Strafjustizzentrum
Das Strafjustizzentrum ist ein Gerichtsgebäude, das seit 1977 in der Nymphenburger Straße 16 beheimatet war. Ab Juni 2026 zieht es in einen Neubau an der Dachauer Straße / Schwere-Reiter-Straße um. Ab Juli sollen die ersten Strafprozesse in dem neuen Gebäude stattfinden[1].
Nutzung
Im Strafjustizzentrum sind die Strafabteilungen des Münchner Amtsgerichts und der Landgerichte München I und II beherbergt.
Geschichte
Auf dem Gelände an der Ecke Nymphenburger-/Sandstraße stand bis zur Zerstörung im Zweiten Weltkrieg der Bierpalast des Arzberger Kellers. Das Strafjustizzentrum wurde 1977 eröffnet.
Neubau
Das in den 1970er-Jahren erbaute Gebäude galt schon seit etwa 2014 als sanierungsbedürftig und wurde sogar als abbruchreif bezeichnet. Seit November 2015 wird daher ein Neubau am südlichen Oberwiesenfeld errichtet. Ursprünglich wurden 305 Mill. Euro Baukosten bewilligt. Wie so oft, verteuerte und verzögerte sich das Bauprojekt beträchtlich[2]. Nach Stand Dezember 2024 wird von einer sechsjährigen Verzögerung und 100 Mill. Euro Mehrkosten ausgegangen[3]. Letzten Endes kostete der Neubau 434 Mill. Euro[1].
Adresse
Dachauer Straße 118
80637 München
:
N43 N44 53 Leonrodplatz
Nachnutzung des bisherigen Gebäudes
Aufgrund des baulichen Zustands wurden bereits Forderungen nach Abbruch des Betongebäudes laut. Mittlerweile ist jedoch eher mit einem Umbau in Staatsbedienstetenwohnungen zu rechnen. Auch eine Initiative „Justizzentrum erhalten“ möchte den Abbruch verhindern. Sie kämpft für einen Umbau des Gebäudes, das im Stil des BrutalismusW gebaut ist. Ein Architektur-Diplomand hat für eine Nutzung als Wohnraum einen Entwurf für seine Architektur-Masterarbeit „Alt. Brutal. Gutaussehend“ erstellt[4][5].
Nach dem Stand von August 2025 will der Freistaat Bayern das Gebäude verkaufen. In einem Offenen Brief hatte der damalige Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter dagegen protestiert. Ein solcher Schritt würde bedeuten, dass der Freistaat eine seiner letzten großen verfügbaren innerstädtischen Flächen aus der Hand gibt – ohne die Möglichkeit, aktiv Einfluss auf die Schaffung dringend benötigten bezahlbaren Wohnraums zu nehmen. Ein Verkauf an den Höchstbietenden würde hingegen die Gentrifizierung und damit die Verdrängung in der Maxvorstadt sogar noch verstärken. Die Fehler, die beim Verkauf des ehemaligen Frauengefängnisses Neudeck oder des Universitätsgeländes ‚Alte Chemie‘ gemacht wurden, sollten jetzt nicht wiederholt werden. Vielmehr erwarte er eine Veröffentlichung der Machbarkeitsstudie, die der Freistaat zur Entwicklung des Areals beauftragt hatte[6].
Weblinks
- Bayerischer Rundfunk, 18. Mai 2026: Alles unter einem Dach: Münchner Strafjustizzentrum eingeweiht
- Süddeutsche Zeitung, 1. November 2023: Maxvorstadt: Was wird aus dem alten Justizzentrum?
- Süddeutsche Zeitung, 18. Mai 2026: Neues Strafjustizzentrum in München: Ein gläserner „Prunkpalast“ – wo sich künftig Kriminelle und Richter treffen
- Staatliches Bauamt München 1: Neubau Strafjustizzentrum München
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 Münchner Merkur, 19. Mai 2026: Für 434 Millionen Euro: Freistaat weiht Strafjustizzentrum in München ein – Söder schwärmt vom „Prunkpalast“
- ↑ Bund der Steuerzahler: Kostspieliges neues Strafjustizzentrum in München: Ausufernde Kosten beim Neubau des Strafjustizzentrums in München
- ↑ Münchner Merkur, 23. Dezember 2024: Schon sechs Jahre Verzögerung: Bayerns größte Baustelle frühestens 2026 fertig
- ↑ Abendzeitung, 11. April 2024: Berühmter Betonklotz in München könnte abgerissen werden: So will eine Initiative ihn retten
- ↑ Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr, 1. März 2023: Nachnutzung des Strafjustizzentrums an der Nymphenburger Straße
- ↑ Rathaus-Umschau 157/2025: Strafjustizzentrum: OB Reiter schreibt Ministerpräsident Dr. Söder
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Das Thema "Strafjustizzentrum" ist auch bei der deutschsprachigen Wikipedia vertreten unter: Strafjustizzentrum München.
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