Münchner Francaise

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Die Française in München entwickelte sich aus französischen Kontratänzen des 18. Jahrhunderts ab dem Anfang des 19. Jahrhunderts, also kurz vor der Zeit König Ludwigs II. Sie hat Elemente der Quadrille und wird, nomen est omen, oft zur Fledermaus Quadrille von Johann Strauß (Sohn) getanzt.

Geschichtlicher Hintergrund

Schon vom ersten Faschingsball im Deutschen Theater an gehörte sie zum festen Programm: Seit 1897 ist die Münchner Française Bestandteil des Ballfaschings im Deutschen Theater. In einer Chronik aus der Zeit der Jahrhundertwende liest man darüber:

"Drinnen im Saale, da bricht's los, schmettern und jubelnd. Die Dominos schwingen die Fächer, die Tänzer streichen die Glatzen ab oder fahren mit dem Taschentuch übers heiße Gesicht. Und in den Logen kracht's mit froher Verheißung von den Pfropfen der Sektflaschen. Aber schon ruft's zur Müncher Française. Und da stürzt es wieder aus allen Ecken mit jener Hast, die man fürchtet, zu spät zu kommen.
Man hebt kreischende Weiber über die Brüstung der Logen, man pufft nach allen Seiten, man drängt und schiebt ohne Rücksicht, ohne Pardon. Mit Not und Mühe stellen Tanzordner die einzelnen Schlachtreihen auf. Tönen aber die ersten Klänge, dann löst sich's in Vor- und Zurücktreten in Komplimente und Kußhände, in Balancieren und Drehen. Immer lauter tönt der Jubel, immer kecker fliegen die Röcke! Da, bei der vorletzten Tour hebt sich im rasenden Ringelreih das wiehernde Gebrüll. Als ob der Hörselberg losbräche mit Faunen und Nymphen. Alle die hochgehobenen Weiber mit fuchtelnden Armen und strampelnden Beinen scheinen in diesem Augenblick wie ein ungeheures Ganzes, ein Riesenpolyp, der mit den Männern erst Fangball spielt, ehe er sie gänzlich verschlingt. Kein Wunder, dass bei solch bacchantischem Schwung die Münchner Française bis heute Bestandteil des Münchner Faschings ist.

Es handelt sich dabei um einen Contredanse, einen “Gegenüber-Tanz“, der sich im 17. und 18. Jahrhundert als Gattung großer Beliebtheit erfreute. Um 1820 kam er im restaurativen Europa mit seinen Festbällen ein zweites Mal in Mode. In dieser Zeit entwickelte sich auch die Münchner Française. Dabei stehen sich die Paare in zwei Reihen (Kolonnen) gegenüber. Die Tanzpaare richten sich nach den Kommandos des Tanzmeisters, der den Paaren den Wechsel der Schritte vorgibt. Dabei sind die Figuren durch eine Choreographie festgelegt.

Die Tanzpädagogen Peps Valenci und Thea Sämmer hielten auch nach dem 2. Weltkrieg die Tradition der Münchner Française aufrecht und übergaben sie später in die Hände von Helfried Geißler von der Tanzschule am Deutschen Theater, so dass ihre Tradition bis heute ungebrochen ist.

Quelle: www.089.com

Moderatoren

Die Francaise zu "lesen", also zu moderieren, ist sehr viel schwieriger, als es aussieht. Die Kommandos müssen rechtzeitig und genau passend zur Musik gegeben werden, sonst kommt es zum totalen Chaos. In München bieten folgende Personen die Münchner Francaise an. Das Geld ist in jedem Fall gut angelegt, denn der Erfolg ist auch bei großen "Nicht-Tänzer-"Gruppen garantiert.

Anlässe, bei denen sie getanzt wird

Weblinks