Hebamme

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Auch München hat viel zu wenige Hebammen. Schwangere müssen in dieser süddeutschen Großstadt sehr früh mit der Suche nach einer Geburtsklinik, einer Hebamme und sogar einem Kinderarzt beginnen - und selbst dann ist nicht garantiert, dass alles so klappt, wie sie es sich erhoffen. Ach und dann war und ist da noch das Kita-Problem. Eigentlich müsste man sich vor der Geburt schon um einen Platz gekümmert haben. Ein Problem in München ist auch die ungleiche Verteilung über das Stadtgebiet. In Altstadt-Lehel kommen auf einen Kinderarzt knapp 500 Kinder, in Milbertshofen-Am Hart 11 000 Kinder. Der Oberbürgermeister Dieter Reiter hat deshalb vergangene Woche in einem Schreiben an die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) einen neuen Versorgungsschlüssel, eine kleinteiligere Bedarfsplanung und mehr Mitspracherechte für die Kommune gefordert.

Bei Hebammen ist generell zu unterscheiden zwischen den

  • frei praktizierenden Hebammen (auch wenn sie gelegentlich oder regelmäßig ein Gebärzimmer oder einen Kreißsaal einer Klinik nutzen - evtl. eine weitere Unterteilung) und den
  • fest an einer Klinik angestellten Hebammen.

(Seit 1985 ist es möglich, dass die Ausbildung auch von einem Mann absolviert wird - in Deutschland heißt er dann Entbindungspfleger).

Versicherungen als Berufsrisiko

Freiberufliche Hebamme war einmal ein geachteter Beruf. Ein Beruf, der eine gründliche Ausbildung erforderte.

Freiberufliche Hebammen müssen eine Berufshaftpflichtversicherung zwingend abschließen und dafür inzwischen enorm hohe Prämien bezahlen, insbedondere dann, wenn sie auch Geburtshilfe anbieten. Musste eine Hebamme im Jahr 1981 noch überschaubare 30,68 € für die Haftpflicht einkalkulieren, waren es nach der letzten Erhöhung im Juli 2017 bis zu 7.639 €.

Laut einer Aufstellung des Wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen Bundestages vom Februar 2017 ist die Zahl der in Kliniken festangestellten Hebammen von 1991 bis 2015 um 37 Prozent gestiegen, die der freiberuflich tätigen blieb in den vergangenen Jahren weitgehend stabil.

Noch immer liegen keine verlässlichen Zahlen vor, wie groß der Mangel an Hebammen und die damit verbundenen Belastungen für werdende Mütter wirklich ist. Aus diesem Grund hat der Deutsche Hebammenverband (DHV) auf seiner Website eine interaktive "Landkarte der Unterversorgung" veröffentlicht, in der Schwangere eintragen können, wann und wo sie keine „freie“ Hebamme für eine Hausgeburt finden konnten.

Siehe auch

Weblinks

Überregional:

Vergleich der Kaiserschnittraten:

Zum Hintergrund

  • München hat viel zu wenige Hebammen. Bericht von Inga Rahmsdorf in der Süddt. Ztg. vom 8. Dez. 2017 (Untertitel: Schwangere müssen sehr früh mit der Suche nach einer Geburtsklinik, einer Hebamme und sogar einem Kinderarzt beginnen - und selbst dann ist nicht garantiert, dass alles so klappt, wie sie es sich erhoffen. Kommentar: Ach und dann war da noch das Kita-Problem. Eigentlich müsste man sich vor der Geburt schon um einen Platz gekümmert haben. Fragen sie doch den CSU-Ministerpräsidenten ihres Vertrauens.)
  • Miriam Saha: "Eine sehr schwierige Situation und viel Misstrauen." Die Medizinhistorikerin Professor Dr. Christa Habrich im Gespräch, Extraordinaria für Geschichte der Medizin und Pharmazie an der Ludwig-Maximilians-Universität, Direktorin des Deutschen Medizinhistorischen Museums. (Mitte des 18. Jahrhunderts richteten die Universitäten Geburtshäuser für den Unterricht der Studenten ein … Über Katharina Hintermeier. Erlaubtes und Verbotenes.)
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