Stadtmodell von Jakob Sandtner

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Sandtners Stadtmodell von München
Stadtplan von Gustav Steinlein nach dem Stadtmodell, 1910
Abbildung in München und seine Bauten, 1912
2:1-Kopie im Stadtmuseum, 1927–1933

Das Stadtmodell von Jakob Sandtner ist die erste detailgetreue plastische Darstellung der Stadt München. Es handelt sich dabei um eine Arbeit des Straubinger Drechslermeisters Jakob Sandtner.

Geschichte

Sandtner hatte ein maßstabsgetreues Holzmodell seiner Heimatstadt Straubing angefertigt. Herzog Albrecht V. kaufte das Modell 1568 und beauftragte Sandtner, Stadtmodelle weiterer Residenzstädte anzufertigen. Das Stadtmodell von München fertigte Sandtner im Jahr 1570. Kurfürst Maximilian I. ließ in das Modell nachträglich zwei Gebäudekomplexe einfügen: Das Jesuitenkolleg mit der Michaelskirche sowie die erweiterten Residenzgebäude.

Das Modell wurde mit Sandtners anderen Stadtmodellen in der von Herzog Albrecht um 1563/67 eingerichteten Kunstkammer untergebracht, die später als Alte Münze diente. Dort war es ein Teil der Ausstellung Bavaria illustrata, zu der unter anderem auch die Bairischen Landtafeln Apians gehörten.

1858 wurde das Münchner Stadtmodell dem Bayerische Nationalmuseum zugewiesen, wo es zusammen mit den anderen Modellen in einem eigenen Saal ausgestellt ist.

Beschreibung

Das Modell der Stadt München ist aus Lindenholz gefertigt. Es hat eine Grundfläche von 186 x 200 cm und ist 17 cm hoch. Der Maßstab ist nicht ganz konstant, er schwankt zwischen 1:616 und 1:750. Das Modell liefert ein recht exaktes Abbild des um 1570 im Wesentlichen noch mittelalterlichen Gebäudebestands Münchens. Da sich der Stadtgrundriss über Jahrhunderte kaum geändert hat und der Wiederaufbau der Altstadt nach dem Zweiten Weltkrieg im Wesentlichen das historische Straßennetz bewahrt hat, lassen sich heutige Orte in der Altstadt sehr gut in dem Modell wiedererkennen und mit dem historischen Bestand vergleichen.

Begrenzt wird das Modell von der doppelten Stadtmauer mit ihren Toren ud Türmen und dem davor liegenden Stadtgraben. Dargestellt sind auch noch die jenseits des Stadtgrabens vor den Toren liegenden Rondelle.

Nachwirkungen

Das Stadtmodell ist bis heute eine wichtige Quelle sowohl für die historische Entwicklung der Bausubstanz der Altstadt als auch für einzelne Bauwerke. So wird es beispielsweise in der Denkmaltopographie Denkmäler in Bayern oft bei der Beschreibung der Geschichte eines Hauses herbeigezogen.

1910 erstellte Gustav Steinlein für sein Buch Die Baukunst Alt-Münchens einen Vogelschauplan Münchens nach Sandtners Stadtmodell. Das Buch enthält auch zahlreiche nach dem Stadtmodell angefertigte Detailzeichnungen von Einzelbauwerken oder Häusergruppen.

Literatur

  • Franz Schiermeier: Stadtmodell München 1570 von Jakob Sandtner, Franz Schiermeier Verlag, München 2018, ISBN 978-3-943866-61-2

Weblinks

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Das Thema "Stadtmodell von Jakob Sandtner" ist auch bei der deutschsprachigen Wikipedia vertreten unter: Jakob Sandtner#Stadtmodelle.

Einzelnachweise