Armut

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ist es in München ein gewohntes Bild? Ältere schauen unter Parkbänken und in Mülleimern nach, um sich etwas zu ihrer kargen Rente hinzuzuverdienen. 25 Cent gibt es für eine Plastikflasche, acht für eine Mehrwegflasche aus Glas. Jede Flasche bedeutet also ein kleines Zubrot.
Auch Martina Wieland bessert ihren Lebensunterhalt so auf. Ihr Einkommen reicht kaum für das Nötigste. Jahrelang betrieb sie mit ihrem Mann eine Gastwirtschaft. Der gab ihr zwar regelmäßig seinen Monatslohn, jedoch bar auf die Hand. In die Arbeitslosen- oder in die Rentenversicherung wurde nie etwas einbezahlt. Bemerkt hat sie das erst nach seinem Tod.*

Der Schuldneratlas zeigt die Armut: So pleite sind viele Bewohner Münchens. Fast 60.000 Münchner sind von Insolvenz und Pfändungen bedroht. Und es gibt Menschen, die arm sind, aber noch keine Schulden haben. Da wird dann an Heizung, Lebensmitteln und Kleidung gespart.

Der typische überschuldete Mensch ist männlich, zwischen 50 und 59 Jahren alt und lebt im Hasenbergl. Dort heißt es, dass die Zahl der Münchner, die massiv verschuldet sind, im vergangenen Jahr dramatisch angestiegen ist. Hauptursachen sind ein Mix aus Arbeitslosigkeit, Krankheit und schlechter Haushaltsführung. Im Oktober waren 100.054 Menschen in der Landeshauptstadt in akuter Geldnot. Fast 60.000 sind derart zahlungsunfähig, dass ihnen Pfändungen, Zwangsvollstreckungen oder Privatinsolvenzen drohen. Der Anstieg an extrem überschuldeten Münchnern sei im Vergleich zum Vorjahr mehr als viermal so hoch wie im bundesweiten Trend, teilte das Wirtschaftsauskunftunternehmen Creditreform bei der Vorstellung des Münchner Schuldneratlasses mit.

Aber insgesamt gilt, dass Armut weiblich ist. Alleinstehende und Rentnerinnen mit einer Minirente sind zwei große Gruppen. Je nach Forschungsgruppe geht es um 5 bis 10 Prozent der Bevölkerung, zu denen bis zweimal soviel dazu kommen, die gelegentlich unter Armutsgrenze hängen oder bei jeder außergewöhnlichen Zahlungspflicht in Probleme geraten.

Diverse Artikel zum Thema Armut in München

Gemeinnützige Schuldnerberatungsstellen

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BRK-Kreisverband München
Seitzstraße 8
D-80538 München
☎ : 089 / 23 73 343


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Schuldner- und Insolvenzberatung, Caritas-Zentrum Innenstadt
Landwehrstraße 26
D-80336 München
☎ : 089 / 23 11 49 30


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Schuldner- und Insolvenzberatung, Caritas-Zentrum München-Nord
Hildegard-von-Bingen-Anger 1-3
D-80937 München
☎ : 089 / 31 60 63 10


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Schuldner- und Insolvenzberatung Cashless München
Paul-Heyse-Straße 22
D-80336 München
☎ : 089 / 51 41 06 983


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Präventionsprojekt Jugendschulden, Evangelisches Hilfswerk München gGmbh
Bad-Schachener-Straße 2b
D-81671 München
☎ : 089 / 18 90 47 660


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Schuldner- und Insolvenzberatung, Gewerkschaftshaus AWO/DGB
Schwanthalerstraße 64
D-80336 München
☎ : 089 / 51 55 64 50


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Schuldner- und Insolvenzberatung, Kreisjugendring München-Stadt JIZ
Sendlinger Straße 7
D-80331 München


Armut und Altwerden

Mehr als 70 000 MünchnerInnen über 65 gelten als armutsgefährdet (2019). Davon erhalten etwas mehr als 15 000 RentnerInnen Grundsicherung im Alter. Das sind längst nicht alle, denen sie zustehen würde. Viele beantragen sie gar nicht.


ein Verein versucht zu helfen

Um Menschen zu helfen, die gearbeitet haben, aber von ihrer Rente nicht leben können, hat Sandra Bisping 2016 den Verein "Ein Herz für Rentner" in München gegründet. 300 Rentnern hilft der Verein im Moment. Mit einer Patenschaft von 38 Euro monatlich, mit Geld für eine neue Brille oder eine neue Matratze, mit Treffen, die der Verein organisiert: kostenlose Konzerte und Ausflüge, Kaffeeklatsch oder ein Besuch auf der Wiesn. Möglich machen das Spenden und verschiedene Kooperationspartner.

Siehe auch

Weblinks