Villa Kaulbach

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Die Villa Kaulbach in der Maxvorstadt in der Kaulbachstraße 15 wurde als repräsentatives Wohnhaus des Kunstmalers Friedrich August von Kaulbach im Stil der Neorenaissance erbaut. Das von Gabriel von Seidl entworfene und von 1887 bis 1889 errichtete Gebäude steht unter Denkmalschutz und heute Sitz des Historischen Kollegs.

Die Witwe Kaulbachs verkaufte das Gebäude 1931 an das studentische Corps Bavaria München, das es als Verbindungshaus nutzte. Im Januar 1937 verkaufte die Studentenverbindung die Villa an den Freistaat Bayern. Sie wurde zum Dienstwohnsitz des Bayerischen Innenministers und Oberbayerischen NSDAP-Gauleiters Adolf Wagner.

Nach Kriegsende beschlagnahmte die US-Militärregierung das Gebäude. Der amerikanische Soldatensender American Forces Network (AFN) bezog das Haus und nutzte es bis November 1984.

Daran erinnert auch die "AFN-Memorial-Pyramid" von 2001 an der Soyerhofstraße. Zur Erinnerung an den ehemaligen Sendeturm des AFN schuf der Künstler Karl-Heinz Kappl diese kleine Pyramide mit dem Buchstabenkürzel.


Danach wurde das Gebäude als Sitz der Wissenschaftseinrichtung Historisches Kolleg ausgewählt, die dadurch erstmals eigene Räume bekommen sollte. Die Villa wurde durch Otto Meitinger generalsaniert und dabei der ursprüngliche Zustand der Fassaden wieder hergestellt. Die erhaltenen Teile der Innenausstattung wurden freigelegt und restauriert.

Zur Architektur

Kaulbach ließ sich nach seiner Berufung an die Akademie der Bildenden Künste ein repräsentatives Wohn- und Atelierhaus in der Schönfeld-Vorstadt zwischen der Ludwigstraße und dem Englischen Garten bauen. Architekt Gabriel Seidl orientierte sich beim Entwurf für Kaulbach an der Renaissance und dem Vorbild einer römischen Villa suburbana und errichtete den Bau von 1887 bis 1889. Er plante das Gebäude um ein ungewöhnlich großes Atelier im ersten Obergeschoss herum. Es hat 132 Quadratmeter, reicht über zwei Etagen und hatte ursprünglich große, verdunkelbare Fenster nach Norden und Osten und bot für von Kaulbachs Malerei optimale Lichtverhältnisse.

Die Straßenfassade ist symmetrisch mit einem leicht vorgestellten Mittelrisalit mit Segmentgiebel und einem eingezogenen Portal. Dieses wird von zwei dorischen Säulen flankiert. Zum großzügigen Garten mit 4200 Quadratmeter liegt eine Loggia mit großer Terrasse und Freitreppe. Im Inneren waren handwerklich aufwändige Holzarbeiten mit Kassettendecke und geschnitzten Portalen kennzeichnend. Die Fußböden einiger repräsentativer Räume sind mit Mosaiken geschmückt.


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