Imre Könyves

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Imre Könyves (* 28. August 1865 in HódmezővásárhelyW; † in eben da ) war ein Architekt aus Österreich-UngarnW der in München raumbildnerisch, im Stil des Neobarock, tätig war.

Er war der Sohn von Mihäly Könyves einem Zimmermann. In München war er ab dem 1. Juli 1889 gemeldet. Er nahm hier das Studium im Baufach auf. Von 1893 bis 1915 war er in München als Architekt tätig.

Dabei schuf er ab 1894, 14, 1984 überwiegend noch erhaltene Bauwerke. 1915 kehrte er nach Hödmezöväsärhely zurück.

Neobarock

Der herrschende Geschmack orientierte sich am Geschmack der Herrschenden. Die Kunst des 18. Jahrhunderts Barock und Rokoko wurde in den 1880er Jahren rezipiert und der einherirrende Fürst, Ludwig II. trug wesentlich dazu bei, dass eine neubarocke Architektursprache im ausklingenden 19. Jahrhundert zum markantesten und eigenständigsten Teil der Münchner Baukunst wurde. In den 1820er Jahren war neubarocke und neurokoko Tendenz im Kunstgewerbe ein Bestandteil der Restauration unter Ludwig XVIII.W in Frankreich. Albert von ZahnW veröffentlichte in der Zeitschrift für bildende Kunst' einen Aufsatz zum Thema "Barock, Rococo und Zopf".

1894 wurden unter der Bauleitung Imre Könyves die Mietshäuser Maistr. 22 und Ringseisstr. 14 errichtet, er baute damit die ersten neubarocken Gebäude dieser Gattung in München.

Er kam 1889 nach München, als wichtige neubarocke Bauten in München fertiggestellt beziehungsweise begonnen wuden.

Die privaten Mietshaus-Bautätigkeit bevorzugte bis dahin die Formen der Neureneissance, erst die Generation der auch Könyves angehörte versuchte sich in neubarocken Formen.

Die Abfolge der Stilrichtung kann an den Dekanen des Lehrstuhl für Bauwesen an der Akademie der Bildenden Künste München abgelesen werden: Der Neurenaissance Verfechter Gottfried von NeureutherW wurde 1882 erremitiert. Ihm folgte 1883 der Neogotiker Rudolf GottgetreuW, der 1885 durch Heinrich von SchmidtW auf einem Lehrstuhl für mittelalterliche Baukunst abgelöst wurde.

Für einen jungen Ausländer bedeutete der Anschluss an die fortschrittlichsten Bewegungen vielfach die eine Möglichkeit, im Wettbewerb mit Einheimischen zu bestehen.

Könyves heiratete 1892 Margaretha Thum (* 1865 in München). 1894 gründete er ein architektonisches Bureau mit Bauausführung, welches bis 1898 auf seinen Namen und ab 1899 auf den Namen seiner Kinder Irma (geb. 1894) und Martha (1893) eingetragen wurde.

1897 gründete er die erste Münchner Portland-Cement-Waren-Fabrik in der Pfeuferstraße 19. Dort fertigte er Eisenbetonfertigteile nach einem Patent von François HennebiqueW.

Martin Dülfer mietete 1900 eine Wohnung in dem von Könyves erbauten Haus in der Pfeuferstraße 19 und wurde gleich darauf Eigentümer[1] des ganzen Anwesens. 1898 wohnte in diesem Haus auch Franz Nyilas ebenfalls Architekt und Bauunternehmer in München. Außerdem errichtet Könyves von 1898 bis 1901 das Haus Lindwurmstraße 203 nach einem Entwurf des Münchner Architekten August Zeh.

1896 baut Könyves das Haus Pfeuferstraße 19, 1899 das fünfgeschoßige Eckhaus Paul-Heyse-Str. 23 /Landwehrstr.

Im Jahre 1898 wohnte in diesem Haus auch Franz Nyilas, ein Altersgenosse Könyves und Architekt und Bauunternehmer wie dieser

Gebäude

Fußnoten

  1. Dieter Klein, Michael Petzet: Martin Dylfer - Wegbereiter der Deutschen Jugendstilarchitektur. München 1993. S. 141. Kauf des Hauses Pfeuferstraße bereits 1899. Könyves wird hier nicht erwähnt.
  2. Chevalley & Weski: Denkmäler in Bayern - München Südwesten. S. 143 Details dazu.
  3. Julius Fekete, Beiträge ungarischer Architekten zur Münchner Baukunst um 1889 und 1900, in Ungarn-Jahrbuch: Zeitschrift für die Kunde Ungarns und verwandte Gebiete, S. 28/40 S. 10 ff, [1]