Quellenstraße-Trinkbrunnen

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Laufendes Wasser am Isarberg, von 1471 bis ca. 2009

Trinkbrunnen an der Quellenstraße

Standort
Quellenstraße, für Pkw und Motorräder gesperrte Straße am Auer Mühlbach unterhalb des Hochufers rechts der Isar, zwischen Rosenheimer und Gebsattelstraße
Künstler
Gartenbauamt
Material
kleine Tuffsteinfelsen-Gruppe als Einfassung für den Leitungswasser-Auslass
Zeit der Errichtung
1893 / 1969
Ehemaliger Wasser-Jahresverbrauch
197 Kubikmeter (2005)

Der Brunnen ist leider seit einigen Jahren geschlossen. Nach einer Mitteilung würde die Stadt München eine Reparatur ablehnen, da sie Kosten im Bereich von 20.000 Euro verursachen würde.

Beschreibung

Der ehemalige Leitungswasser-Auslass in der Quellenstraße ist in der ursprünglichen Umgebung wie eine natürliche Quelle gestaltet und daher gewissermaßen 'echt'. Zugang zu diesem Idyll, einem ehemaligen Herbergen-Elendsquartier, findet man am besten von der Gebsattelstraße aus, vorbei an zwei Brücken über den Auer Mühlbach. Die erste führt zu einem Werkstatthof mit davor liegendem Privatparkplatz, die zweite zur Kegelhof-Anlage mit Spielplatz. Der längere Weg kommt von dem "Brunnhaus-Grundstück" genannten Eckhaus Rosenheimer Straße 10, gegenüber dem Gasteig, und führt über die Straße Am Lilienberg.

Der geschlossene Trinkwasserbrunnen liegt also an einem Spazier- und Radlweg an dem rasch dahinfließenden Auer Mühlbach (zwischen den nicht so leicht auffindbaren Hausnummern 22 und 23 ehemaliger Herbergen auf der gegenüberliegenden Seite des Baches) und am Fuß des Hochufers rechts der Isar. Die hier austretenden Grundwasserquellen nutzte man 400 Jahre lang. Ihr Wasser wurde noch vor 128 Jahren zunächst in Holzrohren, sog. Deicheln, später in Gussrohren über die Ludwigsbrücken in die Stadt geführt, zunächst nur zum heutigen Fischbrunnen auf dem Marienplatz und später dann in weiteren Leitungsnetzen, die München mit Trinkwasser versorgten.

Der Brunnen in der Quellenstraße erhielt oder besser "behielt" seinen Namen von dem hier vormals reichlich und jetzt auch noch spärlicher hervortretenden, vormals umsorgten Grundwasser aus dem Nieder-Terrassen-Schotter der letzten Eiszeit und wurde zusätzlich gespeist von dem in einer Gletscher-Abflußrinne bereits seit Deisenhofen offen verlaufenden Hachinger Grundwasserbach. Gespeichert wurde das reichlich fließende Trinkwasser, das selbst noch als Treibwasser für die Hebemechanik ihrer Wasserräder ausreichte, in den zwei ältesten Brunnhäusern Münchens. Abgebildet ist die älteste Städtische Münchner Brunnstube schon als der gemauerte rechteckige Kasten rechts der Isar auf dem jetzigen Grund des Eckhauses von Rosenheimer Straße 10, wie im Holzschnitt von 1493 aus der Weltchronik des Nürnberger Arztes Hartmann Schedel (1440 – 1514), unten links zu sehen.

“Doch immer behalten die Quellen das Wort
Es singen die Wasser im Schlafe noch fort
Vom Tage
Vom heute gewesenen Tage“
(Eduard Mörike)
Die erste Brunnstube Münchens: der gemauerte rechteckige Kasten, rechts der Isar, unten links

Ein Exkurs zur Vorgeschichte der Münchner Trinkwasserversorgung

Auf dem Grund des jetzigen Eckhauses Rosenheimer Straße 10 stand Münchens älteste Brunnstube, aus der dann von 1515 bis 1555 ein Brunnhaus mit Wasserturm-Funktion wurde.

Daneben stand etwa 250 m am Auer Mühlbach aufwärts von Rosenheimer Straße 10 das churfürstliche Hofbrunnhaus am Lilienberg. Denn das Münchner Leitungswasser lief bis zum Jahr 1895, vom Brunnhaus bis zum Wasserhahn, in einem jeweils eigenen Leitungsnetz der Stadt und im Hofbrunnleitungs-Netz der kgl. Residenz.

Erst nach dem sensationellen Erfolg des seit 1880 in nur drei Jahren Bauzeit erschlossenen und geradezu paradiesischen Münchner Leitungswassers, von dem zur Gemeinde Valley gehörenden Taubenberg an der Mangfall, führte 1895 zum Anschluss auch der Hofbrunnleitung an das Städtische Trinkwassernetz. Aus diesem Anlass und als königlicher Dank wurde der Wittelsbacher Brunnen am Lenbachplatz nach einer Stiftung der Wittelsbacher von Adolf von Hildebrand nach dem Sieg des Preisausschreibens 1888 und der Auftragserteilung an Hildebrandt 1890 und einer Bauzeit von 1893-1895 fertiggestellt.

Quellen/Weblinks

  • Liste der Münchner Städtischen Brunnen, Stand Mai 2011, Nr. 150
  • Liste der Münchner Städtischen Frischwasserbrunnen, Stand Sept. 2011, Nr.116
  • Otto Josef Bistritzki, Brunnen in München, Callwey, E,A. 1974, Nr. 414, S. 175 (1893?)

Siehe auch