München leuchtete: Unterschied zwischen den Versionen

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==Inhalt==
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T. Mann schildert die Aussicht und die Menschen auf den Plätzen der Stadt [[München]], ganz beeindruckt von weißen Säulentempeln, antikisierenden Monumenten und Barockkirchen, Springbrunnen, den Palästen und Gartenanlagen der Residenz. Ein religiöser Eiferer, Hieronymus, der in eine Kunsthandlung stürmt und dort die Beseitigung eines allzu weltlich-sinnlichen Madonnenbildes zu erzwingen versucht, prophezeit München den Feuertod durch ein auch im Titel genanntes „breites Feuerschwert, das sich im Schwefellicht über die frohe Stadt hinreckte”. Er betritt die Kunsthandlung, um vom Händler Blüthenzweig mit einer flammenden Rede gegen „ruchlose Unwissenheit“ und „verworfene Heuchelei“ die Entfernung des Bild zu verlangen. Der Kunsthändler lässt Hieronymus daraufhin vom Packer Krauthuber aus dem Laden werfen.
T. Mann schildert die Aussicht und die Menschen auf den Plätzen der Stadt [[München]], ganz beeindruckt von weißen Säulentempeln, antikisierenden Monumenten und [[Barock]]kirchen, [[Brunnen|Springbrunnen]], den Palästen und Gartenanlagen der [[Residenz]]. Ein religiöser Eiferer, Hieronymus, der in eine Kunsthandlung stürmt und dort die Beseitigung eines allzu weltlich-sinnlichen Madonnenbildes zu erzwingen versucht, prophezeit München den Feuertod durch ein auch im Titel genanntes „breites Feuerschwert, das sich im Schwefellicht über die frohe Stadt hinreckte”. Er betritt die Kunsthandlung, um vom Händler Blüthenzweig mit einer flammenden Rede gegen „ruchlose Unwissenheit“ und „verworfene Heuchelei“ die Entfernung des Bild zu verlangen. Der Kunsthändler lässt Hieronymus daraufhin vom Packer Krauthuber aus dem Laden werfen.


==Rezension==
==Rezension==
Man kann im ''Gladius Dei'' eine heiter-ironische Auseinandersetzung Manns mit seinem langjährigem Wohnort sehen, der am Ende des 19./ Beginn des [[20. Jahrhundert]]s als die führende Kunststadt in Deutschland galt, auch wenn weite Kreise der Bevölkerung von der Kunst in ihrem Alltag nicht berührt wurden. Die Schwertsymbolik bezieht Mann u.a. auf ''Nothung'', Wotans Schwert in [[Richard Wagner (Komponist)|Richard Wagner]]s „Ring des Nibelungen“, das die Götterdämmerung ankündigt und auf den mittelalterlichen Bußprediger Girolamo Savonarola.
Man kann im ''Gladius Dei'' eine heiter-ironische Auseinandersetzung Manns mit seinem langjährigem Wohnort sehen, der am Ende des 19./ Beginn des [[20. Jahrhundert]]s als die führende Kunststadt in Deutschland galt, auch wenn weite Kreise der Bevölkerung von der Kunst in ihrem Alltag nicht berührt wurden. Die Schwertsymbolik bezieht Mann u.a. auf ''Nothung'', Wotans Schwert in [[Richard Wagner (Komponist)|Richard Wagner]]s „Ring des Nibelungen“, das die Götterdämmerung ankündigt und auf den mittelalterlichen Bußprediger Girolamo Savonarola.


Am 26. August [[1921]] ist [[Ludwig Thoma]] am Tegernsee verstorben. Gerd Thumser, der ausgewiesene Thoma-Kenner, hat in vier Collagen, verbunden durch Texte des Dichters, achtzig Jahre später ein lebendiges Bild der Zeit um die Jahrhundertwende gezeichnet als "München leuchtete", Thomas Mann zitierend. Er gab diesem Werk [[2001]] den Titel "Ludwig Thoma - Als München leuchtete".
Am 26. August [[1921]] ist [[Ludwig Thoma]] am [[Tegernsee]] verstorben. Gerd Thumser, der ausgewiesene Thoma-Kenner, hat in vier Collagen, verbunden durch Texte des Dichters, 80 Jahre später ein lebendiges Bild der Zeit um die Jahrhundertwende gezeichnet als "München leuchtete", Thomas Mann zitierend. Er gab diesem Werk [[2001]] den Titel "Ludwig Thoma - Als München leuchtete".


==Ausgaben, Angaben zum Buch ==
==Ausgaben, Angaben zum Buch ==
* ''Frühe Erzählungen'' (Gesammelte Werke in Einzelbänden / Thomas Mann), Frankfurt am Main, S. Fischer, 1981. 714 S. ISBN 3-10-048223-9  
* ''Frühe Erzählungen'' (Gesammelte Werke in Einzelbänden / Thomas Mann), Frankfurt am Main, S. Fischer, 1981. 714 S. ISBN 3-10-048223-9  
* ''Der Wille zum Glück und andere Erzählungen.'' Frankfurt, 1991, ISBN 3596294398. Auch beim Verlag: Süddeutsche Zeitung, 2008, ISBN 9783866156418
* ''Der Wille zum Glück und andere Erzählungen.'' Frankfurt, 1991, ISBN 3596294398. Auch beim Verlag: Süddeutsche Zeitung, 2008, ISBN 9783866156418
== Siehe auch ==
== Siehe auch ==
* [[München leuchtet]], ehrende Medaille in München
* [[München leuchtet]], ehrende Medaille in München
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=== Weblinks ===
=== Weblinks ===
* [http://www.gutenberg.org/ebooks/12053 Gladius Dei.] Online-Text-Fassungen beim Texteprojekt Gutenberg
* [http://www.gutenberg.org/ebooks/12053 Gladius Dei.] Online-Text-Fassungen beim Texteprojekt Gutenberg
*{{WL2|Gladius Dei}}, Artikel bei WP über die Erzählung.
* {{WL2|Gladius Dei}}, Artikel bei WP über die Erzählung
* [http://www.literaturlexikon-online.de/02_TM-Figurenlexikon/index.html Thomas-Mann-Figurenlexikon von Eva D. Becker] (zuerst 2006). Überarbeitete Version 2009 (Beta) im Portal [http://www.literaturlexikon-online.de Literaturlexikon online]
* [http://www.literaturlexikon-online.de/02_TM-Figurenlexikon/index.html Thomas-Mann-Figurenlexikon von Eva D. Becker] (zuerst 2006). Überarbeitete Version 2009 (Beta) im Portal [http://www.literaturlexikon-online.de Literaturlexikon online]
*[http://www.avwernsing.de/muenchen.html APOKALYPSIS MONACI LAETI - Wolf Wucherpfennig über ''Gladius Dei'' und München]
*[http://www.avwernsing.de/muenchen.html APOKALYPSIS MONACI LAETI - Wolf Wucherpfennig über ''Gladius Dei'' und München]


[[Kategorie:Buch]]
[[Kategorie:Buch]]

Aktuelle Version vom 6. August 2015, 06:35 Uhr

München leuchtete ist der Titel einer Novelle von Thomas Mann von 1902. Sie ist zunächst unter dem Titel „Gladius Dei” erschienen (Übersetzung: Schwert Gottes).

Inhalt

T. Mann schildert die Aussicht und die Menschen auf den Plätzen der Stadt München, ganz beeindruckt von weißen Säulentempeln, antikisierenden Monumenten und Barockkirchen, Springbrunnen, den Palästen und Gartenanlagen der Residenz. Ein religiöser Eiferer, Hieronymus, der in eine Kunsthandlung stürmt und dort die Beseitigung eines allzu weltlich-sinnlichen Madonnenbildes zu erzwingen versucht, prophezeit München den Feuertod durch ein auch im Titel genanntes „breites Feuerschwert, das sich im Schwefellicht über die frohe Stadt hinreckte”. Er betritt die Kunsthandlung, um vom Händler Blüthenzweig mit einer flammenden Rede gegen „ruchlose Unwissenheit“ und „verworfene Heuchelei“ die Entfernung des Bild zu verlangen. Der Kunsthändler lässt Hieronymus daraufhin vom Packer Krauthuber aus dem Laden werfen.

Rezension

Man kann im Gladius Dei eine heiter-ironische Auseinandersetzung Manns mit seinem langjährigem Wohnort sehen, der am Ende des 19./ Beginn des 20. Jahrhunderts als die führende Kunststadt in Deutschland galt, auch wenn weite Kreise der Bevölkerung von der Kunst in ihrem Alltag nicht berührt wurden. Die Schwertsymbolik bezieht Mann u.a. auf Nothung, Wotans Schwert in Richard Wagners „Ring des Nibelungen“, das die Götterdämmerung ankündigt und auf den mittelalterlichen Bußprediger Girolamo Savonarola.

Am 26. August 1921 ist Ludwig Thoma am Tegernsee verstorben. Gerd Thumser, der ausgewiesene Thoma-Kenner, hat in vier Collagen, verbunden durch Texte des Dichters, 80 Jahre später ein lebendiges Bild der Zeit um die Jahrhundertwende gezeichnet als "München leuchtete", Thomas Mann zitierend. Er gab diesem Werk 2001 den Titel "Ludwig Thoma - Als München leuchtete".

Ausgaben, Angaben zum Buch

  • Frühe Erzählungen (Gesammelte Werke in Einzelbänden / Thomas Mann), Frankfurt am Main, S. Fischer, 1981. 714 S. ISBN 3-10-048223-9
  • Der Wille zum Glück und andere Erzählungen. Frankfurt, 1991, ISBN 3596294398. Auch beim Verlag: Süddeutsche Zeitung, 2008, ISBN 9783866156418

Siehe auch

Weblinks