Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege

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Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege in München hat seinen Sitz am Hofgraben 4 im Gebäude der "'Alten Münze'", einem Vierflügelbau mit einem dreigeschossigem Arkadenhof in München.

Der ehemalige Hofmarstall und die ehemalige Kunstkammer wurden 1563–1567 unter der Bauleitung von Wilhelm Egckl errichtet. 1807–1809 bauten sie Andreas Gärtner und Franz Thurn zur Münze im klassizistischen Stil um.

Münzhof und Alte Münze

Baugeschichte

Der Gebäudekomplex, in dem sich der Münzhof befindet, die Gebäude der "Alten Münze", wurde in den Jahren 1563–1567 unter Herzog Albrecht V. errichtet und diente als Marstall und Kunstkammer. Diese Kunstkammer war eines der ersten Museen nördlich der Alpen.

Der Arkadenhof

Im so genannten Münzhof sind ursprünglich alle Räume über drei Laubengänge erschlossen.

Hofmarstall

Nutzung als Marstall

Kunstkammer

Die herzogliche Kunst- und Wunderkammer war eines der weltweit ersten Universalmuseen. Es war der Bevölkerung nicht zugänglich. Unter den mehr als 6000 Objekten der Sammlung befanden sich bedeutende Gemälde, wie z.B. Die Alexanderschlacht von Albrecht Altdorfer, sowie naturkundliche, völkerkundliche und landesgeschichtliche Exponate.

Ab 1809 diente das Gebäude als Königlich bayerische Münze.

Im Obersten Stockwerk, der ehemaligen Kunst- und Wunderkammer wurde eine Zwischendecke eingezogen. Die gesamte Fassade wurde klassizistisch umgestaltet, die Westseite erhielt einen Risalit über dem Eingang mit Dreiecksgiebel und allegorischemW Relief.[1] Im Zweiten Weltkrieg wurde der Nordflügel am 17. Dezember 1944 und am 7. Januar 1945 durch eine Luftmine, Bomben und Feuer fast vollständig zerstört, die Arkaden bleiben weitgehend unbeschädigt. Im Südflügel blieb der barocke Dachstuhl bis heute erhalten. In den Jahren 1950 bis 1952 wurde das Gebäude instand gesetzt, neue Treppenhäuser eingebaut und die früheren Decken durch Betondecken ersetzt.

Alte Münze

Ab 1806 wurde das Gebäude nach Umbauten als staatliche Münze genutzt. Bis zum Jahr 1986 war in den Räumen das Bayerische Hauptmünzamt mit dem Prägezeichen D untergebracht, das sich heute in modernen Gebäuden in Riem befindet.

Der von dem Gebäude umgebene Münzhof besitzt eine Länge von ca. 35 Metern und eine Breite von etwa 12 Metern.

Bayerisches Denkmalamt

  • 1973: Bayerisches Denkmalschutzgesetz
  • Die Bau- und Kunstdenkmalpflege zog 1975 in einige Räume der staatlichen Münze ein. 1986 erfolgte die Übergabe des gesamten Gebäudes an das Landesamt.

Jahreszahlen zur Geschichte des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege:

Unter König Ludwig I. setzte 1835 eine eigenständige bayerische Denkmalpflege mit der Gründung einer "Generalinspection der plastischen Denkmale des Reiches" ein. Erster Generalinspektor war Sulpiz Boisserée, ein bekannter rheinischer Kunstsammler. Seine Sammlung bildete bald den Grundstock der Alten Pinakothek. Ihm folgte der Architekt Friedrich von Gärtner.

1868 wird der neue Leiter Generalkonservator genannt, Jakob Heinrich von Hefner-Alteneck (1868-1885). Weitere Nachfolger sind Wilhelm Heinrich Riehl (1885-1897), Hugo Graf (1897-1907), Georg Hager, Generalkonservator Georg Lill (1929-1950), Joseph Maria RitzW (1950-1957), Heinrich Kreisel (1957-1963), Torsten Gebhard (1963-1974), Michael Petzet und ab 1999 Egon Johannes Greipl.

Ein erstes Inventar der Bodendenkmäler mit einer nach Zeitstufen und teils auch nach Denkmalgattung unterschiedenen Kartierung lag 1879 vor. Es folgte als wichtiger Schritt die Gründung der Kommission zur Erforschung des prähistorischen Bayerns an der Bayerischen Akademie der Wissenschaften im Jahr 1886.

Georg Hager leitete 1907 mit einer Denkschrift die "Neuorganisation des kgl. Generalkonservatoriums der Kunstdenkmale und Altertümer Bayerns" mit einer Trennung vom Bayerischen Nationalmuseum ein. Es folgte die Gründung der "Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern". Mit einem Ministerialbeschluss von 1917 folgte die Umbenennung des "Generalkonservatoriums" in "Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege".

Außenstellen
Erste Gründung einer archäologischen Außenstelle für die Oberpfalz 1952, der weitere Außenstellen in Augsburg (1960), Nürnberg (1965), Landshut (1973), Seehof (1976) und das Grabungsbüro in Ingolstadt (1980) folgten.
Neue Methoden und Medien
1980 konnten erstmals geophysikalische Prospektionen und die Luftbildarchäologie in der Behörde institutionell verankert werden (inzwischen gibt es hier dazu das größte Bildarchiv in Deutschland). Geographisches Informationssystem (Fachinformationssystem — FIS, BayernViewer-denkmal).
Publikationsreihen
Seit 1958 gibt es die Publikationsreihe "Bayerische Kunstdenkmale", seit 1952 publiziert die "Materialhefte zur Vor- und Frühgeschichte", seit 1960 die "Jahresberichte der bayerischen Bodendenkmalpflege" (zuvor "Bayerische Vorgeschichtsblätter"). 1985/86 die Reihe "Denkmäler in Bayern" (die Baudenkmäler ganz Bayerns wurden darin erstmals vollständig publiziert). Denkmaltopographien, die die Denkmäler von einzelnen Städten und Landkreisen in Wort und Bild darstellen, erläutern und ihren Denkmalwert würdigen.

Adresse

Hofgraben 4

Literatur

  • Historische Luftbilder im Großformat bei München von oben, volkverlag
  • Alle Publikationen des Bay. Denkmalamts sind auch in der hauseigenen Bibliothek einsehbar.
  • W Eberl, D Martin, E J Greipl: Bayerisches Denkmalschutzgesetz, Kommentar unter besonderer Berücksichtigung finanz- und steuerrechtlicher Aspekte, bearbeitet von Dr. Franz Dirnberger, Dr. Wolfgang Eberl, Wolfgang Karl Göhner, Prof. Dr. Egon Johannes Greipl, Dr. Dieter Martin, Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart, 2007.
  • Greipl, Egon Johannes (Hrsg.): 100 Jahre Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege 1908-2008, Band I-IV, Verlag Friedrich Pustet, Regensburg, 2008.

Weblinks

Wikipedia.png
Das Thema "Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege" ist aufgrund der überregionalen Bedeutung auch bei der deutschsprachigen Wikipedia vertreten.
Erreichbar über diesen Link: Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege.
  1. Die dreischiffigen Stallungen im Erdgeschoss wurden in kleinteilige Räume umgebaut, nur im Südflügel blieb eine große Halle erhalten (heutige Säulenhalle). In ihr wurden die großen Maschinen aufgestellt. Um Gebäudebewegungen vorzubeugen, wurden in der Mittelhalle Eisenkonstruktionen zwischen den Säulen eingebaut, die heute noch erhalten sind. Der Antrieb der Maschinen erfolgte über drei Wasserräder im Pfisterbach. Das frühere Heulager wurde zur Scheideanstalt.