Dieter Reiter

Der Verwaltungsfachwirt Dieter Reiter (* 19. Mai 1958 in Rain am LechW) ist ein Münchner Kommunalpolitiker und seit dem 2. Mai 2014 Münchens Oberbürgermeister. Er ist Nachfolger von Christian Ude, auch SPD, der das Amt seit 1993 ausgeübt hatte.

Dieter Reiter (Aufn. von 03/2014)

Leben

Dieter Reiter lebt seit 1960 in München und wuchs in Sendling auf.

Dieter Reiter ist mit Petra Reiter, geb. Zwicknagl, verheiratet; sie haben drei erwachsene Kinder und zwei Enkelkinder.

Beruf

Dieter Reiter schloss 1981 ein Studium als Diplom-Verwaltungswirt ab und begann seine berufliche Laufbahn in der Münchner Stadtkämmerei. Dort arbeitete er als Büroleiter, Pressesprecher und Amtsleiter. Von 2005 bis 2009 war er stellvertretender Münchner Stadtkämmerer. Am 1. April 2009 wurde er vom Stadtrat zum Referenten für Arbeit und Wirtschaft gewählt.

Politik

2008 kandidierte Reiter an seinem damaligen Wohnsitz Straßlach erfolglos als Gemeinderat.

2013 wurde Reiter nach einer parteiinternen Auswahl von der SPD für die Kommunalwahl 2014 in München als Oberbürgermeisterkandidat aufgestellt. Im ersten Wahlgang am 16. März 2014 bekam er die meisten Stimmen (ca. 7 Prozent mehr als sein Gegenkandidat Josef Schmid von der CSU). In der Stichwahl am 30. März 2014 erhielt er 56,7% der abgegebenen Stimmen[1]. Er übernahm sein Amt am 2. Mai 2014 von OB Christian Ude.

Bei der Mehrheitsfindung im Stadtrat ging die SPD von 2008 bis 2014 ein Bündnis mit den Grünen ein. 2014 wurde die SPD mit den Grünen nicht handelseinig. Darauf ging sie ein Bündnis mit der CSU ein. Josef Schmid wurde darauf zum 2. Bürgermeister gewählt.

2020 setzte sich Dieter Reiter in der Stichwahl mit 71,7% gegen Kristina Frank (CSU) durch[2]. Sie war vor der grünen Kandidatin Katrin Habenschaden nur knapp in die Stichwahl gelangt, wo sie 28,3% erzielte. Im Stadtrat wurden die Grünen stärkste Fraktion und bildeten ein grün-rotes Rathausbündnis mit der SPD-/Volt-Fraktion. Katrin Habenschaden wurde 2. Bürgermeisterin, Verena Dietl (SPD) 3. Bürgermeisterin.

Vor der Oberbürgermeisterwahl 2026 wurde Reiter beschuldigt, ab 2017 ungenehmigt ein bezahltes Verwaltungsbeiratsmandat beim FC Bayern München ausgeübt zu haben. Seine jährliche Aufwandsentschädigung ab 2021 von 20.000 € wurde dem Stadtrat nicht bekanntgegeben. Er dementierte zunächst eine entgeltliche Vergütung, revidierte aber seine Aussage schnell und berief sich auf Unwissenheit über die Entschädigung. Am 11. März 2026 trat Reiter von seinen Ämtern bei den Bayern zurück[3].

Bei der Oberbürgermeisterwahl setzte sich in der Stichwahl der Grünen-Bewerber Dominik Krause durch[4]. Dieter Reiter (67) erklärte darauf, aus der Politik ausscheiden zu wollen[5]. Einige Tage später musste er mit Herzbeschwerden ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen[6].

Kurz nach der Stichwahl spendete Reiter die streitgegenständlichen Bezüge von 90.000 € zwei Münchner Vereinen, die vorher von Zuschusskürzungen betroffen waren[7].

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

Das Thema "Dieter Reiter" ist auch bei der deutschsprachigen Wikipedia vertreten unter: Dieter Reiter.
  Bürgermeister und Oberbürgermeister der Landeshauptstadt München

Franz Paul von Mittermayr (1818–1836) | Josef von Teng (1836–1837) | Jakob Bauer (1838–1854) | Kaspar von Steinsdorf (1854–1870) | Alois von Erhardt (1870–1887) | Johannes von Widenmayer (1888–1893) | Wilhelm von Borscht (1893–1919) | Eduard Schmid (1919–1924) | Karl Scharnagl (1925–1933) | (1933–1945 war das Amt durch NS okkupiert)  | Karl Scharnagl (1945–1948) | Thomas Wimmer (1948–1960) | Hans-Jochen Vogel (1960–1972) | Georg Kronawitter (1972–1978) | Erich Kiesl (1978–1984) | Georg Kronawitter (1984–1993) | Christian Ude (1993–2014) | Dieter Reiter (2014–2026) | Dominik Krause (ab Mai 2026)