Dieter Hildebrandt

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Dieter Hildebrandt war ein deutschsprachiger Kabarettist und Autor, der sehr lange Zeit in München lebte. Geboren wurde er am 23. Mai 1927 in Niederschlesien, dem heutigen Bolesławiec (auf deutsch: BunzlauW). Er starb 86-jährig am 20. November 2013 in München.

Biographisches

Hildebrandt wurde als Sohn eines Beamten geboren. Ab 1943 wurde er im Zweiten Weltkrieg erst als Luftwaffenhelfer und später als Soldat eingesetzt. Nach Kriegsende musste seine Familie Schlesien verlassen und ließ sich in Westdeutschland in der Oberpfalz nieder. In Weiden machte Hildebrandt 1947 das Abitur nach und begann 1950 ein Studium der Literatur- und Theaterwissenschaften sowie der Kunstgeschichte an der Universität in München. Das Studium brach er 1955 ohne Abschluss ab.

Während seines Studiums arbeitete er zur Finanzierung im Kabarett Die kleine Freiheit als Platzanweiser. Dies weckte sein Interesse an der Schauspielerei und so legte er 1953 die Schauspieler-Genossenschaftsprüfung ab.

1955 gründete er mit Studienkolleginnen das Kabarett Die Namenlosen, dessen Aufführungen in Schwabing auf seine Skripte zurückgingen. 1956 war er an der Gründung der Lach- und Schießgesellschaft beteiligt, die bis 1972 bestand. Dort gelang ihm sowohl als Texter wie als Schauspieler der Durchbruch. Das jeweilige Programm gehörte sehr oft auch zum Abendprogramm in den Silvester-Fernsehsendungen der ARD.

1964 spielte er die Rolle des Doktor Murke in der verfilmten satirischen Erzählung von Heinrich BöllW "Doktor Murkes gesammeltes Schweigen". Das Drehbuch zu diesem Film hatte Hildebrandt geschrieben.

Von 1972 bis 1979 moderierte er die ZDF-Sendung Notizen aus der Provinz. Seit 1980 machte er sich mit der Kabarettsendung Scheibenwischer, diesmal in der ARD, einen Namen. Mit dieser Sendung war er 23 Jahre lang erfolgreich. Der letzte "Scheibenwischer" mit Hildebrandt wurde am 2. Oktober 2003 im Rahmen einer großen Gala produziert. 1986 spielte in der Fernsehserie Kir Royal an der Seite von Franz Xaver Kroetz den Fotografen Herbert Fried genannt "Herbie".

1955 heirateten Irene Mendler und Hildebrandt in München. Aus der Ehe stammen zwei Töchter. Seine Frau starb am 9. August 1985. Hildebrandt war seit 1992 mit der Kabarettistin und Schauspielerin Renate Küster in zweiter Ehe verheiratet.

Auch im Alter von deutlich über 80 hatte er fast jeden zweiten Tag einen Auftritt. Er sagte, dass das seinem Körper gut tut, wenn er den Kopf gebraucht.

Er starb am 20. November 2013 in München an den Folgen einer Krebserkrankung und ist am 2. Dezember auf dem Neuen Südfriedhof in München beigesetzt worden.

Schriften

  • Was bleibt mir übrig 1986
  • Denkzettel 1992
  • Gedächtnis auf Rädern 1997
  • Vater unser - gleich nach der Werbung 2001
  • Ausgebucht. Mit dem Bühnenbild im Koffer 2004

Film und Fernsehen

(Auswahl)

  • Beiträge zum jährlichen Programm der Lach- und Schießgesellschaft
  • Streichquartett (1962, TV) - als Meyer Zwei
  • Doktor Murkes gesammeltes Schweigen (1964, TV) - als Doktor Murke
  • Doktor Murkes gesammelte Nachrufe (1965, TV) - als Doktor Murke
  • Notizen aus der Provinz (1972-1979, TV) - Satire-Sendung
  • Scheibenwischer (1980-2003)
  • Kehraus (1983) - mit Gerhard Polt und Gisela Schneeberger
  • Kir Royal (1986, TV) - Fernsehserie
  • Man spricht deutsh (1988) - mit Gerhard Polt und Gisela Schneeberger
  • Wir Enkelkinder (1992) - mit Bruno Jonas und Vitus Zeplichal
  • Ich kann doch auch nichts dafür (Sein letztes Soloprogramm 2013. Aufzeichnung aus Soest, 44 Min)

Ehrungen

  • Grimmepreis
  • Deutscher Kleinkunstpreis
  • Schillerpreis
  • Högnerpreis
  • Knoeringenpreis
  • Bayerischer Kabarettpreis
  • Cornichon (Schweizer Kabarett-Preis)

2015 wurde die Dieter-Hildebrandt-Straße in Perlach nach ihm benannt.

Nach ihm benannter Kabarettpreis der Stadt

Dieter Hildebrandt wird von der Landeshauptstadt München durch einen nach ihm benannten Kabarettpreis geehrt. Der Preis wird mit 10.000€ dotiert und soll für anspruchsvolles politisches bzw. dezidiert gesellschaftskritisches Kabarett ab 2016 vergeben werden.

Dies beschloss der Kulturausschuss des Stadtrats in seiner Sitzung am 16. April, die Vollversammlung des Stadtrats stimmte am 29. April 2015 zu.

Siehe auch

Weblinks


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