Baldeplatz – Das öffentliche Wohnzimmer

Aus München Wiki
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Baldeplatz bleibt asozial. Grafitti in der Tumblingerstraße, 2023. Alle Fotografien: Andreas Bohnenstengel

In den letzten Jahren hat sich der Baldeplatz zu einer Art temporärem öffentlichen Wohnzimmer und subkulturellem Hotspot entwickelt. Das Aufeinandertreffen von ganz verschiedenen Münchnern (den Fahrrad-Pendlern aus Giesing, Sendling und dem Westend und der Stammbevölkerung aus der Isarvorstadt) erzeugen einen einzigartigen Mix an unterschiedlichen sozialen Milieus und Sichtweisen. Es sind vor allem junge Menschen, die den zwanglosen und freigeistigen Austausch und das Interkulturelle schätzen.

Kulturell stiftet der öffentliche Platz Sinn, bewahrt Geschichte und dient als Plattform für den gesellschaftlichen Ausdruck und Austausch ohne formale Barrieren. In der Soziologie und Stadtforschung wird diese Raumaneignung als der sogenannte Dritte Raum oder der Dritter Ort bezeichnet.[1] Ein Raum abseits von Arbeit (erster Raum) und Zuhause (zweiter Raum), an denen Menschen zusammenkommen, um Identitäten auszuhandeln und außerhalb etablierter Normen kollektive Bedeutungen zu kreieren. Ein zeitlich flexibler Infrastrukturknotenpunkt, der soziale Nähe in einer zunehmend anonymisierten und isolierten, digitalen Welt herstellt.[2][3]

Impressionen

Makerspace

Junge Menschen zeigen Ihr handwerkliches Geschick

Treffpunkt für Nachtschwärmer

Galerie am Straßenrand

Die Galerie am Straßenrand von Andreas Bohnenstengel. Die Galerie dient der Vermittlung der Stadtteilgeschichte der Münchner Isarvorstadt.[4]

Einzelnachweise

  1. Ray OldenburgW (1989): Dritter OrtW
  2. Körber Stiftung: Dritte Orte
  3. Beisheim Stiftung: Dritte Orte: neue Begegnungsorte in München
  4. fotoMAGAZIN, Heft 5/21: Galerien am Straßenrand