Raimund Zehetmeier

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Raimund Zehetmeier (* 29. August 1938 in München) ist ein ehemaliger deutscher Jurist, Alpinist sowie Mitglied der Sektion München und Zweiter Vorsitzender des Deutschen Alpenvereins (DAV).[1]

Beruf

Raimund Zehetmeier verbrachte seine Schulzeit in München. Nach Ablegung des Abiturs im Jahr 1957 studierte er an der Ludwig-Maximilians-Universität in München Rechtswissenschaften. Das 1. Staatsexamen legte er 1962 ab, das Assessorexamen im Frühjahr 1966. Nachdem er bereits während seiner Referendarausbildung in einer Anwaltskanzlei]] tätig war, ließ er sich 1966 als Rechtsanwalt nieder. Er übte die Praxis bis Anfang 1977 in Sozietät mit Rechtsanwalt Albert Heinlin aus und seit dessen altersbedingten Ausscheiden allein. Er befasste sich als Anwalt vorwiegend mit Zivilrecht, insbesondere Ehescheidungen. Auf Strafrechtsgebiet war er, mit Ausnahme des Straßenverkehrsrecht und des Jugendstrafrechts, in geringen Umfang tätig.[2]

Deutscher Alpenverein

Mit dem Bergsteigen konnte Raimund Zehetmeier wegen der schlechten Verhältnisse in den unmittelbaren Nachkriegsjahren so richtig erst beginnen, als es ihm möglich war, sich als Werkstudent das nötige Taschengeld dazuzuverdienen. Er schätzt vorwiegend ausgedehnte Bergwanderungen, außerdem Gletscherhochtouren mit und ohne Ski.

Seine Ehrenamtslaufbahn im Bundesverband des DAV begann Raimund Zehetmeier 1978, als Rechtsreferent im Verwaltungsausschuss. Bereits ein Jahr später wurde der Rechtsanwalt zum Zweiten Vorsitzenden des DAV und damit zum Vorsitzenden des Verwaltungsausschusses gewählt. In dieser Funktion hat er die Kategorisierung der Alpenvereinshütten zum Abschluss gebracht. Damit war endlich eine klare Trennung von Hochgebirgshütten für die Alpinisten gegenüber den leicht erreichbaren Berggasthäusern mit überwiegend Talgästen vollzogen. Dies wirkte sich zuletzt auch bei der Differenzierung der finanziellen Unterstützung aus.

„Das neue Hüttenkonzept wurde 1981 auf der Hauptversammlung in Siegen verabschiedet. Sie sah die Einstellung der Hütten in drei Kategorien vor, die heute noch mit kleinen Veränderungen ihre Gültigkeit hat:

  • Kategorie I

Schutzhütte, die ihren ursprünglichen Charakter als Stützpunkt für den Bergsteiger und Bergwanderer bewahren muss. Ihre Ausstattung ist schlicht, einfache Verköstigung ist ausreichend. Sie ist Stützpunkt in einem bergsteigerisch bedeutsamen Gebiet und für den Besucher nur in Ausnahmefällen mit mechanischen Hilfen erreichbar; der Aufstieg erfordert in der Regel mindestens eine Gehstunde. Sie kann bewirtschaftet, bewartet, unbewirtschaftet oder ein Biwak sein.

  • Kategorie II

Alpenvereinshütte mit Stützpunktfunktion in einem vielbesuchten Gebiet, die sich wegen ihrer besseren Ausstattung und Verköstigung für mehrtägigen Winter- und/oder Sommeraufenthalt, zum Skilauf und Familienurlaub, besonders eignet. Sie kann mechanisch erreichbar sein und ist in der Regel ganzjährig bewirtschaftet.

  • Kategorie III

Mechanisch erreichbare Alpenvereinshütte, die vorwiegend Ausflugsziel für Tagesbesucher ist und nur wenige Nächtigungen aufweist. Ihr gastronomischer Betrieb entspricht dem landesüblichen Angebot.“[3]

1983 hat er für den kurzfristig ausgeschiedenen Schatzmeister dessen Amtsgeschäfte mit übernommen. Mit Gespür und juristischem Sachverstand lenkte er die Vereinsgeschäfte bis 1985, um sich einerseits dem Beruf und andererseits mehr dem Bergsteigen widmen zu können, schied er wieder aus diesem Amt.

Nach neun Jahren Abwesenheit folgte Raimund Zehetmeier von 1994 bis 1998 jedoch dem Ruf der Vereinsmitglieder und stellte sich erneut für das Amt des Zweiten Vorsitzenden und Vorsitzenden des Verwaltungsausschusses zur Verfügung. In dieser Zeit führte er den Vorstand und leitete die Vereinsgeschäfte mit juristischer Kompetenz. In seine Amtszeit viel die Wiedererrichtung des Alpinen Museums in München auf der Praterinsel. Die Eröffnungsfeier fand am 26. Oktober 1996 unter Beisein des 1. Vorsitzenden des DAV Josef Klenner, des 2. Vorsitzenden Raimund Zehetmeier und des Schatzmeisters Hans Zollner, statt. Ebenso die Erweiterung der Kletteranlage München, die Förderung der Kletteranlagen der Sektionen, die Fortführung des Jahrzehntes des praktischen Umweltschutzes auf AV-Hütten sind nur wenige Beispiele aus der Arbeit des Verwaltungsausschusses. Raimund Zehetmeiers besonderes Augenmerk galt auch der guten Beziehung zu anderen Verbänden, insbesondere dem Österreichischen Alpenverein (ÖAV) und dem Alpenverein Südtirol (AVS).[4]

Literatur

  • ÖAV Mitteilungen, zum 60. Geburtstag, 1998, Heft 5, Seite 44.
  • DAV-Panorama, zum 65. Geburtstag, 4/2003 Seite 66.
  • DAV-Panorama, zum 70. Geburtstag, 4/2013 Seite 14.
  • DAV-Panorama, zum 80. Geburtstag, 4/2018 Seite 104
  • Die Berge und wir – 150 Jahre Deutscher Alpenverein (Wandern, Klettern, Skitourengehen und Mountainbiken in den Alpen), Deutscher Alpenverein (Hrsg.), Dieses Buch erschien aus Anlass der Ausstellung „Die Berge und wir. 150 Jahre Deutscher Alpenverein“, 12. Mai 2019 bis 13. September 2020, im Alpinen Museum des Deutschen Alpenvereins, München – Prestel Verlag, München, (2019). 320 S. mit Abbildungen.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. DAV Mitteilungen 1978, Heft 5, Seite 288
  2. Historisches Alpenarchiv Personenmappe, Inventarnummer: DAV PER 1 SG.2357.0, PDF: Zehetmeier, Raimund.pdf
  3. DAV-Mitteilungen 1981 bis 1982, Seite 278
  4. DAV Panorama 4/2003 Seite 66