Ludwig-Ferdinand-Brücke
| Ludwig-Ferdinand-Brücke | ||
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| Straße in München | ||
| Basisdaten | ||
| Ort | München | |
| Neuhausen-Nymphenburg | Nymphenburg | |
| PLZ | 80638 | |
| Name erhalten | 1892 oder später Erstnennung[1] | |
| Anschlussstraßen |
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| Querstraßen |
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| Nutzung | ||
| Nutzergruppen | zu Fuß, Fahrrad, Kraftfahrzeug, Tram | |
| Straßengestaltung | vierspurig | |
| Technische Daten | ||
| Straßenlänge | 17,30 m Spannweite | |
| Straßennamenbücher | ||
| Straßen-ID | 06100 | |
Die Ludwig-Ferdinand-Brücke führt über den Nymphenburger Schlosskanal und verbindet die Notburgastraße mit der Menzinger Straße.
Namensvergabe
Die Brücke wurde benannt nach Prinz Ludwig Ferdinand Maria Karl Heinrich Adalbert Franz Philipp Andreas Konstantin von Bayern und Infant von SpanienW (* 22. Oktober 1859 in Madrid; † 23. November 1949 in München). Ludwig Ferdinand war Arzt, Künstler und Philanthrop sowie General der Kavallerie, General des medizinischen Corps der kgl.-spanischen Armee und Ehrenchirurg der kgl.-spanischen Akademie. Ludwig Ferdinand studierte in Heidelberg und München Medizin und wirkte nach dem Staatsexamen als Facharzt für Chirurgie und Gynäkologie.
Der Brückenbau
Die Brücke wurde im Jahr 1892 nach Planung August Thiersch[2] erbaut. Die ausführende Baufirma war zu jener Zeit die noch eigenständig geführte Betonbaufirma Wayss, die noch heute als Wayss und Freytag bekannt ist, und die nachmals auch die Gerner Brücke ausführte. Deren Bauleitung hatte Ingenieur Pfaehler. Im Jahr 1912 wurde durch Anbau eines weiteren Eisenbetonbogens im Westen die Brücke von vormals, Abmessung zwischen den Geländern, von 9,15 Meter auf 18 Meter erweitert. Dazu wurde der Schmuck der Brücke abgenommen und an die erweiterte Brücke wieder angebaut. Abermals erweitert wurde die Brücke in der Zeit zwischen 1956 und 1957. Dabei wurde die Brücke von vormals von rund 18 Meter auf 28 Meter verbreitert.
Der damalige Architektur Professor für Baukunst beim Hochbauamt, August Thiersch, der in der nahe gelegenen Hirschgartenstraße 52, und nachmals, bis zu seinem tod auf Zuccalistraße 4 wohnte, übernahm die künstlerisch und planerische Ausarbeitung der Brücke. Die Brücke wurde am Mittwoch den 28. Dezember 1892 am Tag der Prüfung der Standfestigkeit für den Verkehr freigegeben.
Zeitdokument
Im Münchener Stadtanzeiger für den 31. Dezember 1892; Geschrieben am 29. Dezember 1892 - Neue Brücke. Nach 50jähriger Tätigkeit und Überwindung unendlicher Schwierigkeiten, wobei die Platzfrage eine große Rolle spielte, erhielt nunmehr die Gemeinde Nymphenburg mit dem großen Kostenaufwand von 34,000 Mark eine neue stilgerechte und des aufstrebenden Ortes würdige Brücke über den Kanal und zwar in Fortsetzung der Ludwig-Ferdinandstraße oberhalb des bisherigen eisernen Steges und damit eine fahrbare Verbindung zwischen beiden Seiten des Kanals. Nachdem, Mitte Juli 1892 mit dem Bau der Brücke begonnen worden war, war derselbe in letzter Zeit so rasch gediehen, daß gestern Nachmittags 3 Uhr vor einer Sachverständigenkommission die gesetzlich vorgeschriebene Belastungsprobe vorgenommen werden konnte. Zu diesem Zwecke hatten sich außer dem Gemeindeausschusse der Gemeinde Nymphenburg eingefunden: Bauamtmann Sepp des Straßen-, und Flußbauamts, Herr Oberbaurath Matthaus, Herr Bezirksamtmann Geis, Herr Professor Dr. Löwe des Polytechnikums. Herr Prof. Thiersch, nach dessen Plänen und unter dessen Oberaufsicht die Brücke ausgeführt worden war, dann der Direktor der süddeutschen Brückenbaugesellschaft, Herr Oberbaurath Gerber, dann als Vertreter der Alktiengesellschaft für Monierbauten und Betonarbeiten, vormals Gustav Adolf Wayss u. Comp. In Berlin, welcher der Bau zur Ausführung übertragen worden war, der der Vorstand deren hiesiger Filiale, Herr Oberingenieur Pfähle, welcher die flotte und dabei solide Konstruktion der Brücke hergestellt hatte. Die Belastung wurde durch 2 sechsspännige Fuhrwerke mit je 200 Zentnern Last, zuerst einzeln und dann gleichzeitig von beiden Seiten her vorgenommen. Die Probe fiel über alle Erwartungen günstig aus, denn trotz der kolossalen Last von nahezu 600 Zentnern zeigten sich nicht die mindesten Abweichungen, so daß die Kommission sehr befriedigt von dem Ergebnisse war und die Brücke sofort dem Verkehr übergeben werden konnte. Die Brücke ist nach dem sog. Moniersystem hergestellt und besteht aus einem einzigen Bogen (sog Korbbogen) aus Beton mit 17 Meter Spannweite, 1,88 Meter Stichhöhe, 3½ Prozent. Steigung in nur 30 Zentimeter Scheiteldicke. Der Beton erhält seine Widerstandskraft auf Zug durch ein doppeltes Eisengeflecht, welches nach der von Herrn Oberingenieur Pfähle sorgfältig gefertigten Konstruktion hergestellt worden war. Die Steinmetzarbeiten fertigte Steinmetzmeister Braun (München, Westend Parkstraße 14). Die beiden Bögen bestehen aus Randersackerer Muschelkalk, die Brüstungen, ähnlich denen der inneren Ludwigsbrücke, aus Kehlheimer Kalkstein und die die Brücke an den vier Ecken zierenden Obelisken, welche noch von stilgerechten Laternen gekrönt wurden, aus Granit. An den beiden äußeren Seiten schmückt im Scheitelpunkte die Brücke je ein Schwan aus Muschelkalk. Die Brücke ist mit getherten Holzwürfeln gepflastert und hat beiderseits asphaltierte Trottoire. Sie bildet in ihrer gefälligen Einfachheit eine Zierde Nymphenburgs.
Lage
>> Geographische Lage von "Ludwig-Ferdinand-Brücke" im Kartenverzeichnis auf toolforge.org
Einzelnachweise
- ↑ Straßenverzeichnis: Ludwig-Ferdinand-Brücke bei Stadtgeschichte München
- ↑ Über 40 Einzelblätter mit August Thiersch, oder Aug. Thiersch, signierte Zeichnungen zur Brücke in der Plansammlung im Archiv der Technischen Universität München, TUM. Thiersch, August, Archivnummer 910064