Joseph Höchl
Joseph Höchl (* 6. März 1777 in Neumarkt-Sankt Veit; † 6. Januar 1838 in München) war ein bayerischer Baumeister und Ziegeleibesitzer.
Leben
Joseph Höchl war der Sohn des Maurers Martin Höchl aus Neumarkt bei Mühldorf am Inn. Mit etwa 20 Jahren kam Höchl nach München und arbeitete dort zunächst als Maurergeselle bei Baumeister Schedl und beim bürgerlichen Stadtmaurermeister Matthias Widmann (1749–1825) als Palier. Die Heirat mit der Stieftochter seines Vorgesetzten, Therese Trisberger (1775–1806) brachte ihm die Meistergerechtsamkeit und 1804 zugleich das Münchner Bürgerrecht. 1808 erwarb er vom Finanzreferendär Hubertus von Steiner die ehemals kurfürstliche Ziegelei am Priel mit großflächigen Lehmvorräten und bald darauf eine zweite Ziegelei in Bogenhausen, welche die Grundlage lieferten für seinen wirtschaftlichen Aufstieg. Im Jahr 1831 beschäftigte er 16 Paliere und 234 Gesellen und war damit der größte Bauunternehmer Münchens.
Die Familie Höchl mit den Töchtern Therese, Anna, Josepha und dem Sohn Anton bewohnte in der Münchner Altstadt ein repräsentatives Haus im Rosental 15.
Joseph Höchl ist im Alten Münchner Südfriedhof begraben und der Grabstein erinnert uns an ihn.
Seit 1897 ist die Höchlstraße in Bogenhausen nach ihm benannt.
Bauwerke (Auswahl)
- Im Münchner Nordosten ist das von Joseph Höchl selbst errichtete Wohnhaus der Familie am Priel (von seinem Sohn Anton 1852 zu einer hübschen Villa – dem sogenannten Höchl-Schlössl – umgebaut) noch heute erhalten.
- Ebenso das von ihm errichtete Wohnhaus vor den Toren der Stadt, in der Spervogelstraße 12, im Stadtteil St. Emmeram in Oberföhring.
- die Salinenverwaltung und die Mariahilfkirche in der Au im Auftrag für König Ludwig I.
- Auch zahlreiche Bürgerhäuser, erbaut mit Ziegeln aus seinen Ziegeleien, gehörten zu seinem Wirkungskreis. Einige von ihnen haben die Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs überlebt:
- Am Einlaß 4/5 (errichtet 1823)
- Am Angertor 1 (1827)
- Christophstraße 2, 4 und 7 (1827–1829)
- Häusergruppe Fürstenstraße 9–15 (1843)
- Eckbau Karlstraße 21 / Meiserstraße (1829)
- Müllerstraße 24 und 40, das Optische Institut (1832)
- Westenriederstraße 5 (1824)
Literatur
- Erich Kasberger, Winfried Eckhardt (Hgg.): Lehmziegelstadt. Der Rohstoff Lehm in der Münchner Stadtgeschichte, München 2008.
Weblinks
- Joseph Höchl – Biographie bei Nordostkultur
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