Euthanasiemorde in der NS-Zeit an Münchnern

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Die Euthanasiemorde in der NS-Zeit an Münchnern (Krankenmorde) oder Aktion T4 sind nach dem Zweiten Weltkrieg verwendete Bezeichnungen für die systematische Ermordung von Psychiatriepatienten und behinderten Menschen als so genanntes "lebensunwertes Leben" durch SS-Ärzte. Damals hieß das hinter vorgehaltener Hand „Aktion Gnadentod“. Das Schloss Hartheim bei Alkoven in der Nähe von Linz in Oberösterreich war Ort der meisten Massenmorde an den Patientinnen und Patienten aus der Region München.

  • Opfer der NS-”Euthanasie” am 18.1.1940

Mit der Verlesung ihrer Namen 2013 sollte am Marienplatz in München den Münchner Opfern der NS-”Euthanasie” durch die Münchner Arbeitsgemeinschaft “Psychiatrie und Fürsorge im Nationalsozialismus” gedacht werden. Anlass war der Jahrestag des ersten später genannten T 4-Transportes von der Anstalt Eglfing-Haar in eine Tötungsanstalt. 25 Patienten von Eglfing-Haar wurden in die Tötungsanstalt Schloss Grafeneck bei Ulm gebracht.



2016 fnd eine Sonderausstellung im NS-Dokumentationszentrum statt:

erfasst, verfolgt, vernichtet
Kranke und behinderte Menschen im Nationalsozialismus


Die hundertfachen Krankenmorde auch in und bei München


(Sonderausstellung im NS-Dokumentationszentrum von 4. April bis 26. Juni 201)




2016 Schultheater "Spurensuche"

Es ist ein außergewöhnliches Stück, das am Montag in der Aula des Gymnasiums seine Premiere erlebte und noch sechs Mal zu sehen ist. "Spurensuche" kommt ohne Bühne aus. Stattdessen verteilen sich im abgedunkelten Raum die "SchauspielerInnen" und ihr Publikum nebeneinander. Der Zuschauer ist mitten drin. Ein Drehbuch aus Zitaten zusammengestückelt, bis daraus eine bittere Chronologie der NS-Zeit entstand. Die Zitate stammen aus Gesprächen mit Zeitzeugen, aus Protokollen, Dokumenten und Romanen.

  • Ernst-Mach-Gymnasium und Realschule: Schultheater "Spurensuche" - Harte Probe für das Publikum in Haar. Ausführlicher Artikel in der SZ vom 27. April 2016 (von Elisabeth Gamperl; ihr Untertitel lautet: Schüler des Ernst-Mach-Gymnasiums und der Mittelschule stellen sich und das Publikum im Theaterstück "Spurensuche" der NS-Geschichte ihrer Heimatgemeinde. Das Schultheaterstück wurde von den SchülerInnen selbst konzipiert.
Weitere Vorstellungen
28. April und am 3. Mai 2016
Das 1990 ausgestellte Mahnmal für die Opfer

Formen des Gedenkens

  • Am 18. Januar 1990 ist in Haar das (sehr abstrakt gestaltete) Mahnmal für die Opfer der nationalsozialistischen Euthanasie enthüllt worden.
  • Am Sonntag, den 14. Juli 2013, wurde ab 15 Uhr ein Denkmal, der "Graue Bus", von Zwiefalten mit Zwischenstopp in Grafeneck nach München zur Mahnung an die Nazi-Euthanasie (die Krankenmorde ab 1939) auf den Isartorplatz transportiert. Das ist ein schlichtes Denkmal aus Beton mit dem Umriss eines Busses, das an die Abtransporte von Kranken und Behinderten in solchen Bussen mit verhängten Fenstern erinnert.

Siehe auch

Literatur

  • Michael von Cranach, Hans-Ludwig Siemen (Hrsg.): Psychiatrie im Nationalsozialismus – Die Bayerischen Heil- und Pflegeanstalten zwischen 1933 und 1945, Oldenbourg Verlag, München, 1999; ISBN 3-486-56371-8

Weblinks