NS-Bauprojekt Neue Südstadt

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Das Neue Südstadt-Projekt gehört in die Reihe von überdimensionierten NS-Bauplanungen in München. Zur Behebung des Wohnraummangels in München wurden auch während der NS-Diktatur mehrere neue Stadtteile geplant. Die Baumaßnahmen liefen im Rahmen der Propaganda-Kampagne München. Hauptstadt der Bewegung.

Plan und Wirklichkeit

Die geplanten 14.500 Wohneinheiten sollten in sechs neuen Stadtteilen entlang einer geraden Straßenachse errichtet werden, die vom Gasteig bis zum Autobahnanschluss nach Salzburg reichen sollte. Die Häuser und ihre Einrichtung sollten genormt werden und Hochbunker, die in die Wohnblöcke integriert waren, sollten dort vor Luftangriffen schützen.

Der Bau der Südstadt wurde nicht begonnen, nur einige Musterhäuser wurden 1942–1944 an der Prinzregentenstraße 99-111 in Bogenhausen zwischen der Wilhelm-Tell- und Brucknerstraße errichtet. Die Musterbauten geben eine ungefähre Vorstellung von der geplanten Bebauung der "Neuen Südstadt".

Der Entwurf stammte von Fritz Norkauer, Herbert Landauer und Walter Kratz. Die ca. 165 m lange Straßenfront zeigt mit dem erhöhten Erdgeschoss, den drei Obergeschossen und dem schmucklosen vierten Obergeschoss die geplante Fassadenstruktur der Südstadt-Häuser. Bei den Häusern in der Prinzregentenstraße erprobte man erstmals die Verbindung von Luftschutz-Hochbunkern mit Wohnbauten. Das Ideal war der Luftschutzraum für jede Wohnung, der in Friedenszeiten als Speisekammer genutzt werden sollte. An den drei Enden der Wohnblöcke sind heute noch quadratische Eckhausbunker mit Platz für jeweils 200 bis 250 Personen zu sehen. An der Ecke Bruckner-/Zaubzerstraße befindet sich der dritte Hochbunker.

Nachnutzung

Seit 1992 befindet sich im Bunker an der Ecke Prinzregenten-/Wilhelm-Tell-Straße die Galerie Kunstbunker Tumulka.

Weblinks

Siehe auch