Ismaning: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Ismaning''' ist eine Gemeinde im Norden von [[München]]. Die ursprünglich landwirtschaftlich geprägte Gemeinde ist seit Mitte der 1990er Jahre als bedeutender Medienstandort bekannt. Seit 1932 ist hier ein [[Rundfunksender Ismaning|Sender]] des [[Bayerischer Rundfunk|Bayerischen Rundfunks]]. Im Süden befindet sich der ''Medienpark'' mit  dem Gong-Verlag und dem privaten Radiosender [[Antenne Bayern]].  
'''Ismaning''' ist eine Gemeinde im Norden von [[München]]. Die ursprünglich landwirtschaftlich geprägte Gemeinde ist seit Mitte der [[1990er]] Jahre als bedeutender Medienstandort bekannt. Seit 1932 ist hier ein [[Rundfunksender Ismaning|Sender]] des [[Bayerischer Rundfunk|Bayerischen Rundfunks]]. Im Süden befindet sich der ''Medienpark'' mit  dem Gong-Verlag und dem privaten Radiosender [[Antenne Bayern]].  


==Geschichte==
==Geschichte==
Die Anfänge des Ortes gehen ins  6. Jahrhundert zurück, in die Zeit der Besiedlung durch die Bajuwaren. Erstmals urkundlich erwähnt wird Ismaning im Jahre [[809]], als der Freisinger Bischof Atto hier einen Rechtsstreit schlichtet.
Die Anfänge des Ortes gehen ins  6. Jahrhundert zurück, in die Zeit der Besiedlung durch die Bajuwaren. Erstmals urkundlich erwähnt wird Ismaning im Jahre [[809]], als der Freisinger Bischof Atto hier einen Rechtsstreit schlichtete.


Die Bindung des Dorfes an [[Freising]] wird in den folgenden Jahrzehnten immer stärker. Schließlich verkauft der Herzog von [[Oberbayern]] und spätere Kaiser [[Ludwig der Bayer]] im Jahre [[1319]] dem Freisinger Hochstift die fünf Ortschaften Ismaning, [[Unterföhring]], [[Oberföhring]], [[Englschalking]] und [[Daglfing]]. Es entsteht die "Grafschaft auf dem Yserrain" als geschlossenes Herrschaftsgebiet der Freisinger Bischöfe. Die Ismaninger sind von nun an Untertanen Freisings.
Die Bindung des Dorfes an [[Freising]] wurde in den folgenden Jahrzehnten immer stärker. Schließlich verkaufte der Herzog von [[Oberbayern]] und spätere Kaiser [[Ludwig der Bayer]] im Jahre [[1319]] dem Freisinger Hochstift die fünf Ortschaften Ismaning, [[Unterföhring]], [[Oberföhring]], [[Englschalking]] und [[Daglfing]]. Es entstand die "Grafschaft auf dem Yserrain" als geschlossenes Herrschaftsgebiet der Freisinger Bischöfe. Die Ismaninger waren von nun an Untertanen Freisings.


Ab [[1530]] findet sich in der Nähe der Ismaninger Johanniskirche neben dem Seebach die erste fürstliche Behausung: Bischof Philipp hat von den Haushaimern, einem Freisinger Domherrengeschlecht, deren Ismaninger Landsitz übernommen und ihn zu einem Renaissanceschloss mit vier Türmen ausgebaut.
Ab [[1530]] war in der Nähe der Ismaninger Johanniskirche neben dem Seebach die erste fürstliche Behausung: Bischof Philipp hatte von den Haushaimern, einem Freisinger Domherrengeschlecht, deren Ismaninger Landsitz übernommen und ihn zu einem Renaissanceschloss mit vier Türmen ausgebaut.


In der Zeit des 30jährigen Krieges fielen schwedische Truppen plündernd und brandschatzend ins Dorf ein. Der [[Pest]] fiel fast die Hälfte der Bewohner zum Opfer.
In der Zeit des [[Dreißigjähriger Krieg|30jährigen Krieges]] fielen schwedische Truppen plündernd und brandschatzend ins Dorf ein. Der [[Pest]] fiel fast die Hälfte der Bewohner zum Opfer.


Der Höhepunkt höfischen Lebens entfaltet sich unter dem Nachfolger, Fürstbischof Johann Theodor, für den [[François de Cuvilliés|Cuvilliés]] den Pavillon im Park erbaut und [[Ignaz Günther]] seine berühmten [[Rokoko]]figuren schafft. [[1802]]/03 beendet die [[Säkularisation]] die fast 500jährige Ära der Freisinger Fürstbischöfe. Die Bauern werden unabhängig und lernen, ihr Dorf unter einem Bürgermeister selbst zu verwalten.
Der Höhepunkt höfischen Lebens entfaltete sich unter dem Nachfolger, Fürstbischof Johann Theodor, für den [[François de Cuvilliés|Cuvilliés]] den Pavillon im Park erbaute und [[Ignaz Günther]] seine berühmten [[Rokoko]]figuren schuf. [[1802]]/03 beendete die [[Säkularisation]] die fast 500jährige Ära der Freisinger Fürstbischöfe. Die Bauern wurden unabhängig verwalteten ihr Dorf unter einem Bürgermeister selbst.


Auf dem Areal des Rundfunksenders existierte von [[1934]] bis [[1983]] einer der höchsten je errichteten Holztürme.
Auf dem Areal des Rundfunksenders existierte von [[1934]] bis [[1983]] einer der höchsten je errichteten Holztürme.
Ismaning hat einen [[S-Bahnhof]] zur [[S8]].


==Weblinks==
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Version vom 5. März 2016, 07:49 Uhr

Ismaning ist eine Gemeinde im Norden von München. Die ursprünglich landwirtschaftlich geprägte Gemeinde ist seit Mitte der 1990er Jahre als bedeutender Medienstandort bekannt. Seit 1932 ist hier ein Sender des Bayerischen Rundfunks. Im Süden befindet sich der Medienpark mit dem Gong-Verlag und dem privaten Radiosender Antenne Bayern.

Geschichte

Die Anfänge des Ortes gehen ins 6. Jahrhundert zurück, in die Zeit der Besiedlung durch die Bajuwaren. Erstmals urkundlich erwähnt wird Ismaning im Jahre 809, als der Freisinger Bischof Atto hier einen Rechtsstreit schlichtete.

Die Bindung des Dorfes an Freising wurde in den folgenden Jahrzehnten immer stärker. Schließlich verkaufte der Herzog von Oberbayern und spätere Kaiser Ludwig der Bayer im Jahre 1319 dem Freisinger Hochstift die fünf Ortschaften Ismaning, Unterföhring, Oberföhring, Englschalking und Daglfing. Es entstand die "Grafschaft auf dem Yserrain" als geschlossenes Herrschaftsgebiet der Freisinger Bischöfe. Die Ismaninger waren von nun an Untertanen Freisings.

Ab 1530 war in der Nähe der Ismaninger Johanniskirche neben dem Seebach die erste fürstliche Behausung: Bischof Philipp hatte von den Haushaimern, einem Freisinger Domherrengeschlecht, deren Ismaninger Landsitz übernommen und ihn zu einem Renaissanceschloss mit vier Türmen ausgebaut.

In der Zeit des 30jährigen Krieges fielen schwedische Truppen plündernd und brandschatzend ins Dorf ein. Der Pest fiel fast die Hälfte der Bewohner zum Opfer.

Der Höhepunkt höfischen Lebens entfaltete sich unter dem Nachfolger, Fürstbischof Johann Theodor, für den Cuvilliés den Pavillon im Park erbaute und Ignaz Günther seine berühmten Rokokofiguren schuf. 1802/03 beendete die Säkularisation die fast 500jährige Ära der Freisinger Fürstbischöfe. Die Bauern wurden unabhängig verwalteten ihr Dorf unter einem Bürgermeister selbst.

Auf dem Areal des Rundfunksenders existierte von 1934 bis 1983 einer der höchsten je errichteten Holztürme.

Ismaning hat einen S-Bahnhof zur S8.

Weblinks