Brunnentröge vor St. Martin Riem

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Auf dem Dorfplatz

Trinktrog und Brauchwassertrog

Standort
Martin-Empl-Ring in Riem
Künstler
Monika Neumann
Material
Granit
Zeit der Errichtung
1990
Jahres-Wasserverbrauch
1.140 Kubikmeter (2005)

Beschreibung

Auf dem dörflichen, seit der Flughafenverlegung weitgehend lärmfreien Platz, links vor dem Eingang in die St. Martinskirche, stehen zwei kniehohe, rechteckige, fast quadratische Brunnenbecken aus hellem Granit. Die Flächen sind eben und grob gekörnt.

Zwischen ihnen stehen aus dem gleichen Material zwei schulterhohe, oben hakenförmige, einander zugewandte Vierkant-Brunnensäulen mit einem nach Osten gerichteten Wasserauslass.

Das Besondere ist die an diesem Ort praktizierte Mehrfachverwendung der kostbaren Ressource, denn das vorbeifließende Trinkwasser läuft nicht gleich in die Kanalisation, sondern zunächst über das erste in das zweite Becken und wird dort durch ein hohes Überlaufventil als nutzbares Brauchwasser noch vorgehalten.

Die beiden Becken sind etwa gleich groß mit einer 19 cm dicken Wandung. Das westliche Becken ist zum Abschöpfen oben ganz offen. Auf dem östlichen Becken ist unter dem Wasserauslauf und parallel zu ihm ein Rost zum Absetzen der Gefässe beim Wasserschöpfen, bestehend aus 4 an ihren Enden zur Hälfte in je 2 gegenüberliegende Brunnnenränder eingelassene eloxierte Aluminium-Vierkantrohre von 15 x 30 mm.

Exkurs zur Weiterverwendung nicht genutzten Wassers:

Zur nutzbringenden Weiterverwendung des besonders reinen Münchner Trinkwassers wurde in Riem eine zukunftsweisende Idee in die Praxis umgesetzt. Wasser kann man ja auch nicht verschenken, ohne dabei gleichzeitig auch die Abwasser-Rechnung zu übernehmen. Zwar erreichen die Trinkwasser-Netze in Deutschland schon jetzt neunmal den Erdumfang, nämlich 360.000 km und die Abwassernetze bereits den zwölffachen Erdumfang, nämlich 480.000 km. Verrieselungs-und Berieselungs-Netze aber kann es erst nach Freistellung von den Abwasserkosten geben. Es sei denn, das Wasser gelangt über das dafür notwendige Maß hinaus nicht in die Kanalisation; so jedenfalls die Verordnung in München.

Quellen/Weblinks

  • Liste der Münchner Städtischen Frischwasserbrunnen, Stand: Sept 2011, Nr. 64
  • Liste der Münchner Städtischen Brunnen, Stand Mai 2011, Nr. 81
  • Landeshauptstadt München, Baureferat Tiefbau, Stadtentwässerung München, C.H.Harbeke, 1969
  • Foto des Brunnens (Nahaufnahme, ohne Jahr, bei www.ju-greber.de)

Siehe auch


nicht verwechseln mit dem