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'''Franz Kil''' (* bl.[[1856]] in {{WL2|Bamberg}}; † [[1887]] in [[München]]) war ein Maurermeister, der in München raumbildnerisch, im Stil der [[Neorenaissance]], tätig sowie Wirt des ''Kil's Colosseum zu den drei Linden'' war. | '''Franz Kil''' (* bl. [[1856]] in {{WL2|Bamberg}}; † [[1887]] in [[München]]) war ein Maurermeister, der in München raumbildnerisch, im Stil der [[Neorenaissance]], tätig sowie Wirt des ''Kil's Colosseum zu den drei Linden'' war. | ||
==Werdegang== | == Werdegang == | ||
Am 30. Juli 1856 heiratete er Margarethe Zanon, Eisenhändlerstochter aus Bamberg in der [[Abteikirche St. Bonifaz]]. | Am 30. Juli 1856 heiratete er Margarethe Zanon, Eisenhändlerstochter aus Bamberg in der [[Abteikirche St. Bonifaz]]. | ||
==Kil's Colloseum== | == Kil's Colloseum == | ||
Franz Kil war seit 1869 Wirt in der Tafernwirtschaft [[Klenzestraße]] 24 und seit 1870 in der ''Wirtschaft zu den drei Linden'', Müllerstraße 42. Nach einem Umbau wurde, aus letzterer im Jahr 1872 eine Singspielhalle, Varietétheater, genannt [[Kolosseum|Kil's Colosseum zu den drei Linden]]. Im großen Tanzsaal des Kolosseums fanden die ersten [[Fasching]]s-Redouten, mit bis zu 4.000 Besuchern, statt<ref>Eva Graf, Christine Rädlinger: ''Bachauskehr: eine Zeitreise in das München der Jahre 1850-1914 ; die Aufzeichnungen der Maria Walser,'' Volk Verlag, 2008 - 264 S., [https://books.google.de/books?id=D6EWAQAAIAAJ&q=%22Franz+Kil%22&dq=%22Franz+Kil%22&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwidr9bIzKLgAhXDJFAKHXTqBEc4ChDoAQg3MAM S. 247]</ref>. Das von Franz Kil erbaute Theater eröffnete 1874 und konnte sich durch zwei Weltkriege mit einem abwechslungsreichen und auf den jeweiligen Zeitgeist abgestimmten Unterhaltungsprogramm halten: Varieté, Artistik, [[Karl Valentin]], die legendären Faschingsbälle oder sogar Box- und Ringkämpfe. 1961 wurde das Theater abgerissen und der Grund „verwertet“<ref>Kultur Geschichts Pfad, [https://www.muenchen.de/rathaus/dam/jcr:3bcb5427-0737-4d21-a9bf-7e82e9891db7/KGP02_booklet_3auf_screen.pdf S. 68]</ref>. | Franz Kil war seit 1869 Wirt in der Tafernwirtschaft [[Klenzestraße]] 24 und seit 1870 in der ''Wirtschaft zu den drei Linden'', Müllerstraße 42. Nach einem Umbau wurde, aus letzterer im Jahr 1872 eine Singspielhalle, Varietétheater, genannt [[Kolosseum|Kil's Colosseum zu den drei Linden]]. Im großen Tanzsaal des Kolosseums fanden die ersten [[Fasching]]s-Redouten, mit bis zu 4.000 Besuchern, statt<ref>Eva Graf, Christine Rädlinger: ''Bachauskehr: eine Zeitreise in das München der Jahre 1850-1914 ; die Aufzeichnungen der Maria Walser,'' Volk Verlag, 2008 - 264 S., [https://books.google.de/books?id=D6EWAQAAIAAJ&q=%22Franz+Kil%22&dq=%22Franz+Kil%22&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwidr9bIzKLgAhXDJFAKHXTqBEc4ChDoAQg3MAM S. 247]</ref>. Das von Franz Kil erbaute Theater eröffnete 1874 und konnte sich durch zwei Weltkriege mit einem abwechslungsreichen und auf den jeweiligen Zeitgeist abgestimmten Unterhaltungsprogramm halten: Varieté, Artistik, [[Karl Valentin]], die legendären Faschingsbälle oder sogar Box- und Ringkämpfe. 1961 wurde das Theater abgerissen und der Grund „verwertet“<ref>Kultur Geschichts Pfad, [https://www.muenchen.de/rathaus/dam/jcr:3bcb5427-0737-4d21-a9bf-7e82e9891db7/KGP02_booklet_3auf_screen.pdf S. 68]</ref>. | ||
==Kolosseumsbrauerei 1879-1895== | == Kolosseumsbrauerei 1879-1895 == | ||
1873 errichtete er an der [[Kolosseumstraße]] 4 einen großen Saal zur Bewirtung mit Nebengebäuden mit Tanzflächen, Theaterbühne und Kegelbahn. Daneben stand eine ausgedehnte Gartenwirtschaft. Kil schuf einen Vergnügungsort der den Bier- und Speisenumsatz durch Konzerte und Theateraufführungen anregte. | 1873 errichtete er an der [[Kolosseumstraße]] 4 einen großen Saal zur Bewirtung mit Nebengebäuden mit Tanzflächen, Theaterbühne und Kegelbahn. Daneben stand eine ausgedehnte Gartenwirtschaft. Kil schuf einen Vergnügungsort der den Bier- und Speisenumsatz durch Konzerte und Theateraufführungen anregte. | ||
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Kil entschloss sich mit seinem Sohn [[Peter Kil|Peter]] zum Bau einer [[Brauerei]]. | Kil entschloss sich mit seinem Sohn [[Peter Kil|Peter]] zum Bau einer [[Brauerei]]. | ||
1877 begann | 1877 begann Kil auf dem Grundstück mit den Bauvorbereitungen.<br> | ||
1879 wurde das erste Bier gebraut. Der Gesamtbetrieb wurde am 7. Juni [[1884]] zu einer Aktiengesellschaft.<br> | 1879 wurde das erste Bier gebraut. Der Gesamtbetrieb wurde am 7. Juni [[1884]] zu einer Aktiengesellschaft.<br> | ||
1885 eröffnete die Aktiengesellschaft einen Bierkeller in der [[Balanstraße]] 75 gegenüber der [[Villa Walser]].<br> | 1885 eröffnete die Aktiengesellschaft einen Bierkeller in der [[Balanstraße]] 75 gegenüber der [[Villa Walser]].<br> | ||
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[[Datei:Mueresidenzstr16042018c85.jpg|thumb|Residenzstraße 16. Zustand 2018.]] | [[Datei:Mueresidenzstr16042018c85.jpg|thumb|Residenzstraße 16. Zustand 2018.]] | ||
==Gebäude== | == Gebäude == | ||
*1863 [[Reichenbachstraße]] 15 Mietshaus<ref>Reichenbachstr. 15, [https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Reichenbachstr._15_Muenchen-1.jpg]</ref> | *1863 [[Reichenbachstraße]] 15 Mietshaus<ref>Reichenbachstr. 15, [https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Reichenbachstr._15_Muenchen-1.jpg]</ref> | ||
*1865 [[Residenzstraße]] 16, Geschäftshaus, Neurenaissance, 1868 von Franz Kil mit älterem Kern. [I, Fl.Nr. 1545] <ref>Michael Petzet, Denkmäler in Bayern: 2. Oberbayern, Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, Oldenbourg, 1985 - 356 S., [https://books.google.de/books?id=-Yl6AAAAIAAJ&q=%22Gesch%C3%A4ftshaus,+Neurenaissance,+1868+von+Franz+Kil+mit+%C3%A4lterem+Kern.+%5BI,+Fl.Nr.%22&dq=%22Gesch%C3%A4ftshaus,+Neurenaissance,+1868+von+Franz+Kil+mit+%C3%A4lterem+Kern.+%5BI,+Fl.Nr.%22&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwiBj4v81KLgAhXH1qQKHRbCCGYQ6AEIKjAA S. 272]</ref> | *1865 [[Residenzstraße]] 16, Geschäftshaus, Neurenaissance, 1868 von Franz Kil mit älterem Kern. [I, Fl.Nr. 1545] <ref>Michael Petzet, Denkmäler in Bayern: 2. Oberbayern, Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, Oldenbourg, 1985 - 356 S., [https://books.google.de/books?id=-Yl6AAAAIAAJ&q=%22Gesch%C3%A4ftshaus,+Neurenaissance,+1868+von+Franz+Kil+mit+%C3%A4lterem+Kern.+%5BI,+Fl.Nr.%22&dq=%22Gesch%C3%A4ftshaus,+Neurenaissance,+1868+von+Franz+Kil+mit+%C3%A4lterem+Kern.+%5BI,+Fl.Nr.%22&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwiBj4v81KLgAhXH1qQKHRbCCGYQ6AEIKjAA S. 272]</ref> | ||
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*1883 Maximiliansbad [[Kanalstraße]] 29, (Nachmalig der [[Stollbergstraße]] zugehörig) Das Maximiliansbad wurde in den Jahren 1883 und 1884 nach den Plänen des Architekten Franz Kil als Hallenschwimmbad erbaut. 1921 erfolgte der Umbau zu einem Versammlungssaal im Auftrag der Bayerischen Landessiedlung.<ref>Megele: ''Baugerschichlicher Atlas.'' München 1958, S. 19 - Umbau hier ersstmals erwähnt.</ref> <ref>Eva Graf, Christine Rädlinger, Bachauskehr: eine Zeitreise in das München der Jahre 1850-1914 ; die Aufzeichnungen der Maria Walser, Volk Verlag, 2008 - 264 S. [https://books.google.de/books?id=D6EWAQAAIAAJ&q=%221921+erfolgte+der+Umbau+zu+einem+Versammlungssaal+im+Auftrag+der%22&dq=%221921+erfolgte+der+Umbau+zu+einem+Versammlungssaal+im+Auftrag+der%22&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwjzt_Hqy6LgAhVRI1AKHX7wB-MQ6AEIKDAAS. 254]</ref> | *1883 Maximiliansbad [[Kanalstraße]] 29, (Nachmalig der [[Stollbergstraße]] zugehörig) Das Maximiliansbad wurde in den Jahren 1883 und 1884 nach den Plänen des Architekten Franz Kil als Hallenschwimmbad erbaut. 1921 erfolgte der Umbau zu einem Versammlungssaal im Auftrag der Bayerischen Landessiedlung.<ref>Megele: ''Baugerschichlicher Atlas.'' München 1958, S. 19 - Umbau hier ersstmals erwähnt.</ref> <ref>Eva Graf, Christine Rädlinger, Bachauskehr: eine Zeitreise in das München der Jahre 1850-1914 ; die Aufzeichnungen der Maria Walser, Volk Verlag, 2008 - 264 S. [https://books.google.de/books?id=D6EWAQAAIAAJ&q=%221921+erfolgte+der+Umbau+zu+einem+Versammlungssaal+im+Auftrag+der%22&dq=%221921+erfolgte+der+Umbau+zu+einem+Versammlungssaal+im+Auftrag+der%22&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwjzt_Hqy6LgAhVRI1AKHX7wB-MQ6AEIKDAAS. 254]</ref> | ||
==Grab== | == Grab == | ||
Im [[Alter Südlicher Friedhof|Alten Südfriedhof]], Neue Arkaden an der [[Thalkirchner Straße]] Ecke [[Kapuzinerstraße]] befindet sich der Stein: | Im [[Alter Südlicher Friedhof|Alten Südfriedhof]], Neue Arkaden an der [[Thalkirchner Straße]] Ecke [[Kapuzinerstraße]] befindet sich der Stein: | ||
::Franz Kil 1887 | ::Franz Kil 1887 | ||
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Leider ist das an der Arkadenwand Nummer 110 gelegene Familiengrabdenkmal im 2. Weltkrieg völlig zerstört worden. Ein in neuerer Zeit errichteter Rechteckquader aus Naturstein informiert mit den darauf angebrachten Namensdaten Franz Kil's über die ehemalige Nutzung der Grablage. | Leider ist das an der Arkadenwand Nummer 110 gelegene Familiengrabdenkmal im 2. Weltkrieg völlig zerstört worden. Ein in neuerer Zeit errichteter Rechteckquader aus Naturstein informiert mit den darauf angebrachten Namensdaten Franz Kil's über die ehemalige Nutzung der Grablage. | ||
==Literatur== | == Literatur == | ||
* Susanne von Goessel: ''Das Kolosseum in München.'' Magisterarbeit, München, 1985 (Referenzarbeit zum Thema. -Vergriffen-) | * Susanne von Goessel: ''Das Kolosseum in München.'' Magisterarbeit, München, 1985 (Referenzarbeit zum Thema. -Vergriffen-) | ||
* Münz, Graf, Bauer: ''Zu Gast im alten München.'' Hugendubel, München. (S.174-175 Kils Kolosseum. Fotos und Text.) | * Münz, Graf, Bauer: ''Zu Gast im alten München.'' Hugendubel, München. (S.174-175 Kils Kolosseum. Fotos und Text.) | ||
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