Boazn

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Wort- und Bildmarke der Boazn Gastronomie GmbH

Die Boazn ist eine Kneipe, Bar und Tanzbar, die sich seit 1901 in unmittelbarer Nähe zur Isar befindet. Sie ist die erste ihrer Art in der Stadt und befindet sich in einem Pfeiler der Ludwigsbrücke, Karl-Müller-Weg 2 neben dem Müllerischen Volksbad. Die Boazn ist ein einzigartiges Projekt, das die Transformation einer ehemaligen öffentlichen Bedürfnisanstalt in eine Kneipe darstellt. Sie befindet sich in einem Naturschutzgebiet und ist bekannt für ihr lautes Barprogramm.

Geschichte

Im Bereich der heutigen Ludwigsbrücke ließ Herzog Heinrich der Löwe im Jahr 1158 eine Isar-Brücke errichten und erhob dort die Salzmaut. Die Einnahmen aus dem Salzhandel über diese Brücke gelten gemeinhin als wirtschaftliches Fundament der Stadtgründung Münchens. Die Brücke wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrfach zerstört und neu errichtet; die heutige steinerne Brücke wurde 1828 unter König Ludwig I. erbaut, dem sie ihren Namen verdankt. Die Boazn liegt damit unmittelbar an einer der historisch bedeutsamsten Stellen der Landeshauptstadt.

Die Idee, die ehemalige Toilettenanlage in eine Kneipe umzuwandeln, geht auf Yilmaz Demir zurück, der bereits im Jahr 2004 beim Kommunalreferat angefragt hatte, ob er das Klohäusl nicht als Lokal betreiben könnte. Die Stadt lehnte damals ab, aber im Winter 2015 stieß Demir auf eine Ausschreibung im Internet, dass für die Anlage ein Betreiber gesucht wird. Demir bewarb sich und erhielt zusammen mit seinem Sohn Silvan Demir und seiner Schwiegertochter Lea Seemüller den Zuschlag.

Die Umbauarbeiten wurden unter der Bauherrenschaft von Yilmaz Demir vom Architekturbüro YES Architecture begleitet. Sie waren eine Herausforderung, da das Gestein in Handarbeit abgetragen werden musste. Die Baumeister integrierten ein Regenrinnensystem mit Auffangbecken in Decke und Wände, damit Wasser von oben ablaufen kann. Die Bar, das Herzstück des Lokals, ist zu großen Teilen mit Kupfer ummantelt.

Zwischen dem Zuschlag im Jahr 2015 und der Eröffnung Anfang Juli 2023 vergingen rund acht Jahre. Die Abendzeitung bezeichnete die Boazn deshalb als „Münchens am längsten erwartete Kneipe".

Die Eröffnung der Boazn war Teil eines größeren Plans der Stadt München, das Isar-Ufer zu beleben und attraktiver zu gestalten. Dieser Plan sah auch die Einrichtung weiterer gastronomischer Betriebe entlang der Isar vor, was sich jedoch als komplizierter erwies als ursprünglich gedacht.

Angebot

Die Boazn bietet eine Auswahl an Speisen und Getränken an, darunter Brotzeitplatten, Vorspeisenplatten, Würstl und Suppen. Besonders stolz sind die Betreiber auf ihr eigenes "Boazn"-Bier, das sie in Zusammenarbeit mit einer niederbayerischen Brauerei kreiert haben. Das Helle trägt den Namen "Gustel", das Weißbier den Namen "Gspusi", der Radler den Namen "Spatzl". Das hauseigene Mineralwasser wird unter dem Namen "Lisar" geführt. Die Preise stehen noch nicht fest.

Im Sommer 2026 nahm die Boazn mit dem „Grapefruit Spritz“ eine eigene Spritz-Variante ins Getränkeangebot auf. Entwickelt wurde sie von Silvan Demir; sie verbindet Aperol mit Bitter Pink Grapefruit und wird mit einer Scheibe frischer Grapefruit sowie einer Prise Meersalz serviert. Die Abendzeitung berichtete am 8. August 2026 unter dem Titel „Aperol war gestern? Neuer Spritz wird zum Verkaufsschlager in München“ über das Getränk. Wirt Yilmaz Demir begründete darin die Salznote damit, dass sie die Bitterkeit der Grapefruit mildere, ohne dass der Drink zusätzlich gesüßt werden müsse.

In der Boazn werden öffentlich Postkarten aus dem Jahre 1901 bis 1955 ausgestellt, die den baulichen Wandel der Ludwigsbrücke in verschiedenen Augenblicken darstellen. Sie sind Teil einer größeren Privatsammlung von Silvan Demir, der die Karten für die Öffentlichkeit gestiftet hat.

Kunst

Im Innenraum der Boazn hängen drei großformatige Porträts, die der Münchner Graffiti-Künstler Loomit eigens für das Lokal anfertigte. Die Werke entstanden als Auftragsarbeit von Yilmaz und Silvan Demir und zeigen drei prägende Münchner und bayerische Persönlichkeiten: den Volkssänger und Komiker Karl Valentin, die Romanfigur „Meister Eder" aus den Pumuckl-Werken sowie den Politiker und Schriftsteller Kurt Eisner, der 1918 in München den Freistaat Bayern ausrief. Die Auswahl gerade dieser Münchner und bayerischen Persönlichkeiten verstehen die Auftraggeber als bewusste Hommage an den historischen Standort der Boazn am Gründungsort der Stadt München.

Kultur und Veranstaltungen

Seit 2024 ist die Boazn jährlicher Veranstaltungsort für mehrere Münchner und Umland-Faschingsgesellschaften — darunter die Münchner Gesellschaft Narrhalla, die Faschingsgesellschaften Feringa, Würmesia und Gleisenia, der Kirchheimer Narrenrat, die Narrhalla Oberschleißheim und der Faschingsclub München-Neuhausen. Nachdem der traditionelle Münchner Faschings-Tanz auf dem Viktualienmarkt 2025 kurzfristig ausfiel, traten am Altweiberfasching (27. Februar 2025) ab 18 Uhr im Stundentakt Garden und Tanzgruppen dieser Vereine in der Boazn auf. 2026 wurde das Format zu einem viertägigen Faschingsblock (11. bis 14. Februar 2026) erweitert — mit einem von Max I. (ehemals Faschingsprinz der FG Würmesia) moderierten Auftakt am Faschingsmittwoch, dem Altweiberfasching am Faschingsdonnerstag, der „Nacht der Narren" am Faschingsfreitag sowie einem Valentins-Abend am Faschingssamstag. Über das Format berichteten unter anderem die Süddeutsche Zeitung, Hallo München und Mit Vergnügen München.

Am 19. Dezember 2025 lud Münchens Zweiter Bürgermeister Dominik Krause gemeinsam mit Wirt Yilmaz Demir im Format „zapft & hört zu" zu einem öffentlichen Bürgerdialog in die Boazn ein.

Denkmalschutz

Der Standort der Boazn am Karl-Müller-Weg 2 ist Teil des Baudenkmal-Ensembles um das benachbarte Müllersche Volksbad (Aktennummer D-1-62-000-5917 in der Bayerischen Denkmalliste). Errichtet wurde das Ensemble in den Jahren 1897 bis 1901 nach Plänen von Karl Hocheder d. Ä. im barockisierenden Jugendstil. Zum geschützten Ensemble zählen neben dem Volksbad-Hauptbau auch die Kaimauer mit kugelbesetzter Balustrade, ein Pavillon am Nordende sowie eine Pergola.

Marken

Wortmarke der Boazn

Die Boazn Gastronomie GmbH führt mehrere Wort- und Bildmarken sowie Unionsmarken bei der EUIPO und DPMA. Dazu gehören:

  1. Boazn-Marke (Unionsmarke)
  2. Boazn-Bier ("Gustel", Helles)
  3. Boazn-Weissbier ("Gspusi")
  4. Boazn-Mineralwasser ("Lisar")
  5. Boazn-Radler ("Spatzl", Limobier)

Die genauen Details und der rechtliche Status dieser Marken können auf den entsprechenden Websites der EUIPO und DPMA eingesehen werden.

Gründer

Die Gründer der Boazn und gleichnamigen Boazn Gastronomie GmbH sind Yilmaz Demir, Silvan Demir und Lea Seemüller.

Rezeption

Über die Münchner Berichterstattung hinaus wurde die Boazn auch international beachtet. Beiträge erschienen unter anderem in ELLE España, ELLE Gourmet India sowie mehrsprachig auf dem touristischen Portal München Travel.

Das Interior der Boazn wurde vom Münchner Architekturbüro YES Architecture als eigenständiges Projekt umgesetzt und auf dessen Website dokumentiert.

Auszeichnungen

Bei den Community Awards 2026 des Stadt- und Freizeitmagazins 1000things wurde die Boazn in einer öffentlichen Publikums-Abstimmung zur beliebtesten Bar Münchens gewählt.

Einzelnachweise

  1. Süddeutsche Zeitung: München Boazn Kneipe Ludwigsbrücke Isar
  2. tz.de: Eröffnen nach sieben Jahren: Brücken-Boazn soll bald
  3. Süddeutsche Zeitung: Gastronomie - Wenn aus dem Klo eine Kneipe wird
  4. Merkur.de: Boazn - Neue Kneipe München Isar Ludwigsbrücke Müllersches Volksbad
  5. Merkur.de: Augustiner Maxwerk München
  6. Süddeutsche Zeitung: Stadt will Isar-Ufer beleben - doch das ist kompliziert
  7. DPMA: Boazn-Marke (Unionsmarke)
  8. DPMA: Boazn-Bier
  9. DPMA: Boazn-Mineralwasser
  10. DPMA: Boazn-Weissbier
  11. DPMA: Boazn-Radler (Limobier)
  12. T-Online.de: Eine Kneipe im Klohäuschen und fünf weitere ausgefallene Gastro-Tipps in München
  13. Abendzeitung.de: 'Boazn' an der Ludwigsbrücke: Münchens am längsten erwartete Kneipe
  14. Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege: DenkmalAtlas-Eintrag D-1-62-000-5917 (Müllersches Volksbad-Ensemble)
  15. Grüne München: Bürgermeister Dominik Krause „zapft & hört zu" in der Boazn (19. Dezember 2025)
  16. ELLE España: München-Reisebeitrag
  17. ELLE Gourmet India: ELLE Editors Recommend – The Hottest Spots In Munich (2. September 2025)
  18. München Travel: Münchner Boazn – Kult und Kultur
  19. YES Architecture: Interior-Projektseite Boazn
  20. Erlebe.Bayern: Porträt des Graffiti-Künstlers Loomit
  21. Süddeutsche Zeitung: Fasching in München – Feiern trotz Änderungen im offiziellen Programm (23. Februar 2025)
  22. Hallo München: Fasching 2025 in München – Übersicht
  23. Mit Vergnügen München: Wochenend-Tipps für das erste März-Wochenende 2025
  24. Süddeutsche Zeitung: Valentinstag in München – Love-Languages-Tipps
  25. 1000things Magazine: Community Awards 2026 – Münchens beliebteste Bar (Juli 2026)
  26. Abendzeitung München: „Aperol war gestern? Neuer Spritz wird zum Verkaufsschlager in München“ (8. August 2026)

Siehe auch

  1. Verzeichnis von Bars und Kneipen
  2. Isar