemeine Anregungen oder Probleme Die Haussprecher werden in kleinen Häusern direkt von den Bewohnern gewählt, in großen Häusern, in denen es aus Platzgründen nicht möglich ist, eine Hausvollversammlung abzuhalten, findet die Wahl durch die Stockwerkssprecher auf einer Sitzung des Heimrates statt. Die Amtszeit beträgt zwei Semester.

Tutoren

Aufgabe der Tutoren ist das kommunikative Gelingen im Haus durch Veranstaltung von Vorführungen, Kursen, kulturellen Programmen, etc. Damit sind sie auch Ansprechpartner bei Problemen persönlicher sowie psychologischer Art und haben Kontakte zur psychosozialen Beratungsstelle des Studentenwerks. Die Wahlmodalitäten sind die gleichen wie für Haussprecher.

Stockwerkssprecher

Die Stockwerkssprecher vertreten die Belange der auf dem jeweiligen Stockwerk wohnenden Hausbewohner im Heimrat sowie die Interessen des Heimrates gegenüber den Stockwerksbewohnern. Dazu zählt insbesondere eine allgemeine Informationspflicht gegenüber den Stockwerksbewohnern.

Gemeinschaftseinrichtungen der Häuser

In Abhängigkeit von den baulichen Gegebenheiten gibt es in jedem der 14 Häuser der Studentenstadt Freimann mehrere der nachfolgend aufgelisteten Gemeinschaftseinrichtungen, alle nicht gewinnorientiert und gemeinnützig. Sie werden von den gewählten Hausbewohnern verwaltet.

  • Wasch- und Trockenräume: In fast allen Häusern gibt es Waschräume, die von den Bewohnern kostendeckend betrieben werden und deswegen einen konkurrenzlos günstigen Preis haben.
  • Bastel- und Werkräume: In fast allen Häusern gibt es einen Werkraum. Die Ausstattung reicht von einfachen Werkzeuglagern bis hin zu vollständig ausgestatteten professionellen Werkstätten.
  • Getränkelager: Jedes größere Haus betreibt im Keller einen Getränkeverkauf. Dort werden Getränke zu günstigen Preisen abgegeben, was insbesondere für Bewohner ohne Auto sehr von Vorteil ist.
  • Kneipen und Diskos: In der Studentenstadt gibt es mehrere Kneipen und Diskos, die ausschließlich den Bewohnern der einzelnen Häuser so wie deren Gästen offenstehen. In den Kneipen wird täglich ein von ehrenamtlichen Mitarbeitern zubereitetes Tagesgericht angeboten. Die Diskotheken öffnen nur am Wochenende
  • Sauna: Ein Haus in der Studentenstadt betreibt eine Sauna, die täglich geöffnet ist. Es gibt dort auch spezielle Abende für weibliche Studierende.

Gesamtheimrat

Der Gesamtheimrat (GHR) ist das höchste Gremium der Heimselbstverwaltung der Studentenstadt Freimann. Während der Vorlesungszeit findet jeden zweiten Montag eine öffentliche Sitzung statt.

Zusammensetzung des Gesamtheimrates

Dem GHR gehören die gewählten Vertreter (GHR-Delegierte, Haussprecher, Tutoren) der einzelnen Häuser, sowie alle durch den GHR selbst gewählten Amtsträger und Ausschussmitglieder an. Jedes Haus hat im GHR in Abhängigkeit von der Bewohnerzahl zwischen einer und fünf Stimmen. Neben den Mitgliedern des GHR sind alle Bewohner der Studentenstadt Freimann, sowie auf Beschluss des GHR eingeladene Gäste zur Teilnahme an den Sitzungen und zum Stellen von Anträgen berechtigt.

Ämter des Gesamtheimrates

  • Organisationstutor: Der Organisationstutor vertritt die Studentenstadt nach außen. Er ist Vorsitzender des GHR und Ansprechpartner für alle Belange der Studentenstadt, sowohl für ihre Bewohner, Vereine und Gemeinschaftseinrichtungen als auch für das Studentenwerk und alle anderen Institutionen. Zu seinen Aufgaben zählen außerdem die Vorbereitung und Einberufung von Sitzungen sowie die Dokumentation der Arbeit des GHR.
  • Sporttutor: Der Sporttutor ist in erster Linie Organisator und Ansprechpartner in Belangen der Hallenbelegung, Halleninstandhaltung und Verbindung zum Sportverein SVSF e.V. Er fungiert als Kontaktperson zwischen Sportverein, GHR, Hausverwaltung und den Sportlern.
  • Kassenwart und Kassenprüfer: Sie verwalten und überprüfen die Kassen des Gesamtheimrates und seiner Gemeinschaftseinrichtungen.
  • Brotladenbetreiber: Jeweils ein Einkäufer und ein Buchhalter organisieren den Betrieb des Brotladens.
  • Verwalter des Musikübungsraumes: Der Übungsraumverwalter erstellt einen Übungsplan und organisiert sowohl Vermietung als auch Schlüsselübergabe. Außerdem führt er ein Kassenbuch und kontrolliert den Raum regelmäßig auf Schäden, grobe Unordnung und Verschmutzung.
  • Spielplatzwart: Der Spielplatzwart übernimmt eine vermittelnde Rolle zwischen dem Studentenwerk und den Eltern in der Stusta. Er inspiziert regelmäßig den Zustand des Spielplatzes der Studentenstadt und beantragt Reparaturen und Neuanschaffungen bei der Hausverwaltung.

Ausschüsse des Gesamtheimrates

  • Informationsausschuss: Aufgaben des Informationsausschuss ist die Verbreitung von aktuellen Veranstaltungsankündigungen und Terminen innerhalb der Studentenstadt unter Verwendung von Schaukästen und dem Intranet. Gemeinsam mit StuStaNet e.V. wird die Internetseite der Studentenstadt gepflegt.
  • Wirtschaftsausschuss: Die Mitglieder des Wirtschaftsausschusses kontrollieren die Finanzen und Inventar des Brotladens im Rahmen einer monatlichen Inventur.
  • Waschausschuss: Der Waschausschuss hat die Aufgabe, Konzepte zu entwickeln, die einen Weiterbetrieb studentischer Waschräume versicherungstechnisch und juristisch absichern. Ziel ist es, zu verhindern, dass weitere Waschräume von privaten Dienstleistern übernommen werden, was zu einer Verdreifachung der Preise führen würde.
  • Schlichtungsausschuss: Der Schlichtungsausschuss vermittelt bei Streitigkeiten innerhalb der Studentenstadt und - nur falls das nicht genügt - versucht durch einen gerechten Schiedsspruch den Frieden zwischen den Bewohnern oder Einrichtungen wieder herzustellen.
  • Umweltausschuss: Der Umweltausschuss dient der Förderung des Umweltbewusstseins unter den Bewohnern der Studentenstadt. Neben Information über Themen wie Energiesparen und Recycling werden Energiesparwettbewerbe zwischen miteinander vergleichbaren Häusern durchgeführt. Außerdem wird ein Projekt zur Verbesserung der Mülltrennung durchgeführt.

Gemeinschaftseinrichtungen des Gesamtheimrates

Der Gesamtheimrat der Studentenstadt Freimann betreibt einige Einrichtungen, die dem Wohle aller Bewohner der Studentenstadt dienen.

  • Die Appartementbörse ist eine vom Studentenwerk München unterstützte Initiative der Heimselbstverwaltung der Studentenstadt Freimann zur Nutzung vorübergehend nicht bewohnter Zimmer. Sie wird von sechs Vermittlern geführt, die vom GHR gewählt werden. Das Büro der Appartementbörse ist werktags für jeweils zwei Stunden besetzt.
  • Im Brotladen können die wichtigsten Grundnahrungsmittel erworben werden. Ausserdem kann man dort auch frühstücken. Er ist eine Gemeinschaftseinrichtung des GHR und steht als solche allen Bewohnern der Studentenstadt und deren Gästen zur Verfügung. Er wird nicht gewinnorientiert, sondern kostendeckend betrieben.
  • Der Musikübungsraum kann von Bewohnern der Studentenstadt Freimann zum Proben mit ihren Bands oder auch alleine gemietet werden.

Vereine in der Studentenstadt

Kulturleben in der Studentenstadt e.V.

Der Verein organisiert das jährlich stattfindende Festival Stustaculum

Sportverein der Studentenstadt Freimann e.V.

Es werden folgenden Sportarten angeboten:

StuStaNet e.V.

Der Computernetzwerkverein betreibt die Datennetze in der Studentenstadt

Bahnhof der U6

Der Bahnhof wurde 1971 in Betrieb genommen und in den Jahren 2005 und 2006 saniert. Dabei wurde der Aufzug nachgerüstet und der Bahnsteig um fünf Zentimeter erhöht und der Bahnhof damit behindertengerecht. Der Bahnhof liegt neben der östlich parallel verlaufenden Ungererstraße. Westlich des Bahnhofs verläuft jenseits eines angrenzenden Park-and-Ride-Parkplatzes die Bundesautobahn 9. An der Haltestelle halten auch Buslinien 50, 177, 181, 231 und 233.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. http://www.sueddeutsche.de/muenchen/540/366358/text/
  2. http://www.sueddeutsche.de/muenchen/554/365373/text/