Walter Klingenbeck

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Walter Klingenbeck (* 20. März 1924 München; † 5. August 1943 München-Stadelheim) wurde als Jugendlicher wegen seines Widerstands gegen das NS-Regime am 26. Januar 1942 verhaftet.

Er und seine Freunde, Daniel von Recklinghausen, Hans Haberl und Erwin Eidel, verbreiteten Flugblätter, die aus Kurztexten und Bildern bestanden. Der Klingenbeck-Kreis traf sich anfangs nur zum Abhören unerlaubter Radiobeiträge (Auslandssender und illegale Sender aus dem Reich). Fasziniert waren die Jungen von dem Sender Gustav Siegfried 1, der Gerüchte verbreitete wie „an der Ostfront sei Fleckentyphus ausgebrochen“ oder „hohe Funktionäre würden sich wilden sexuellen Ausschweifungen hingeben“. Schließlich versuchten sie, einen eigenen Schwarzsender aufzubauen. Sie überlegten sich Namen für ihren Sender wie „Radio Rotterdam“, um an die Vernichtung der Stadt durch die deutsche Luftwaffe zu erinnern, oder „Sender der Freiheit“ oder „Gustav Siegfried 8“. In ersten, kleinsten Versuchen sendeten sie französische Schlagermusik und oppositionelle Propaganda, um zum Sturz des NS-Regimes aufzufordern.

Im Sommer 1941 sendete die BBC den Aufruf, das V-Zeichen als Kürzel für das englische Wort „victory“ zu verbreiten um damit den Sieg der Alliierten anzukündigen. Im September 1941 malte Klingenbeck mit schwarzem Altöl große V-Zeichen an etwa 40 Gebäude im Süden Münchens, in Bogenhausen und vor die SS-Kaserne in Freimann.

Nach acht Monaten Untersuchungshaft wurde er am 24. September 1942 vom so genannten Volksgerichtshof in Berlin für seinen angeblichen Hochverrat zum Tode verurteilt. Das Begnadigungsgesuch für Walter Klingenbeck wurde abgelehnt und er am 5. August 1943 in der Strafanstalt München-Stadelheim auf dem Schafott hingerichtet. Er ist in München auf dem Friedhof am Perlacher Forst, Grab 39/4/21, bestattet.

Gedenken

In Erinnerung an den jungen Widerstandskämpfer nennt sich die staatliche Realschule in Taufkirchen (Landkreis München) „Walter-Klingenbeck-Schule“. Auf einer von innen beleuchteten Bildsäule in der Schulaula wird mit Fotos, Dokumenten und Texten an Walter Klingenbeck und seine Freunde erinnert (am 27. Januar 1997 im Rahmen einer Feierstunde im Beisein von Angehörigen Walter Klingenbecks der Öffentlichkeit übergeben).

Walter-Klingenbeck-Weg
Seit Januar 1998 trägt ein bis dahin unbenannter Weg in der Maxvorstadt Klingenbecks Namen.

Literatur

  • Ruth-Maria Gleißner: „Der Hitler soll das Maul nicht so voll nehmen.“ Das kurze Leben des Walter Klingenbeck. - München : Bayer. Rundfunk, 2004
  • Jürgen Zarusky: „... nur eine Wachstumskrankheit“? Jugendwiderstand in Hamburg und München. In: Dachauer Hefte Nr. 7: Solidarität und Widerstand. 1991.
  • Walter-Klingenbeck-Schule: Der Jahresbericht 1996, auf den Seiten 1 bis 16, Auskunft über ihn.
  • Walter-Klingenbeck-Schule: Im Jahresbericht 1997, Seite 45 bis 48, Beitrag zur Gedenkfeier und zur Einweihung der Bildsäule.

Weblinks

Siehe auch

Wikipedia.png
Das Thema "Walter Klingenbeck" ist aufgrund der überregionalen Bedeutung auch bei der deutschsprachigen Wikipedia vertreten.
Erreichbar über diesen Link: Walter Klingenbeck.