Atomic Café

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The Atomic Café war ein Club, der ab dem 11. Januar 1997 in der Neuturmstraße 5 (Graggenauer Viertel) residierte. Der Club war regelmäßiger Auftrittsort international aufstrebender Bands für den Raum Süddeutschland und errang in den Folgejahren in den Bereichen Indie, Beat, Garage, Psychedelic, Northern Soul, Rare Funk sowie zeitweise auch Drum and Bass überregionale sowie internationale Bekanntheit in den entsprechenden Szenen.[1]

Der Club

Betrieben wurde der Club von Christian Heine und Roland Schunk. Stiller Teilhaber war Alexander Lacher, der von 1987 bis 1990 den Circus Gammelsdorf betrieb und die Musikzeitschriften Spex und Riddim herausgibt.

Ziel des Atomic Cafés zur Gründung war die Wiedervereinigung der seit Ende des Tanzlokal Größenwahn zerstreuten und durch die Abwanderung in elektronische Gefilde stark dezimierten Szenen der Münchner (Non-Techno-)Subkulturen in einem neuen Club in der Innenstadt - Ende der 1990er Jahre war fast das komplette Münchner Nachtleben durch die damalige Politik des Münchner Kreisverwaltungsreferates an den Stadtrand oder in den Kunstpark Ost verdrängt.

Die Räumlichkeiten waren in warmen Farben gehalten, die Formenwelt orientiert sich konsequent an Verner Panton und dem Space Age Design der 1960er Jahre (Fotogalerie) und war damit Vorreiter des Googie-Revivals der späten 1990er Jahre. Anthroposophie in frei interpretiertem Sinne war dabei ein wichtiger Grundgedanke. Gestaltet wurde der Club von dessen Betreibern Christian Heine und Roland Schunk sowie an einigen Stellen von Christian Schaberl. Die wechselnden Installationen neben der DJ-Kanzel stammten u.a. von den Künstlern Andreas Kräftner, Anna McCarthy, Christian Schaberl und Moritz Reichelt.

Das Atomic Café vereinte in sich Liveclub mit Diskothek und Cocktailbar zu einem trotz teurer Innenstadtlage für die subkulturellen Szenen akzeptablen Eintrittspreis; in der ersten Stunde war der Eintritt (falls kein Konzert) frei und die Cocktails günstiger, was häufig zu einer zügigen Füllung führte.

Aktivitäten

  • Es fanden auch immer mal wieder Lesungen, Filmpremieren, Super 8- & Lomo-Abende, Tiki-Zeremonien und Ähnliches statt.
  • Der Club betrieb von 2002 bis 2008 sein eigenes Plattenlabel: Panatomic Music Co.
  • Der Club war in der pre-Facebook-Ära auch für sein gut frequentiertes und offen streitlustiges Guestbook bekannt. (link)
  • Der Club hatte seine eigene Freizeitkickermannschaft „The Atomic Allstars“ in der u.a. Martin Lickleder von den Moulinettes sowie Peter Brugger und Florian Weber von Sportfreunde Stiller spielten. Sie waren Sieger im AZ-Cup 2007 und 2009 sowie in vielen weiteren lokalen Turnieren. (link)
  • Einige Bands wurden hier gegründet; die wohl bekannteste Formation sind Sportfreunde Stiller, die alle drei in den ersten Jahren hinter der Bar arbeiteten. Ihr Manager Marc Liebscher betrieb die ersten 10 Jahre freitags die Veranstaltung the smart club. im Atomic Café.
  • Bei der Eröffnungsfeier am 11. Januar 1997 spielte die Band Stereo Total.
  • In den Leserpolls der großen deutschen Musikmagazine zum Club des Jahres hielt sich der Club bis zum Ende in den Top Five, häufig belegte er auch den ersten Platz.

Konzerte

Über 2000 nationale und internationale Liveacts standen auf der Bühne, im Schnitt zwei bis drei pro Woche: Liste der Band-Bookings

  • 2006, Pete Doherty gab mit seiner Band Babyshambles ein Geheimkonzert

Clubabende

Über 5000 Partys fanden statt - One-offs und reguläre Clubnights, im Schnitt fünf bis sechs pro Woche; zahlreiche lokale und internationale DJs legten dabei auf: Liste der DJ-Bookings

Schließung

Am 31. Dezember 2014 musste das Atomic Café (nachdem es vor Gericht ein Jahr Verlängerung erwirken konnte) endgültig seinen letzten Abend bestreiten und einem Lacoste-Flagshipstore weichen. Noch 2013 hatten sich Fans zur Rettungsorganisation „Rettet das Atomic“ zusammengeschlossen und traten Anfang 2014 in der Fernsehshow Millionärswahl an.[2]

Nach der Schließung

Nahezu das komplette Interieur konnte erhalten werden und befindet sich nun über zahlreiche Wohnungen Münchens verteilt ([1] & [2])

Über 100 Exponate wurden in die Sammlung des Münchner Stadtmuseums aufgenommen.

In den letzten Monaten wurde ein Dokumentarfilm über das Atomic Café mit dem Titel This is Atomic Love gedreht, den es ab 2016 auf DVD geben wird.[3] jetzt.de hat ein aufwändiges Zeitraffervideo über die letzten drei Tage des Atomic Cafés und die anschließende zehntägige Entkernung gedreht.[4]

Auszeichung

  • 2013: Spielstättenprogrammpreis in „Kategorie 1“ der Initiative Musik

Weblinks

Einzelnachweise

  1. 6. Das Indie-Wohnzimmer – Atomic Café; in: Daniela Schetar, Friedrich Köthe: Münchner Schmankerl: Für Münchner Kindl und Zugroaste. Gmeiner-Verlag, Meßkirch 2013. ISBN 978-3-839-24058-8
  2. Mit dem Atomic Café geht's erstmal weiter, egoFM, 13. Dezember 2013.
  3. This is Atomic Love (Trailer)
  4. The Atomic Café 1997–2015), jetzt.de, 2015.
Wikipedia.png
Das Thema "Atomic Café" ist aufgrund der überregionalen Bedeutung auch bei der deutschsprachigen Wikipedia vertreten.
Erreichbar über diesen Link: The Atomic Café (Club).