NSDAP-Gebäude in München und ihre Reste: Unterschied zwischen den Versionen

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Als '''NSDAP-Gebäude'''  im Stadtgebiet von [[München]] sollen hier vor allem die Gebäude genannt werden, die von der Nazi-Partei gekauft und umgebaut oder errichtet wurden. Es soll nach deren Verbleib gefragt werden. Zum ersten handelt es sich um das neu errichtete Braune Haus. Seine Vorgänger als Sitz der Geschäftsstellen der NSDAP waren angemietete Räume oder im Fall des Vorgängerbaus in der [[Arcisstraße]] um einen Umbau, der äußerlich keine Merkmale der so genannten Nazi-Architektur trug.  
Als '''NSDAP-Gebäude'''  im Stadtgebiet von [[München]] sollen hier vor allem die Gebäude genannt werden, die von der Nazi-Partei gekauft und umgebaut oder errichtet wurden. Es soll nach deren Verbleib gefragt werden. Zum ersten handelt es sich um den neu errichteten Führerbau und den dazugehörigen Verwaltungsbau als Nachfolgegebäude für das Braune Haus. Dessen Vorgänger als Sitz der Geschäftsstellen der NSDAP waren angemietete Räume, die äußerlich keine Merkmale der so genannten Nazi-Architektur trugen.  


Dabei wird zu berücksichtigen sein, dass eine ganze Reihe der typischen "Nazi-Bauwerke" nicht durch die Partei sondern durch den Staat oder andere Organisationen errichtet wurden, die formal und finanziell von der NSDAP unabhängig waren, auch wenn sie in ihren Leitungsgremien zu dieser Zeit eindeutig von der NSDAP beherrscht waren.
Dabei wird zu berücksichtigen sein, dass eine ganze Reihe der typischen "Nazi-Bauwerke" nicht durch die Partei sondern durch den Staat oder andere Organisationen errichtet wurden, die formal und finanziell von der NSDAP unabhängig waren, auch wenn sie in ihren Leitungsgremien zu dieser Zeit eindeutig von der NSDAP beherrscht waren.
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3. Ab Februar 1925 überließ Max Amann (1891–1957), Leiter des Parteiverlages der neu wieder gegründeten NSDAP ein Zimmer in der [[Thierschstraße]] 15.
3. Ab Februar 1925 überließ Max Amann (1891–1957), Leiter des Parteiverlages der neu wieder gegründeten NSDAP ein Zimmer in der [[Thierschstraße]] 15.


4. 1925 Umzug in das Rückgebäude [[Schellingstraße]] 50 (Räume von Heinrich Hoffmann (1885–1957). Bis 1930 wurden dort immer mehr Räume genutzt.  
4. 1925 Umzug in das Rückgebäude [[Schellingstraße]] 50 (Räume von Heinrich Hoffmann (1885–1957). Bis 1930 wurden dort immer mehr Räume, schließlich das ganze Gebäude genutzt.  


==  Braunes Haus 1930 - 1937 ==
==  Braunes Haus 1930 - 1937 ==
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==Führerbau==
==Führerbau==
Führerbau, [[Arcisstraße]] 12 - heute: [[Hochschule für Musik und Theater]]
Führerbau, [[Arcisstraße]] 12, Nähe [[Königsplatz]] - heute: [[Hochschule für Musik und Theater]]


** 1937 fertiggestellt nach Plänen von Paul Ludwig Troost
** [[1937]] fertiggestellt nach Plänen von Paul Ludwig Troost, Planung ab 1930
** keine Kriegsschäden
** keine Kriegsschäden
** Nach Kriegsende von der amerikanischen [[Militärregierung]] genutzt. Später als Amerikahaus.
** Nach Kriegsende von der amerikanischen [[Militärregierung]] genutzt. Später als Amerikahaus.


==Die beiden Ehrentempel==
==Die beiden Ehrentempel==
Ehrentempel — am 9. November 1935 wurden die Ehrentempel und der frisch gepflasterte Königsplatz durch die Überführung der NS-Anhängerschaft so genannten Gefallenen des Putschversuchs von 1923 eingeweiht — 1947 gesprengt
Zwei Ehrentempel — am 9. November [[1935]] wurden die Ehrentempel und der frisch gepflasterte Königsplatz durch die Überführung der von der NS-Anhängerschaft so genannten 16 Gefallenen/Blutzeugen des Putschversuchs von 1923 eingeweiht — 1947 gesprengt


==Parteistellen==
==Parteistellen==
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==Weblinks==
==Weblinks==
* [http://www.ns-dokumentationszentrum-muenchen.de/ns_in_muenchen/stadtplan-muenchen-im-nationalsozialismus/interaktive-karte ''Topographie des Nationalsozialismus in München 1918 bis 1945'' -''' Interaktiver Stadtplan zur NS-Zeit'''] (vgl. zur gedruckten Ausgabe oben)
* Ulrike Grammbitter: [http://www.historisches-lexikon-bayerns.de/artikel/artikel_44454 ''Braunes Haus, München''] in [[Historisches Lexikon Bayerns]]
* Ulrike Grammbitter: [http://www.historisches-lexikon-bayerns.de/artikel/artikel_44454 ''Braunes Haus, München''] in [[Historisches Lexikon Bayerns]]


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{{Wikipedia-Artikel|Braunes Haus}}
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[[Kategorie:Nationalsozialismus]]
[[Kategorie:Brienner Straße]]
[[Kategorie:Brienner Straße]]
[[Kategorie:Architektur]]

Version vom 3. Juni 2011, 07:35 Uhr

Als NSDAP-Gebäude im Stadtgebiet von München sollen hier vor allem die Gebäude genannt werden, die von der Nazi-Partei gekauft und umgebaut oder errichtet wurden. Es soll nach deren Verbleib gefragt werden. Zum ersten handelt es sich um den neu errichteten Führerbau und den dazugehörigen Verwaltungsbau als Nachfolgegebäude für das Braune Haus. Dessen Vorgänger als Sitz der Geschäftsstellen der NSDAP waren angemietete Räume, die äußerlich keine Merkmale der so genannten Nazi-Architektur trugen.

Dabei wird zu berücksichtigen sein, dass eine ganze Reihe der typischen "Nazi-Bauwerke" nicht durch die Partei sondern durch den Staat oder andere Organisationen errichtet wurden, die formal und finanziell von der NSDAP unabhängig waren, auch wenn sie in ihren Leitungsgremien zu dieser Zeit eindeutig von der NSDAP beherrscht waren.

Frühere Geschäftsstellen

Ulrike Grammbitter nennt als Sitz der Geschäftsstellen der NSDAP in München bis zum Erwerb des "Braunen Hauses" 1930

1. 1920 war das ein Nebenzimmer des Münchner Sterneckerbräus am Isartor

2. 1921 Umzug in die Räume eines ehemaligen Wirtshauses in der Corneliusstraße 12.

1923 - Verbot der NSDAP im November 1923 nach dem Ludendorff-Hitler-Putsch

3. Ab Februar 1925 überließ Max Amann (1891–1957), Leiter des Parteiverlages der neu wieder gegründeten NSDAP ein Zimmer in der Thierschstraße 15.

4. 1925 Umzug in das Rückgebäude Schellingstraße 50 (Räume von Heinrich Hoffmann (1885–1957). Bis 1930 wurden dort immer mehr Räume, schließlich das ganze Gebäude genutzt.

Braunes Haus 1930 - 1937

Das ehemalige Palais Barlow (früher Lotzbeck-Palais) wurde 1828 von dem königlichen Hofbaurat Jean-Baptiste Métivier (1781-1853) als Spekulationsobjekt erbaut und wurde hundert Jahre lang verschieden als repräsentatives Wohn- und Geschäftshaus genutzt. Das Palais wurde 1876 von dem englischen Großkaufmann Richard Barlow (1826-1882) erworben. Sein Sohn Willy Barlow (1869-1928) vererbte es seiner Witwe Elisabeth Barlow. Diese veräußerte es am 26. Mai 1930 an den Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterverein (NSDAV), der für die nicht rechtsfähige NSDAP handelte. Nicht nur das Gebäude kann als repräsentativ gelten sondern auch seine Lage an der vornehmen Brienner Straße, die die Hauptachse des Stadtteils Maxvorstadt bildete.

Führerbau

Führerbau, Arcisstraße 12, Nähe Königsplatz - heute: Hochschule für Musik und Theater

    • 1937 fertiggestellt nach Plänen von Paul Ludwig Troost, Planung ab 1930
    • keine Kriegsschäden
    • Nach Kriegsende von der amerikanischen Militärregierung genutzt. Später als Amerikahaus.

Die beiden Ehrentempel

Zwei Ehrentempel — am 9. November 1935 wurden die Ehrentempel und der frisch gepflasterte Königsplatz durch die Überführung der von der NS-Anhängerschaft so genannten 16 Gefallenen/Blutzeugen des Putschversuchs von 1923 eingeweiht — 1947 gesprengt

Parteistellen

  • Verwaltungsbau seit 1947 Zentralinstitut für Kunstgeschichte, äußerlich baugleich zum Führerbau (s.o.)
  • Reichsjugendführung der NSDAP
  • Reichskassenverwaltung der NS-Frauenschaft
  • Reichsführung des NS-Deutschen Studentenbundes
  • Reichsführung SS
  • Oberste SA-Führung
  • Reichspropagandaleitung
  • Reichspressestelle

Literatur

  • Andreas Heusler: Das Braune Haus. Wie München zur "Hauptstadt der Bewegung" wurde. München, 2008.
  • Iris Lauterbach (Hrsg.): Bürokratie und Kult. Das Parteizentrum der NSDAP am Königsplatz in München. Veröffentlichungen des Zentralinstituts für Kunstgeschichte, München 1995.

Weblinks


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