Augustinerkloster

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Augustiner-Kloster anno 1600
Heutige Fassade der ehemaligen Augustinerkirche entlang der Kaufinger Straße, rechter Hand die Augustinerstraße (April 2018)

1294 ließen sich die ersten Augustiner-Eremiten in München auf Wunsch des Freisingers Bischofs Emicho und des Herzogs Rudolf in einem Kloster nieder. Sie kamen aus Regensburg. Den Kern der ersten Niederlassung bildete eine Johannes-Kapelle und ein dazu gehöriges Wohnhaus auf dem so genannten "Haferfeld" unmittelbar außen vor dem Stadtgraben. Zugleich entstand daneben ein neuer Friedhof.

Das Augustinerkloster samt einer neuen Kirche wurde um 1315 im nach den Mönchen so genannten "Eremitenviertel" (später: "Kreuzviertel") fertiggestellt. Das heute dort befindliche Münchner Polizeipräsidium nach Planung Theodor Fischer durch die Baufirma Leonhard Moll in den Jahren 1912 bis 1915 ausgeführt, an das die Augustinerkirche unmittelbar angebaut wurde, entspricht in seiner Ausdehnung dem ehemaligen Konvent-Trakt (Wohnbereich) und dem Klostergarten. 1328 betrieben die Mönche in diesem Kloster eine Brauerei, deren Nachfolgeinstitution heute als Augustiner-Bräu bekannt ist. 1341 folgt die Altarweihe des Kirchenchors.

Die Augustinerkirche an der Ecke mit der Ettstraße von der Neuhauserstraße gesehen

Ab 1574 bestimmten aus Italien und Flandern stammende Augustiner-Eremiten die Mönchs-Bruderschaft. Von 1559 bis 1582 diente das Augustinerkloster auch der in München neuen Gesellschaft Jesu als Konvent.

Zwei andere Klöster lagen in jener Zeit im Norden, das der Franziskaner, und im Süden, das der Klarissen.

Die Augustinerkirche - Ausstattung

Mit beginn der Sekularisation ab 1802, die Auflösung des Augustinerkloster und Kirche begann mit dem Stichtag 13. September 1803, mit dem gesamten Convent, am 12. November hatten alle Augustiner das Kloster verlassen. Bereits Ende 1803 werden die Altäre dieser Kirche sogleich zum Verkauf angeboten, und am 21. Oktober 1803 ab 9:00 Uhr versteigert.[1] Von den Altären wurden die großen Bildwerke der bekanntesten Meister von der Stadt übernommen und an den damalgien Leiter der städtischen Galereie, von Mannlich übergeben. So finden sich noch heute nahezu alle Malereien in den Depos der Stadt. Ganz besonders Wertvoll mag das aus dem Jahr 1585 stammende Altarbild sein, die Kreuzigung Christi, mit seinen riesigen Dimensionen von 8,73m auf 5,85m, von Jacopo Tintoretto (Domenico Robusti) gemalt. Derzeit als Leihgabe im Stift Haug in Würzburg zu betrachten.

Geschichte

Bis zur Einrichtung des berühmten Hofbräuhauses (1589) bekamen die Wittelsbacher Herzöge ihr Bier von den Augustinern. Die Klosterbrauerei wurde auch nach der Säkularisation, zunächst in staatlicher Regie, weitergeführt.

Nach den Bombenschäden des Zweiten Weltkriegs wurde das Gebäude unter Erwin Schleich renoviert. Heute ist unter anderem das Deutsche Jagdmuseum in der ehemaligen Klosterkirche untergebracht.

Eine Infotafel zur früheren Gebäudenutzung

Siehe auch

Artikel über den Mönchsorden der Augustiner-Eremiten bei Wikipedia (lateinischer Name: Ordo Eremitarum Sancti Augustini, Ordenskürzel OESA). Seit 1963 heißt er Augustinerorden.

Dachlandschaft

Literatur und Quellen

  • Konvent der Augustiner: Anzeige der Altarblätter in der Augustiner Kirche zu München 29. April 1782
  • Hugo Steffen: Die Augustinerkirche in München. Die christliche Kunst: Monatsschrift für alle Gebiete der christlichen Kunst u. der Kunstwissenschaft sowie für das gesamte Kunstleben. Band 5 - 1908.
  • Alexis Held: Die Fürstengrüfte der Wittelsbacher in München. dabei Ausgrabungen in den Grüften unterhalb der Kirche durch Joachim Faßl im Jahr 1877.
  • Gabriel v. Seidl: Denkschrift über die Erhaltung und künftige Verwendung der alten Augustinerkirche, nun Mauthalle, in München. München 1906
  • Franz Jakob Schmitt: Die ehemalige Augustiner-Einsiedler-Klosterkirche der beiden hl. Johannes in München. Süddeutsche Bauzeitung 1904/1905 1. und 2. Teil.
Wikipedia.png
Das Thema "Augustinerkloster" ist auch bei der deutschsprachigen Wikipedia vertreten unter: Augustinerkirche_(München).

Einzelnachweise

  1. Kurpfalzbaierische Münchner Staats-Zeitung 19. Oktober 1803; Versteigerung, kommenden Donnerstag des 20ten dieses frühe. 9 Uhr werden in der abgewürdigten Augustiner Kirche sämmtlicvhe Altäre, an welchen die Tumben, zum Theile auch die Säulen von ausländischem Marmor sind, eben so auch die marmornen Antrittsstufen, derley Weihwasser-Kessel und Pflaster die eichenen Beth-, und Beichtstühle, die eisernen Altargitter und einige Glocken gegen gleich bars Bezahlung öffentlich versteigert. Welches hiermit bekannt gemacht wird von der, München, den 17ten Oktober 1803, Kurfürstl. Special-Commission in Klostersachen. Graf zu Lobron, Präsident.