Zahnbrechersiedlung

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Die Zahnbrechersiedlung ist eine der ersten Siedlungen im Münchner Stadtteil Johanneskirchen.

Der Landtagsabgeordnete Dr. Dr. Franz Xaver Zahnbrecher (1882–1935) war ab August 1932 Vorsitzender der von ihm ins Register eingetragenen „Siedlergenossenschaft München-Johanneskirchen eGmbH“. Er versuchte ab Oktober 1932 erstmals, das Gelände der heutigen Gartenstadt Johanneskirchen, die 41,2 Tagwerk große Pfarrwiese – von der Kirchenpfründe St. Lorenz (Oberföhring) zu erwerben. Der Kirchengrund sollte als zweite Siedlung in Johanneskirchen mit 90 bis 120 Siedlerstellen bebaut werden.

Im September 1932 berichteten Münchner Zeitungen über den Bau einer Siedlung mit 120 Einfamilienhäusern in Johanneskirchen. Dr. Dr. Franz Xaver Zahnbrecher hatte die Idee, eine für diese Zeit typische Reichskleinsiedlung zu errichten, in Verbindung mit der Gründung einer »Ein- und Verkaufsgenossenschaft«, deren erster Vorstand er wurde. Es sollten Doppelhäuser mit einer Wohnfläche von 70 m² gebaut werden. Im Erdgeschoss befand sich eine Wohnküche mit 10 Quadratmetern, ein Wohnzimmer mit 14 Quadratmetern, ein Schlafzimmer mit 12 m² und ein Abort. Im Dachgeschoss war ein Raum mit 24 m², eine Kammer und ein Speicher vorgesehen. Im Keller befanden sich Werkstätte, Obstkeller und Waschküche mit verzinkter Badewanne. Zu jeder Doppelhaushälfte gehörte ein Grundstück mit 1100 bis 1200 m², der Preis für Haus und Grund sollte 3630 Reichsmark betragen.

Grundsteinlegung war am »Tag der nationalen Arbeit«, am 1. Mai 1933, die ersten Häuser wurden im Winter 1933/34 bezogen[1]. Franz Xaver Steinbrecher fiel bei den Nazis schnell in Ungnade, wurde der Untreue und Unterschlagung beschuldigt und zeitweise im KZ Dachau eingesperrt[2].

Erst ab 1983 entstand auf dem Gelände neben der alten Siedlung die Gartenstadt Johanneskirchen. Die Pfarrpfründestiftung St. Lorenz stellte auf Initiative des damaligen Oberbürgermeisters Erich Kiesl den Grund im Erbbaurecht zu günstigen Konditionen zur Verfügung. Die Bayerische Grundstücksverwertung GmbH übernahm die Trägerschaft.

Die Grundsteinlegung fand im Februar 1983 statt. Der erste Bauabschnitt mit 379 Wohneinheiten war im Jahre 1984 bezugsfertig. Der zweite Bauabschnitt bestand aus 114 Wohneinheiten und dem Einkaufszentrum mit zwei Arztpraxen. Die Fertigstellung war 1985. Der dritte und letzte Bauabschnitt, der nicht mehr auf Oberföhringer Kirchengrund lag, umfasste 22 Reihenhäuser und einen Wohnblock mit Mietwohnungen. Bezogen wurden diese Häuser (deren Grundstücke nicht mehr im Erbbaurecht vergeben, sondern als Eigentum erworben werden mussten) im Jahr 1986[3].

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Nordostkultur München: Zahnbrechersiedlung
  2. Nordostkultur München: Zahnbrechersiedlung (Forts.)
  3. Nordostkultur München: Gartenstadt Johanneskirchen