Chronik der Stadt München, Stahleder

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Die dreibändige Chronik der Stadt München von Helmuth Stahleder deckt den Zeitraum 1157 bis 1818 in Münchens Geschichte ab.

Titelangaben

  • Chronik der Stadt München. Für das Stadtarchiv München herausgegeben von Richard Bauer. 3 Bände. Dölling und Galitz, Ebenhausen/Hamburg, 2005 (Band 1 erschien bereits 1995 im Hugendubel Verlag, München). (auch als CD, ISBN 3-937904-14-x )
    • Bd. 1: Herzog- und Bürgerstadt - Die Jahre 1157 bis 1505, 696 S. ISBN 3937904107, 9783937904108
    • Bd. 2: Belastungen und Bedrückungen - Die Jahre 1506 bis 1705
    • Bd. 3: Erzwungener Glanz - Die Jahre 1706 bis 1818



Inhalte:

Der Verlag schreibt u.a. zu den einzelnen Bänden

Bd. 1: „Herzogs- und Bürgerstadt“ – Die Jahre 1157 bis 1505

Nach immer wieder aufflackernden Unruhen innerhalb der Bürgerschaft und gegen den Stadtherrn konnte München

um 1400 kamen die Stadtrechte fast Reichsstadt gleich.

Die herzoglichen Rechte beschränkten sich auf wenige hoheitliche Akte. Das Verhältnis zwischen Herzog und Bürgerstadt war fast partnerschaftlich, ausgewogen, aber mit zuweilen deutlich spürbarer Abhängigkeit des Stadtherrn von der Finanzkraft und der Hilfsbereitschaft seiner Bürger.

Der Umgang miteinander war fast freundschaftlich zu nennen und man feierte gemeinsam Feste im Rathaus, in der Bürgertrinkstube und auf dem Marktplatz

Bd. 2: „Belastungen und Bedrückungen“ – Die Jahre 1506 bis 1705

Im 16. und 17. Jahrhundert kam es zu einen ständigen Rückgang der Stadtrechte und zur Einschränkung ihrer Selbstverwaltung Die Verfolgung von Glaubensabweichlern und Kirchenkritikern vertrieb angesehene Familien.

Bedrückungen durch Kriege, Besatzungen und Truppeneinquartierungen sowie ständig steigende Kriegskosten und Reparationszahlungen belasteten die Stadt und ihre Bürger.

Herrscherhaus, Kirche und Staatsverwaltung drängten (bis in das Stadtbild hinein) das Bürgertum immer stärker zurück.

Bd. 3: „Erzwungener Glanz“ – Die Jahre 1706 bis 1818

Die Residenz, barocke Freudenfeste, Theater und bildende Kunst brachten der Stadt den Ruf ein, eine der schönsten Städte im Reich zu sein.

Sogar die Kaiserkrone kam zeitweise in die Stadt

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts erlangten die Wittelsbacher von Napoleon die Königswürde.

Die Stadt musste die hochfliegenden Pläne der Monarchen mit barem Geld bis zum Ruin der städtischen Finanzen bezahlen.

Abstieg des Stadtregiments bis in die Bedeutungslosigkeit. Erst mit der Verfassung von 1818 (nach der frz. Revolution) sollte sich dies ändern.

Rezension

  • Rezensionsnotiz in der Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 17.06.2005:
Renate Schostack freut sich, dass München nun mit den komplett vorliegenden Bänden über eine "leicht zugängliche" und umfassende historische Dokumentation verfügt: 650 Jahre Stadtgeschichte, sauber recherchiert.
Sie findet es toll, dass man prima in dieser Chronik schmökern könne. Ein "Füllhorn unsortierter Geschichte" - die Pest und das Wetter, bürgerlicher Alltag und große Stadtpolitik, Bettler und Tischgespräche bei Hof, Gerichtsfälle und die zum Teil grausige Vollstreckung der Urteile - wird ausgeschüttet, und zwar ohne hierarchische Ordnung. "Die Gewichtung", schreibt Schostack, "trifft der Leser." Genau in dieser Freiheit liegt für sie der Reiz dieser Bände, "in denen man mit Lust versinkt".
  • Klaus Schreiber in: Informationsmittel (IFB): Über mögliche Formen von Stadtchroniken und die zu wählende Darstellungsform mit Blick auf die Erwartungen der Leser äußert sich Stahleder ausführlich und pointiert in der Einleitung zu Bd. 2 und wählt für seine Darstellung „eine Mischform aus Quellenedition und Stadtgeschichte in chronologischer Reihenfolge“ (Bd. 2, S. 10). Der Text berichtet über die Fakten und schließt, wenn angebracht, kursiv gesetzte Zitate aus den Quellen ein, wobei der ‚Sprachduktus möglichst oft beibehalten, Formulierungen - soweit erträglich und verständlich - vorsichtig angepaßt oder modernisiert’ werden (S. 7). Den Abschluß bildet jeweils die Quellenangabe Beispiele 1505, 13. Januar: Ein Wein- und Fischgeschenk in Höhe von 6 Pfund 7 Schillingen 19 Pfennigen überreicht man unnser gnadigen frawn hertzog Erichs von Praunschweick etc. gemahel, als sie München besuchte; es folgen Informationen zu den beteiligten Personen, und wir erfahren u.a., von wem Katharina abstammt und mit wem sie in erster Ehe verheiratet war. - 9. Februar, Sonntag nach Fasnacht: Waffenstillstand im Landshuter Erbfolgekrieg. - 10./16. Februar: Universallandtag aller (wieder)vereinigten bayerischen Landesteile; Wein- und Fischgeschenke an auswärtige Bischöfe. - 26. März: Sidonia, die erst 17jährige älteste Tochter von Herzog Albrecht IV. und Verlobte des späteren Kurfürsten Ludwig V. von der Pfalz, stirbt ...;Umfangreiche kombinierte Orts-, Personen- und Sachregister erschließen die Bände und verweisen nur auf Jahr/Monat, so daß man bei zahlreichen Eintragungen im selben Monat die genaue Stelle erst suchen muß. Es ist anzunehmen und zu hoffen, daß die Chronik der Stadt München als wissenschaftliches Werk, das „sich in erster Linie als Dokumentation, als Materialsammlung zur Stadtgeschichte (versteht), die möglichst alle relevanten Daten und Ereignisse der Stadtgeschichte in knapper Form enthält“ (Bd. 2, S. 9), auch Leser finden wird, die sonst „nichts in die Hand nehmen, was wie Wissenschaft aussieht oder gar Fußnoten hat!“ (S. 8). Für wissen- schaftliche Bibliotheken sind die drei Bände sowieso ein Muß. Diese werden sicherlich den 1995 erschienenen Bd. 1 bereits damals erworben haben, der nach Verlagswechsel nur mit einem neuen Schutzumschlag versehen wieder in den Handel gebracht wird. So sind sie auch nicht gezwungen, von dem Paketpreis einschließlich CD-ROM Gebrauch zu machen: auf letztere kann man gut verzichten, da sie lediglich den Text der Bände im PDF-Format enthält.