St. Maria Ramersdorf

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Maria Ramersdorf, Oktober 2019
Wallfahrtskirche Ramersdorf um 1910
Die Kirche, Ansicht Rosenheimerstraße - Aribonenstraße. Alter Standort des Kennedy-Brünnlein, in der Kehle, links, zwischen Hauswand und Friedhofmauer.
Die Kirche, Ansicht um die Ecke, Aribonenstraße. Und seit 2011, der neue Standort des Brunnens.

Die katholische Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Maria Ramersdorf ist der heiligen Maria geweiht und gehört dem Erzbistum München und Freising an. Sie liegt an der Aribonenstraße im Ortskern von Ramersdorf.

An der Kirche aus dem 15. Jahrhundert nagt schon seit längerem der Zahn der Zeit. Nach den Sommerferien 2014 wird Maria Ramersdorf generalüberholt. Dabei wird der Innenraum komplett renoviert. Außerdem sollen Arbeiten am Kirchturm und im Friedhofsbereich durchgeführt werden. Die Restaurierung des Kirchengebäudes wird etwa vier Jahre dauern. In dieser Zeit bleibt die Kirche geschlossen. Am 15. September starten die Renovierungsarbeiten, die Gottesdienste finden dann in der Pfarrei St. Pius statt. Zuvor wird der traditionelle Frauendreißiger noch einmal richtig gefeiert. Nur einen Tag nach Beendigung der Wallfahrt schließt Maria Ramersdorf dann für mehrere Jahre seine Pforten.

Am Mittwoch den 15. August 2018 war es nun soweit. Die frisch renovierte Kirche wurde an diesem Tag feierlich, ab 9:30 Uhr, wieder eröffnet. Dabei wurde der Altar durch Kardnial Reinhard Marx neu geweiht.

Maria Ramersdorf im Jahr 2013.

Das Bauwerk

Das Langhaus hat vier Gewölbejoche, der stark gekürzte Chor wird von drei Jochen getragen, und als Abschluss in drei Seiten des Achtecks nochmals unterjocht. Zur leichteren Gliederung der Wand sind die spitzbogigen Nischen mit schlichten Pfeilern eingerahmt. Das Joch der Empore mit seinen drei Gewölbefeldern ruht auf Pfeilern mit spitz zulaufenden Arkaden. Die Rippen der Gewölbe unter der Empore laufen stumpf aus. Der nach Westen ausgerichtete Turm steht zur Längsachse der Kirche, hat eine einfache Kuppel und verbirgt eine kleine Kapelle im Erdgeschoss. Die Sakristei geht über zwei Geschosse und befindet sich an der Südseite der Kirche. Sie wird von einem Netzgewölbe im Erdgeschoss getragen. Der äußere Bereich wird durch Streben in drei Absätzen flankiert. Der zweite Absatz geht in dreikantiger Form weiter. Am Turm sind, wie auch am Abschluss des Langhauses, je zwei im rechten Winkel zueinander stehende Streben auszumachen. Das Portal in nördlicher Richtung ist mit einer kleinen in gotischer Form ausgeschmückten Vorhalle versehen. Der Chor in östlicher Richtung gesehen, zeigt die Reste einer Ölbergkapelle. Am Südlichen Tor der Kirche ist ein Taufstein, der über 6 zugängliche Flanken verfügt, als Weihwasserbecken in die Wand eingemauert. Die Kirchenhalle ist mit einem großzügigen, wundervoll mit Blattwerk geschmücktem und in hellem grünen Farbton gehaltenen Eisengitter von der Vorhalle getrennt. Die Mittelgasse lässt sich durch zwei Torflügel betreten. Die Flächen des Halfeneisenes sind mit goldfarbenen Ornamenten ausgeschmückt. Die oberen Enden der Füllstäbe über dem Obergurt sind zu flachen Lanzen ausgetrieben und ebenso in goldenem Farbton gehalten. Es hat von der Ausstattung und Aussehen her viel Ähnlichkeit mit der Konstruktion wie sie in der Heilig Geist Kirche zu bestaunen ist.

Bekannte Veränderungen des Kirchenbaus:

Beginnen wir im Jahre 1791. Am 29. April diesen Jahres wird die bis dato noch mit einer spitzen Turmhaube bekrönte Kirche von einem Blitzeinschlag getroffen und beschädigt. Der Baumeister Matthias Widmann erhält den Auftrag zur Erneuerung des Kirchturmdaches und erstellt dazu bereits im laufenden Jahr 1791 einen Entwurf.
1792 kommt es zur Ausführung durch den Stadtzimmermeister Paul Mayr. Der zuvor schwer wirkende Vierkantturm wurde um 20 Schuh erniedrigt, darauf setzten die Handwerker ein Gesims, das über den zu allen 4 Seiten sichtbaren Uhrblättern je einen Bogenschwung erhält. Zur Bekrönung wird auf einen konkav geschwungenen Anlauf eine mit stumpfen Ansatz gezogene Zwiebelkuppel gestellt.

Im Jahr 2014 wird damit begonnen werden die Kirche zu sanieren, reparieren und restaurieren. Die Instandsetzungsarbeiten werden sich vermutlich bis in das Jahr 2017 hinziehen. Die veränderten Öffnungszeiten der Kirche werden kurzfristig bekannt gegeben. Bei den Arbeiten wird auch der alte Friedhofsgarten neu angelegt.

Die Ausstattung

Der Heilig-Kreuz-Altar aus dem Jahre 1482 oder 1483
Die Votivtafel der Münchner Geiseln stammt aus den Jahren um 1635 und wurde am 19. April 1635 in einem feierlichen Zug in die Kirche geleitet.
Der Carrara-Mamor-Altar
Steinart Carrara Van Gogh. Wuchtiger Block der am Boden überraschend „leicht“ aufsitzt, weil dort Kehlen eingehauen sind,
Die Kanzel aus dem Jahr 1761
Bei Instandsetzungsarbeiten durch den Baumeister Ignaz Anton Gunetzrhainer wird Ignaz Günther für die Errichtung einer neuen Kanzel herangezogen. In den Jahren 1866 bis 1872 wird die Kirche im Außen-, so wie im Innenraum renoviert. In diesem Zeitraum wird die Innenausstattung in Teilen zur Neugotik hingeführt, und die Kanzel wieder abgebaut.

Glocken

  • Erste Glocke - Dreifaltigkeit - in b' mit einem Gewicht von 2565 kg bei Karl Czudnochowsky im Jahre 1956 in Erding gegossen. (Die Glockengießerei ist seit dem Jahr 1971 geschlossen)
  • Zweite Glocke - Georg - in des' mit dem Gewicht von 1650 kg auch bei Karl Czudnochowsky im Jahre 1954 gegossen.
  • Die Glocke ohne Name - in F' mit einem Gewicht von 930 kg im Jahre 1694 bei Johann Jakob Schorer in München gegossen.
  • Dritte Glocke - Maria - in as' mit einem Gewicht von 658 kg, gegossen bei Ulrich von Rosen in München im Jahre 1482.
Die Inschrift auf ihr: nos - cum - prole - pia - benedic_t - virgo - maria - me - resonante - pia - populi - memor - esto - maria - 1482 - jar - gos - mich - ulrich - vó - rosé
  • Vierte Glocke: - Johannes der Täufer - in b' mit einem Gewicht von 450 kg gegossen bei Bartholomäus Wengle in München im Jahre 1610.
Die Inschrift. zu gottes lob ehr und preis hat mich gossen bartolome wengle mit fleis in minchen 1610.
  • Fünfte Glocke: - Sterbeglocke - in des' mit einem Gewicht von 260 kg gegossen bei Ulrich von Rosen in München im Jahre 1482.
Die Inschrift. ave - maria - gracia - plena - dominus - terum - benedicta - tu - 1482 - jar - gos - mich - ulrich - von - rosen.


Ulrich von der Rosen: Im Jahre 1502 in München verstorben. Zusammen mit seinem Vater, Hans von der Rosen führten die beiden Meister einen im ganzen Land angesehenen Glockengießerbetrieb.

Literatur und Nachweise

  • Forster: Das gottselige München - Beschreibung und Geschichte der Kath. Kirchen und Klöster Münchens in Gegenwart und Vergangenheit. München 1895.
  • Weski, Himen: Denkmäler in Bayern, München.
  • Hartig: Bestehende mittelalterliche Kirchen Münchens.
  • Alckens: Die Gedenktafeln. (Votivtafel der Münchner Geiseln).

Standort

Haupteingang, München Ramersdorf, Ramersdorfer Straße 4. Zugang auch über die Aribonenstraße möglich.

Katholisches Pfarramt: Ramersdorfer Straße 6.

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