Papierfabrik Josef Wirth
Die Papierfabrik Wirth im Ortsteil Kleinlappen zum Kultursheim gehörig bei Freimann und unweit der ehemaligen Floriansmühle gelegen, war eine Fabrik zur Herstellung von Papier, Pappe und Papiermaterialien. Die Pappenfabrik wurde im Jahr 1890[1] von Josef Wirth († März 1913) gegründet. Nach dessen Tod übernahm seine Frau Anna († Mai 1927). Von nun an firmierte das Unternehmen als OHG, Papierfabrik Wirth. Die Firmenleitung bestand nun aus dem Sohn Heinrich Wirth und Töchter Hedwig Schultz, Laura Reindl und weitere Nachfolger im Laufe der Jahrzehnte. Bis zur Schließung nach 1985 wurde der Betrieb von Annemarie Roedter geführt. Im Jahr 1988 wurde alles verkauft.
Der Betrieb befand sich an der nicht mehr bestehenden Wildshuter Straße, einer Seitenstraße der Freisinger Landstraße. Im Jahr 1912 bis 1913 wurde das Wohnhaus Wirth errichtet. Die Fabrikgebäude, Hallen, Schornstein, zusammen über 20 Einzelbauten, blieben bis nach 1992 erhalten und wurden oft für Dreharbeiten für Der Alte oder Derrick verwendet. Das Wohnhaus an der Ecke mit der Freisinger Landstraße bestand noch einige Jahre länger. Ab 2012 wurde das Areal mit langweiligen, den üblichen Standard weiß-schwarzen Rechteckbetonwohnbunkern, überbaut.
Die "Pappenfabrik" wurde direkt an den Grafinger Mühlbach gestellt, dieser Bach wird vom Schwabinger Bach gespeist. Ein Großfeuer zerstörte am 4. November 1917 einige Gebäude des Betriebs, das Feuer konnte durch das Eingreifen der Feuerwehr nicht auf die Betriebsanlagen übergreifen. Die Fabrik war erst Anfang des Jahres erweitert worden. In der Zeit des 2. Weltkriegs wurde die Anlage nicht nennenswert beschädigt. Ein weiterer Brand am 10. Mai 1954 zerstörte das Gebäude neben dem hoch aufragenden geziegelten Schornstein, dieses blieb bis zum Abbruch der Anlagen als Ruine unverändert erhalten.
Einzelnachweise
- ↑ Megele hat nach seinen Quellen das Jahr 1890 als Gründungsjahr aufgelistet. Einen der ersten Hinweise auf die Existenz der Fabrik findert sich in Form einer Zeitungsanzeige für das Jahr 1894. Hier schaltet die Firma Wirth bereits Inserate, dass sie ständig auf der Suche nach "Stampfpapier" für die Pappfabrik sei. Es gibt aber weitere Quellen, die einen Betriebsstart für 1895, 1905 oder 1906 anbieten.