Fontäne (Nymphenburg)

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Die große Fontäne im Schlosspark Nymphenburg

Die 1722 zur Vermählung des späteren zweiten Römischen Kaisers aus dem Hause Wittelsbach von 1741–1745, Karl Albrecht, für das Schloss Nymphenburg vom Brunnenmeister Willem de Groff mit zahlreichen vergoldeten Bleifiguren künstlerisch zunächst gestaltete Florafontäne wurde bei der von Friedrich Ludwig von Sckell (1750-1823) entworfenen und ausgeführten Umgestaltung des französischen in einen englischen Schlossgarten in den Jahren 1814/15 zu dieser noch heute imponierenden einfachen Fontäne.

Joseph Effner (1678-1745) hatte mit Dominique Girard (1680-1738), einem Brunnenmeister von Ludwig XIV. und seit 1715 Inspektor der Garten- und Wasserwerke am Bayerischen Hof - s.a. Gartenanlage Schloss Fürstenried mit dem viel späteren neobarocken Pan-Brunnen - den Nymphenburger Barock-Garten entworfen und ausgebaut.

Dazu kam 1716 durch Franz Ferdinand Albert Graf von der Wahl eine für die Zeit außergewöhnliche technische Einrichtung mit den allein durch Wasserkraft betriebenen Pumpwerken, die 1807 durch die von Joseph von Baader konstruierten ersetzt wurden und seit nun gut 200 Jahren die Fontänen des Schlosses Nymphenburg betreiben. Die Druckleitung kommt vom Grünen Brunnhaus im Dörfchen.

Sie gelten als die ältesten seit ihrer Erbauung funktionierenden Maschinen Europas und als Meilensteine der Ingenieurkunst.

Mechanik

Die Pumpanlage für die Schlosspark-Fontäne befindet sich im 'Grünen Brunnhaus', das westlich der Amalienburg, im 'Dörfchen', an einem schmalen, das Wasser von der Würm zuführenden See liegt. Die barocke Anlage von 1767 mit einem unterschlächtigen Wasserrad, wurde durch den Ingenieur Joseph von Baader 1803 durch eine leistungsfähigere ersetzt. Dabei verschwanden auch die beiden Wassertürme des Pumpwerks, die nach dem Gesetz der kommunizierenden Röhren den für die Fontäne von 20 m Höhe nötigen Druck erzeugt hatten. Baaders entscheidende Erfindung war der 'Windkessel', in dem die vom Pumpenhub komprimierte Luft für einen gleichmäßig erhöhten Druck in der Leitung sorgt. Links und rechts neben dem Grünen Brunnhaus liegen das Hirschgartenbrunnhaus und das Brunnwärterhaus mit Schmiede.

Das Schlossrondell insgesamt. Blick von Osten nach Westen. An den Bildrändern die Kavaliersbauten. Rechts die Nördl. Auffahrt. (Foto: Karl Schillinger, 1975)

Quellen

  • Bayerische Schlösserverwaltung, 200 Jahre Fontänen im Schlosspark Nymphenburg, Flyer zur Ausstellung: Joseph von Baader 30.9.1763 - 20.11.1835
  • Otto Josef Bistritzki, Brunnen in München. Lebendiges Wasser in einer großen Stadt. Callway, 1974, Nr. 1, S. 33; Neuauflage 1991. 238 Seiten. ISBN 3766705040
  • Pan-Brunnen
  • Schloss Fürstenried

Siehe auch

Weblinks