Carry Brachvogel

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Die Schriftstellerin Carry Brachvogel (* 16. Juni 1862 in München, † 20. November 1942 im Konzentrationslager Theresienstadt in der besetzten Tschechoslowakei) war Mitbegründerin und bis 1933 Vorsitzende des Schriftstellerinnenvereins in München.

Sie lebte fast drei Jahrzehnte in der Herzogstraße 55/I und wurde zusammen mit ihrem Bruder, dem unter dem NS-Regime entlassenen Universitätsprofessor Siegmund Hellmann in das von den Nazis so genannte Judenlager Milbertshofen der Gestapo München deportiert. Die Münchner Autorin Gerty Spies kam am gleichen Tag wie sie, am 22. Juli 1942, von diesem Lager aus „mit unbekanntem Ziel“, so hieß es im Amtsdeutsch damals, in das deutsche KZ Theresienstadt (von ihr stammt ein Bericht über die Zustände in diesem Konzentrationslager an diesem Tag). Die von den Nationalsozialisten herbeigeführten Verhältnisse in diesem "Lager" führten rasch zum Tod der 78-jährigen Carry Brachvogel: Sie starb bereits drei Monate nach der Ankunft, am 20. November 1942.

2012 wurde die Carry-Brachvogel-Straße in Bogenhausen nach ihr benannt.

Literatur

  • Renate Heuer: Carry Brachvogel (1864–1842), Schriftstellerin. In: Manfred Treml, Wolf Weigand (Herausgeber): Geschichte und Kultur der Juden in Bayern. Lebensläufe. Mit Beiträgen von Franz Menges, Fritz Armbruster, Renate Heuer, Rudolf Endres, Leibl Rosenberg u.a. München, Haus der Bayerischen Geschichte, 1988. 328 S. (= Veröffentlichungen zur Bayerischen Geschichte und Kultur Nr. 18 /88)
  • Gerty Spies (1984): Drei Jahre Theresienstadt. (Seite 34 über die Ankunft im KZ)
  • Verena Dajana Simon: Weibliche Berufsschriftstellerei um 1900 in München am Beispiel von Carry Brachvogel. (Bachelorarbeit Univ. Augsburg)
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