Roman Anton Boos

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Wohnhaus und Werkstatt von Boos in der Hackenstraße
Grabmal Boos, Stephanskirche

Roman Anton Boos (* 28. Februar 1733 in Bischofswang bei Roßhaupten; † 19. Dezember 1810 in München) war Bildhauer und übte seit 1765 sein Handwerk fest in München aus. Roman Boos lernte seine Fertigkeiten zunächst bei Stephan Bursteller oder Anton Sturm in Füssen. Gearbeitet hat Boos An der Hundskugel, dem Wohn- und Werkstatt-Haus des Bildhauers Johann Baptist Straub. Am 1. April 1877 wurde Boos mit Straubs Tochter Maria Theresia verheiratet. Aus der Ehe ging die Tochter Maria Anna hervor. Zusammen bezogen sie das Haus des Vaters, das als die Hackenstraße 10 bekannt ist. Testamentarisch legte Straub im Juli 1784 kurz vor seinem Ableben fest, dass das Anwesen an die Tochter vermacht wird und somit als Eigentum an die Familie Boos übergeht.

1775 übernahm Boos die Stelle des verstorbenen Churfürstlichen und Akademischen Hofbildhauers Karl de Groff. In seiner Zeit als Lehrer und Professor an der Akademie war auch Franz Jakob Schwanthaler sein Schüler.

Die Familiengrabstätte findet sich auf dem Alten Südfriedhof. Die Büste und der Epitaph, von Boos selbst noch zu Lebzeiten entworfen, wurden direkt links neben dem Haupteingang an der Außenwand der Stephanskapelle aufgestellt. Die Büste ist ein Bronzeabguss des aus Marmor gefertigten Originals, das sich derzeit im Bayerischen Nationalmuseum befindet.

Ein Bildnis der Familie Boos, von Johann Georg Edlinger um 1800 gemalt, kann im Bayerischen Nationalmuseum (Inventar-Nummer 205) eingesehen werden.

Einige seiner Werke

  • 1767 Figur des St. Ferdinand an der Fassade der Theatinerkirche.
  • 1767 Figur des Heiligen Maximilian an der Fassade der Theatinerkirche.
  • 1768 Figur des heiligen Kajetan für die Fassade der Theatinerkirche
  • 1768 Figur der Adelheid an der Fassade der Theatinenerkriche
  • 1770 Figur des Johannes von Nepomuk für einen neuen Brunnen, anstelle des bereits seit den 1740er Jahren bestehenden, vor dem Jesuitencollege. 1804 nach einem polizeilichen Entschluss abgebaut. Nepomukfigur ab 1814 für den Mariahilfplatz in der Au gesichert. 1944 stark beschädigt oder zerstört. (Bauer, Links,rechts der Isar, Foto Abb. S.165)
  • 1782 Bacchus im Schlosspark Nymphenburg.
  • In den Hofgartenarkaden mit seinen 125 Rundbögen, des nördlichen Flügels, standen in den Halbrundnieschen bis zu 8 (12?) überlebensgroße Figuren aus Holz ausgeführt. Diese zeigten die Taten des Herkules und waren von Peter Candid (?) entworfen. Georg Kaspar Nagler berichtet im Jahre 1854 von nurmehr 7 Figuren die nun repariert würden.),Im Jahrbuch der Menschengeschichte in Bayern, 1782 beschreibt Westenrieder genauestens 8 Figuren - Der gegenwärtigen Statuen von Holz sind acht, sie stehen auf hölzernen Gestellen in kleinen Vertiefungen der zwo zusammenhängenden Galerien (deren eine 800, und die andere 1500 Schuh lang ist) und sind acht bis zehn Fuß hoch.
    • 1.) Herkules kämpft gegen den nemeischen Löwen im Wald von Nemea. (Ehemals als Nummer 1. direkt am Eingang von der Residenz her. Zerstört?)
    • 2.) Herkules kämpft gegen den Riesen Antäus (Im Treppenhaus der Residenz)
    • 3.) Herkules wirft den Centauer Nessus zu Boden (zerstört?)
    • 4.) Herkules führt den dreiköpfigen Cerberus an der Kette aus der Hölle (verschollen)
    • 5.) Herkules hilft Atlas beim Tragen des Himmels (zerstört?)
    • 6.) Herkules tötet die siebenköpfige lernaeische Hydra (im Schloss Dachau)
    • 7.) Herkules straft den Eber auf dem Berg Erymanthus (zerstört?)
    • 8.) Herkules erlegt am See Stymphalus den gefährlichen Vogel (zerstört?)
  • 1804, Skulpturen für das Grabmal des Großhändlers Pierre Pilon (Peter Pilon) auf dem Südlichen Friedhof (ehdem S9-5-48/49).
  • 18xx, Grabmal Weißenhahn gest. 1811, Hofkupferstecher (Südfriedhof, Standort unbekannt)

Fragliche Zuschreibung

Bei dieser Brunnenplastik fehlen Angaben zur Herkunft. Sie wird Boos zugeschrieben. Vielleicht weiß unter unseren Leserinnen, -ern jemand einen Puzzle-Stein dazu?

Es handelt sich um den Brunnen im Radspielerhaus:

Zwerg ( ? ) auf einem wallerartigen Fisch

Quellen und Nachweise

  • Lipowsky, Baierisches Künsterlexikon, 1810
  • A. Heilmeyer, Plastik, S.28/29
  • Häuserbuch, 1962, Hackenstraße 10. S.154/155
  • J. Freudenberger, Aus der Geschichte der Au, Nepomuk, S.132
Wikipedia.png
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