Rudolf Wilhelm Gottgetreu

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Rudolf Gottgetreu (* 23. April 1821 in Świnoujście (damals Swinemünde, Pommern); † 25. Mai 1890 in Tutzing; vollständige Vornamen: Rudolf Wilhelm G.) war ein München tätiger Architekt und Hochschullehrer.

Leben

Gottgetreu war ein Sohn des Landbaumeisters Gustav Adolf Wilhelm Gottgetreu. Er besuchte in Bydgoszcz (Bromberg) das Gymnasium und in Berlin das Königliche Gewerbeinstitut.. Nach dem Beginn einer dreijährigen Maurerlehre in Posznan (Posen) studierte Gottgetreu von 1842 bis 1844 Architektur an der Akademie der Bildenden Künste München, wo er Schüler von August von Voit war. Von 1845 bis 1848 war Rudolf Gottgetreu für die Eisenbahnbau-Kommission in Nürnberg tätig. Er legte 1846 das bayerische Staatsexamen zum Zivilarchitekten ab.

Von 1850 bis 1852 war Gottgetreu Assistent für Architekturzeichnung am Lehrstuhl von Friedrich Bürklein an der Polytechnischen Schule München (heute TU). Ab 1852 erhielt er selbst eine Professur für Baukunde, Architekturzeichnung und Baumaterialienlehre. Nach der Eingliederung der Polytechnischen Schule in das Neue Polytechnikum 1868 hatte Gottgetreu dort bis zu seiner Emeritierung 1888 den Lehrstuhl für Baumaterialienlehre, allgemeine Construktionslehre für Hochbauten und Bauzeichnen inne. Als Hochschullehrer erarbeitete er umfassende Lehrbücher über Baumaterialien und Hochbaukonstruktionen.

Seine Brüder Moritz Wilhelm und Gustav Adolf (1812–1890) waren ebenfalls als Architekten tätig.

Grab

Die Grabstätte von Gottgetreu befindet sich auf dem Alten Südlichen Friedhof in München (Gräberfeld 10 - Reihe 2 - Platz 25).

Bauten

Im Zuge der vom bayerischen Monarchen beauftragten Umgestaltung Münchens fertigte Rudolf Gottgetreu 1852 eine Reihe von Detailplanungen für die Maximilianstraße, an. An diesen Entwürfen waren auch Bürklein, Voit, Eduard Riedel und Georg Friedrich Ziebland beteiligt. Bürklein und Gottgetreu waren die wichtigsten Vertreter des sogenannten Maximilianstils, dessen Stilelemente zwar verschiedenen historischen Epochen entlehnt, aber in einem einheitlichen, durch dichte senkrechte Achsfolgen die Vertikale betonenden Raster angeordnet sind. Der Stil entwickelt eine Synthese aus Bauten der Schinkelschule und Friedrich von Gärtners, von denen sowohl die breitgelagerte Form als auch

Von 1854 bis 1857 wurde das Hotel Vier Jahreszeiten umgesetzt, welches ursprünglich als Mietshaus mit angegliederter Tuchfabrikation geplant war. Neben seiner Lehrtätigkeit entstanden nach seinen Plänen weitere Bauten, so 1861 die Knabenschule St. Georg in Freising und 1866 die Knabenschule in der Rosenheimer Königstraße.

1873 wurde unter Gottgetreus Oberleitung mit dem Bau der St. Markuskirche, der zweiten evangelischen Stadtpfarrkirche in München, begonnen.

Bauten in München

Medien

Veröffentlichungen

  • Die bedeutendsten Grab-Monumente des Münchener Gottesackers, München 1849 Vorlage:Digitalisat
  • Praktische Perspective, zum Gebrauche für den Unterricht, sowie für das Selbst-Studium, München 1856 Vorlage:Digitalisat
  • Physische und chemische Beschaffenheit der Bau-Materialien, Berlin 1869 Vorlage:Digitalisat
  • Lehrbuch der Hochbau-Konstruktionen, 5 Teile, Berlin 1880–1890, (Erster Theil 1880, Zweiter Theil 1882)[1]
  • Die Hausschwamm-Frage der Gegenwart in botanischer, chemischer, technischer und juridischer Beziehung unter Benutzung der in russischer Sprache herausgegebenen Arbeiten von T. G. von Baumgarten, Berlin 1891 Digitalisat des MDZ

Literatur

Weblinks


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Anmerkungen, Einzelnachweise

  1. Arbeiten des Zimmermannes Anzeiger zum Centralblatt der Bauverwaltung, 29. Juli 1882, S. 5, abgerufen am 13. Dezember 2012