Unionsbräu

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Das Unionsbräu ist eine Gaststätte in der Einsteinstraße im Stadtteil Haidhausen und hatte bis 2012 eine eigene Hausbrauerei. Früher saß hier eine der größten Münchner Brauereien.

Der Baustil Neorenaissance des Gebäudes entspringt einer Richtung des Historismus im 19. Jahrhundert.

Geschichte

Die Brauerei wurde 1885 von Kommerzienrat Joseph Schülein als Aktiengesellschaft „Unionsbrauerei Schülein & Cie.“ gegründet. 1905 wurde die Münchner Kindl Brauerei übernommen und 1921/22 erfolgte eine Fusion mit der Münchner Aktienbrauerei zum Löwenbräu (Löwenbräu AG).

Die Unionsbrauerei entwickelte sich schnell zu einer der größten Brauereien Münchens. Weil Schülein Jude war, wurde sein Bier in bestimmten Kreisen als "Judenbier" diffamiert.

Die Gastwirtschaft wurde mehrfach umbenannt und unterschiedlich genutzt: zunächst in „Danny’s Pan“, dann in „Song-Parnass im Unionsbräu“. Seit 1990 heißt die Gastwirtschaft wieder „Unionsbräu“, im kleinen Braukeller wurde bis 2012 für die Gaststätte gebraut. Im November 2012 war die Gaststätte geschlossen. Der langjährige Wirt Ludwig Hagn (auch der Wirt des Löwenbräu-Festzelts auf dem Oktoberfest) entschied sich wegen mangelnder Wirtschaftlichkeit dafür.

Am 1. Dezember 2015 wurde die Gaststätte „Unionsbräu“ ohne Weiterführung des Brauerei-Betriebes wiedereröffnet. Der neue Wirt bietet im Erdgeschoss bayerische und internationale Küche an. Im ersten Stock und den beiden Kellergeschossen verfolgt er ein gemischtes Nutzungskonzept, unter anderem mit Feiern und Partys.

Adresse

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Unionsbräu
Einsteinstraße 42
D-81675 München
☎ : 089 / 41 10 98 49

Öffnungszeiten
Di – Sa: 17 – 24 Uhr
So und Feiertage: 11 – 23 Uhr

Gedenktafeln

Am 9. November 2018 wurden an der Fassade des Unionsbräu an der Einsteinstraße 42 und im Innenhof zwei Gedenktafeln an die jüdische Brauerfamilie Schülein enthüllt. Die Tafeln hat der Münchner Bildhauer Toni Preis gestaltet. Der Text auf den Erinnerungstafeln lautet:

„1885 erwirbt Josef Schülein das Anwesen Einsteinstraße (damals Äußere Wiener Straße) 38 - 44 und gründete die „Unionsbrauerei Schülein & Co.“. Am 5. Januar 1921 fusioniert die Brauerei mit der Löwenbräu AG. Dr. Hermann Schülein, der Sohn der Firmengründers, wird Vorstandsvorsitzender. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 werden die Schüleins auf Grund ihrer jüdischen Herkunft aus all ihren Funktionen gedrängt. Dr. Hermann Schülein verlässt im Frühjahr 1936 Deutschland und emigriert mit seiner Familie in die USA. Joseph Schülein stirbt am 9. September 1938 auf Gut Kaltenberg. 1943/44 wird fast das gesamte Areal der Unionsbrauerei durch Bomben zerstört. Auch in den USA als Brauereiunternehmer erfolgreich, unterstützt Dr. Hermann Schülein den Wiederaufbau Münchens. Er stirbt am 14. Dezember 1970.“

Literatur

  • Wolfgang Behringer: Löwenbräu. Von den Anfängen des Münchner Brauwesens bis zur Gegenwart. München, Süddeutscher Verlag, 1991. ISBN 3-7991-6471-5

Weblinks

Www.png www.unionsbraeu-muenchen.de, offizielle Website

Wikipedia.png
Das Thema "Unionsbräu" ist auf Grund der überregionalen Bedeutung des Themas auch bei der deutschsprachigen Wikipedia vertreten — dort:
erreichbar über diesen Link: Unionsbräu.